Tablet statt Schulbuch? Edith-Stein-Gymnasium wird digitaler

Das Edith-Stein-Gymnasium darf sich durch die Unterstützung von fünf Sponsoren über 32 neue Tablets freuen.

Bretten (hk) Während die Etablierung von Smartphones im Alltagsleben schon längst stattgefunden hat, nimmt der technische Fortschritt an den deutschen Schulen oft nur langsam Fahrt auf. So ist zum Beispiel das Tablet als Ersatz für das Schulbuch noch die Ausnahme in der deutschen Bildungslandschaft. Um digital mehr Fahrt aufzunehmen, hat sich das Edith-Stein-Gymnasium am Schulversuch „Tablets an allgemeinbildenden Gymnasien“, initiiert vom Kultusministerium Baden-Württemberg beworben. Zwar konnte das Gymnasium keinen der begehrten Plätze als Modellschule im Schuljahr 2017/18 ergattern, wurde aber als Kontrollschule auserkoren. Kontrollschulen dienen der Studie, die mit dem Schulversuch einhergeht, als Vergleichsgruppe, um das Arbeiten ohne Tablets zu dokumentieren.

32 Tablets für den Unterricht

Doch damit fand das Projekt nicht sein Ende. Mit der Unterstützung von Sponsoren konnte sich das Edith-Stein-Gymnasium letztendlich doch noch mit Tablets ausrüsten. Die Übergabe der Geräte fand im Beisein der Sponsoren statt. Durch eine Geldspende in Höhe von 13.200 Euro der BB Bank dürfen sich die Schüler auf 24 Tablets freuen. Neben der BB Bank haben sich die Firma Neff, Opterra, Blanco und die Sparkasse für den guten Zweck mit je zwei Tablets beteiligt. „Wir sind doch alle ein bisschen digital“, so Bernd Löhrbacher von der BB Bank und fügt hinzu: „Ich hoffe, dass wir mit den Tablets eine gute Investition in die Zukunft geschaffen haben.“ Auch Schulleiterin Annelie Richter konnte ihre Freude über die hohe Spendenbereitschaft und insgesamt 32 Tablets kaum bändigen: „Damit hätten wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet.“


Programmieren lernen mit App

Mit der Einführung der digitalen Lernplattformen im Unterricht stellt sich Richter aber auch die Frage, ob die Tablets tatsächlich einen Mehrwert haben. „Wir werden uns bemühen, dieser Frage nachzugehen.“ Heiko Hagenbacher dagegen, Abteilungsleiter für Medien am ESG, schilderte eindrucksvoll was im Bereich des Möglichen liegt. Zum Beispiel kann man mit einer App von Lego ganz einfach die Programmierung eines Roboters erlernen. Ganz neue Möglichkeiten entfalten sich auch in den Naturwissenschaften. Schüler können mithilfe des Tablets ein Periodensystem zu Rate ziehen oder verschiedene Aggregatszustände nachschlagen, in Physik können Experimente als Video aufgezeichnet und so leichter evaluiert werden. Im Fach Mathematik erhalten Schüler in einer speziellen App sofort eine Rückmeldung, nachdem sie ein mathematisches Problem gelöst haben. Besonders gut umsetzen lassen sich mit dem Tablets sogenannte Erklärvideos, die Schüler eigenständig kreieren und zur Unterstützung ihrer Mitschüler zur Verfügung stellen können.
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