Dürrenbüchig: Kleiner Ort mit großer Eigeninitiative

In Dürrenbüchig ist einiges geboten.
 
Gerhard Rinderspacher, Ute Thumm und Wolfgang Six (von links) vor dem Dürrenbüchgier Rathaus.

Dürrenbüchig, der jüngste und zweitkleinste Stadtteil Brettens, hat so einiges zu bieten

Dürrenbüchig (ger) 570 Einwohner, so groß wie etwa 300 Fußballfelder, ein Stadtbahnanschluss – das ist Dürrenbüchig, das „Sackgassendorf mit Anschlussgarantie“. Den Spitznamen hat der zweitkleinste Stadtteil Brettens von Radiomoderator Jürgen Essig bekommen, als dort letztes Jahr im August das SWR4 Sommererlebnis seinen Auftakt hatte. Eine Veranstaltung, die – da sind sich Ortsvorsteher Wolfgang Six und die beiden ehemaligen Ortschaftsräte Ute Thumm und Gerhard Rinderspacher einig – mal wieder bewiesen hat, was Dürrenbüchig so alles auf die Beine stellt. Viele packten mit an und ermöglichten so, dass das beliebte Radio-Event ein schöner Erfolg wurde. „Bei 500 Vereinen im Ort hätte man halt 495 vor den Kopf stoßen müssen“, übertreibt es Rinderspacher augenzwinkernd. „So haben wir halt alles zusammengekratzt, was wir zu bieten haben“, schmunzelt Thumm.

Blockflöten-Ensemble, Mundarttheater und Kindergarten-Verein

Und das ist für so einen kleinen Flecken einiges. Da wäre beispielsweise das renommierte Blockflöten-Ensemble „Piccobella“ unter der Leitung des Karlsruher Blockflötisten Daniel Koschitzki. Oder die Mundart-Theatergruppe „Dunnawedda“, die jedes Jahr mit viel Erfolg ein Stück aufführt. Eine Besonderheit ist auch der Kindergarten, 1975 von einer Elterninitiative gegründet. So blickt die „Schatzinsel“ als eingetragener Verein auf über 40 Jahre in freier Trägerschaft zurück und versteht sich als Teil der Dorfgemeinschaft. Selbstverständlich traten die Kinder auch beim Sommererlebnis auf. Ein alljährlich wiederkehrendes Ereignis ist das Teichfest, das seit 1989 immer an einem Wochenende im August stattfindet und auch viele Besucher aus dem Umland anzieht. Aus dem Tiefbrunnen, der bis 1979 den Ort mit Wasser versorgte, entstand die Teichanlage, die ehrenamtlich gehegt und gepflegt wird.

„Wir hätten uns nicht weiterentwickeln können, wenn wir nicht selbst etwas gemacht hätten“

1998/99 wurde das Dorfgemeinschaftshaus in der Kraichgaustraße unter großer Mitwirkung der Bevölkerung gebaut. Über 13 000 Arbeitsstunden leisteten die Dürrenbüchiger, um den eingeschränkten Kostenrahmen nicht zu sprengen. „Wir hätten uns nicht weiterentwickeln können, wenn wir nicht selbst etwas gemacht hätten“, kommentiert Rinderspacher das gemeinsame Projekt, das den Kindergarten, eine Gymnastik-/Veranstaltungshalle und einen Versammlungsraum beherbergt. Ohne den großen Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer, allen voran des damaligen Ortsvorstehers Friedrich Schneider, wäre die Verwirklichung des Dorfgemeinschaftshauses so nicht durchführbar gewesen. „Das war ein Kraftakt von zehn Jahren. Solange hat es vom Wunsch bis zur Realisierung gedauert", resümiert Thumm. 2013 wurde die unter der Federführung des ehemaligen Ortsvorstehers und Ortschronisten Walter Argast entstandene Heimatstube eröffnet. Ebenfalls viel Eigenleistung und Zeit nahm das neu gebaute, 2014 fertiggestellte Feuerwehrhaus in Anspruch .Der neu gestaltete Dorfplatz hat sich mit seiner Grenzsteinsammlung (Lapidarium) und den bunten Beeten zu einem Schmuckstück entwickelt. Dort stehen auch zwei der insgesamt 32 Sitzbänke, die in und um den Ort zum Verweilen einladen. Letztes Jahr sind sie alle von den Brettener Jugendfeuerwehrlern im Rahmen ihres Zeltlagers, das in Dürrenbüchig stattfand, saniert und frisch gestrichen worden.

Abschüssiger Fußballplatz

Und was steht als nächstes an? Beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), bei dem aus Dürrenbüchig sage und schreibe 150 Vorschläge zusammengetragen wurden, kristallisierte sich als ein wichtiges Anliegen die Verbesserung des Sportplatzes heraus. „Im Moment ist der so abschüssig, dass unsere übrigens sehr erfolgreiche Damenmannschaft immer darauf erpicht ist, in der ersten Halbzeit nach oben zu spielen“, lästert Rinderspacher wohlwollend. Bleibt die Hoffnung, dass diese Wunscherfüllung nicht auch zehn Jahre dauert.

Mehr Informationen zu Dürrenbüchig finden Sie auf Gerhard Rinderspachers Homepage-
Im Mai bietet Rinderspacher anlässlich des Jubiläumsjahres Ortsführungen an. Infos und Anmeldungen bei der Volkshochschule Bretten.

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In Bretten zuhause 2017
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