„Jenseits des Bachs“: Die Gruppen „Am Viehmarkt“

Spektakuläre Lager, mittelalterliche Musik und Speisen sowie erstaunliche Vorführungen sind „Am Viehmarkt“ entlang der Saalbach zu finden. Was alle Gruppen gemeinsamen haben ist die Liebe zum Detail, das sich in der authentischen Umsetzung des mittelalterlichen Lebens wiederspiegelt. (Foto: wh)
 
(Foto: wh)

Spektakuläre Lager, mittelalterliche Musik und Speisen sowie erstaunliche Vorführungen sind „Am Viehmarkt“ entlang der Saalbach zu finden. Was alle Gruppen gemeinsamen haben ist die Liebe zum Detail, das sich in der authentischen Umsetzung des mittelalterlichen Lebens wiederspiegelt. Die folgenden Übersicht stellt die einzelnen Gruppen näher vor.

Zinngießer

Zinngießen wie im Mittelalter, das ist ein besonderes Erlebnis. So kann man an den Festtagen bei der Gruppe „Georg Archus“ für einige Momente in die Welt des Zinngießens abtauchen, wenn die Gruppe mit interessanten Vorführungen vor ihr Publikum tritt.

Verlorener Haufen

Der Landknechtshaufen um Stefan und Claudia Knaus erwecken historische Rezepte des Mittelalters wieder zum Leben. Auf mittelalterliche Speisen, von herzhaft bis süß, sowie Wissenswertes über die mittelalterliche Küche dürfen sich die Besucher jetzt schon freuen. Aber nicht nur das, bei dem Verlorenen Haufen an der Saalbach steht ebenso das allgemeine Lagerleben im Vordergrund, das dem Publikum näher gebracht werden soll.

Handwerkergilde Alt-Brettheim

Bereits vor 3000 Jahren hat man im alten Ägypten Sitzflächen für Stühle und Schemel geflochten. Die Handwerkergilde pflegt die Tradition und das Brauchtum des mittelalterlichen Handwerks und stellt nun zum vierten Mal folgende Berufe (Zünfte) auf dem Viehmarkt dar: Küfer, Stuhl- und Sonnenflechten sowie Geflechte aus Weiden. Wer Interesse an mittelalterlicher Berufsdarstellung hat, darf sich gerne unter info@handwerkergilde-alt-brettheim.de melden. Zudem kann man am Lager der Gruppe die selbst gefertigten Holzkrüge anlässlich des Stadtjubiläums erwerben.

Medicus

Karten- und Handleserinnen, Kräuterweiber und Apotheker: In die geheimnisvolle Welt der Pharmazie, Medizin, Chirurgie und Alchemie um 1500 entführt der Medicus samt Gefolge. Zu sehen sind rätselhafte ärztliche Instrumente, Heilkräuter und mysteriöse Edelsteine sowie Schweinezähne und Menschenhaut. Außerdem führt der Medicus chirurgische Eingriffe durch und erklärt, was es sich mit dem legendären Theriak-Trunk auf sich hat.

Kraemer und Halunken

„Federkiel und Tintenfass – Der Kraemer hat für jeden was!“: Neben Taschenspielertricks und einem Feuerspektakulum findet man bei den rund 40 Kaufmännern und –frauen alles, was das Mittelalterherz höher schlagen lässt. Holzgeschirr, Laternen, Flöten, Pfeifen, Stoffe aus Wolle und Leinen, Spielzeug, Federbarette, Haarnetze, Schuhe und vieles mehr kann man im nahezu unerschöpflichen Fundus der Kraemer entdecken.

Sicarius

Johannes Liechtenauer gilt als der Gründervater der „Deutschen Fechtschule“. Seinen Traditionen und seinen Lehren folgend führt die Gruppe Sicarius die historische Fechtkunst von etwa 1490 bis 1530 vor. Ergänzt werden die Choreographien mit szenischen Fechtkunstübungen, bei der die Gruppe den Fokus auf Bühnenkampf und Mimik legt.

Seifensieder

Die Kunst des Seifensieder-Handwerks gelangte durch die Araber nach Europa. Während die Seife heutzutage ein fester Bestandteil unseres Alltags ist, glaubte der französische Adel im Mittelalter fest daran, dass das Baden und somit der Gebrauch von Seifen ein tödlicher Akt sei. Auf dem Peter-und-Paul-Fest klärt die Seifensieder-Gruppe um Helga und Martin Rothfuß die Besucher über die Herstellung von Seifen mit Rinderfett, Natronlauge und Regenwasser auf.

Quacksalber

Stephanius Aurelius Domenikus Spekulatius, Freiherr von Furioso: Diesen Namen sollte man sich merken. Der Quacksalber und sein Tross schlagen ihr Lager neben der Taverne auf, wo sie ihr Publikum mit Musik und Gesang aufheitern. Doch das Highlight seiner Show bewahrt der Quacksalber bis zum Schluss auf. Dann verzaubert er die belustigten Zuschauer mit seinem Wundermittel „Furioso“, der angeblich Blinde zu Sehenden und Arme zu Reichen machen soll.

Bierbreuwer

Warum nicht selbst einmal einen Brauversuch unternehmen? Gesagt getan und inzwischen ist das selbst gebraute Bier der 18-köpfigen Bierbreuwer vom Peter-und-Paul-Fest nicht mehr wegzudenken. Jahr für Jahr begeistert die Gruppe mit unkonventionellem und authentischem Bier, das die historische Braukultur des Mittelalters wieder aufleben lässt. „Wichtig ist der Spaß, der ungebrochen bei der Gruppe vorherrscht, immer wieder neue Rezepte zu testen und das optimale ‚Festbier‘ herzustellen“, so die Bierbreuwer.

Pfeffersäcke

Auch wenn die Bezeichnung „Pfeffersäcke“ nicht besonders liebenswert klingt, so waren die Gewürzhändler im Mittelalter durchaus angesehene Leute. An den Festtagen kann man am Stand der Pfeffersäcke selbstverständlich herrliche Gewürze aus dem Morgenland erwerben: Schwarzer und bunter Pfeffer, Nelken, Kardamom, Safran, Muskatnuss und Zimt. Ergänzt wird das Angebot mit einheimischen Waren wie Lavendel, Lorbeer, Salbei, Rosmarin und Wacholderbeeren.

Bogenschützen

Sechs und zehn Pfeile pro Minute – für einen erfahrenen Bogenschützen ist das kein Problem. Im Mittelalter noch als Jagd- und Wurfgeschosswaffe in Gebrauch, ist das Bogenschießen heutzutage ein beliebtes Hobby. Beim Peter-und-Paul-Fest dürfen sich Besucher nicht nur erklären lassen, wie die Holzbögen und Pfeiler gebaut werden: Selbst zu Pfeil und Bogen zu greifen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Brettheimer Bruchenballer

Unter Bruchenball versteht man eine Art mittelalterliches Bewegungs- und Kampfspiel, deren Ursprung auf die Ausbildung des Knappen – ein junger Mann, der einem Ritter diente – zurückzuführen ist. Jedes Jahr findet beim Peter-und-Paul-Fest ein Bruchenball-Turnier statt, bei der die Teilnehmer ihren Mut und ihre Kraft unter Beweis stellen dürfen.
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