Fünf Jahre "MGB rocks" am Melanchthon-Gymnasium

  Im Interview mit Louis Bauer, David Negele und Markus Gewald ging es darum, nach fünf Jahren ein Resümee zu ziehen und zu zeigen, welche Bedeutung „MGB rocks“ für die Schule und die beteiligten Personen hat. Bei „MGB rocks“ handelt es sich um eine erlebnisorientierte Jungenfreizeit, die an keiner anderen Brettener Schule angeboten wird. Das Interesse von Schülern des MGB für das Projekt ist jedes Jahr groß. Unterstützt wird das Projekt vom Förderverein des MGB, von der Stadt Bretten und durch Sponsorengelder. Dadurch konnten dieses Jahr 15 Jungen teilnehmen. „MGB rocks“ gibt Jungen die Möglichkeit, in fünf Tagen als Gruppe gemeinsam zu wachsen, eigene Grenzerfahrungen zu machen und Vertrauen in sich und andere aufzubauen. Als Alternative zum oft reglementierten Schulalltag können sie in Naturräumen und auf Bergwanderwegen neue Freiräume erfahren und ohne mediale Ablenkung spannende Entwicklungsschritte vollziehen. Begleitet werden die Jugendlichen von den Lehrern Jan Fell und Fabian Karg und dem Schulsozialarbeiter Markus Gewald. Gemäß Calvin Woodward, der sagte: „Die Dinge, die wir wirklich wissen, sind nicht die Dinge, die wir gehört oder gelesen haben; vielmehr sind es die Dinge, die wir gelebt, erfahren und empfunden haben“, konzentriert sich die Gruppe darauf, Gemeinschaft zu erleben uns als Gruppe gemeinsam zu wachsen. David Negele, der bereits in den ersten Jahren dabei war, wurde erst durch die Freizeit zu einem Fan der Alpen. Mittlerweile ist der Mitglied im Deutschen Alpenverein, wandert und genießt das Abenteuer auf Klettersteigen und die Natur im Allgemeinen. Louis Bauer hat den aktuellen Bezug, da er dieses Jahr im noch relativ ursprünglichen Lechtal mit dabei war. Die Begeisterung ist auch bei ihm groß und er betont die Entwicklung, die er auch körperlich durch die Zeit in den Bergen genommen hat. Durch das Erreichen der Ziele stieg die Begeisterung, auch wenn es teilweise sehr nass und kalt war. Bei drei Grad waren die Hände fast eingefroren und so gelang es nicht, sich ins Gipfelbuch einzutragen. Doch ließ man es sich nicht nehmen, das Gipfelkreuz zu küssen.

Die unglaubliche Natur, das wahnsinnige Panorama sind das Besondere im Vergleich zum „normalen“ Wandern mit der Familie. Die Gruppe, die aus Jungen verschiedener Klassen besteht, wächst durch die gegenseitige Unterstützung und die Kameradschaft, die in den Bergen grundsätzlich besteht. „Man sieht, was man wirklich schafft und ist überrascht, was man überhaupt leisten kann“ ist ein bezeichnendes Zitat. Louis Bauer betonte, dieses Erlebnis verändere und stärke die Persönlichkeit. Dieses Selbstbewusstsein nehmen die Jungen mit in den Schulalltag. David Negele macht aber auch deutlich, dass der Kontrast zur Schule für ihn bedeutsam ist. Man komme zur Ruhe, könne über sich selbst nachdenken und abschalten. Man sei in sich selbst versunken und nehme sich selbst völlig anders wahr als sonst. Markus Gewald drückt es so aus: „Man kommt aus den Bergen verändert zurück.“. Durch die ständige Reizüberflutung im Alltag verliert man sich möglicherweise doch etwas und durch die Ruhe leert man sich sozusagen und kann sich neu erfüllen. Schön sei auch, dass man nicht immer sprechen müsse. Der Anblick einer Gruppe von Steinböcken in freier Natur spreche eben für sich. Für die Begleiter ergibt sich eine große Verantwortung für die Gruppe, da man im Hochgebirge unterwegs ist und die Sicherheit natürlich mit an erster Stelle steht. Daher ist die Gruppengröße von 15 Schülern das Maximum. Die Vorbereitung ist von großer Bedeutung. Es geht nicht nur darum, zum Beispiel die Wanderschuhe vorher einzulaufen, sondern auch um die geistige Vorbereitung auf dieses Abenteuer. Daher gibt es zwei Elternabende, an denen auch die Ausrüstung jedes Teilnehmers noch einmal gecheckt wird. Man muss eben gut gerüstet sein. Dabei geht es aber darum , sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Markus Gewald betont im Gespräch, dass es mitunter auch wichtig sei, Grenzen zu akzeptieren und eben auch mal umzudrehen, wenn das Wetter es nicht erlaubt, noch bis zum Gipfel zu steigen. Das Wetter zu erleben ist für alle Beteiligten ein wichtiger Faktor. Hitze und Kälte werden intensiv gespürt und zwingen dazu, sich gegenseitig zu motivieren und vermeintliche Grenzen zu überschreiten und dadurch zu wachsen. Die Nachhaltigkeit zeigt sich, wenn Schüler auch nach dem Abitur privat mit Freunden in die Berge fahren, am Abiball in Erinnerungen an „MGB rocks“ schwelgen und die Natur nicht nur genießen, sondern auch als schützenswert empfinden. Markus Gewald betont den bleibenden guten Kontakt zu den Teilnehmern und den Eltern. Man wachse in den Tagen zusammen, gerate auf eine andere Beziehungsebene und die Kommunikation mit den Eltern sei durch die Aktion intensiver als sonst. Es bestehe ein reger Austausch und auch die Dankbarkeit sei spürbar für das Engagement der Begleitpersonen. Die Freude auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist schon spürbar. Bleibt zu erwähnen, dass am MGB natürlich auch die Mädchen zu ihrem Recht kommen. Sie haben die Möglichkeit, an „Girls on the rocks“ teilzunehmen.
Marc Soedradjat
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