„Versucherli“ aus dem Land der Eidgenossen: Schweizer Reisläufer und Musik am 1. Juli im Schweizer Hof

Wann? 01.07.2017

Wo? Peter-und-Paul-Fest, Stadtmitte, Bretten DE
Stadtkommandant Marsilius von Reifenberg nimmt am 1. Juli wieder im Museum im Schweizer Hof Quartier. Foto: ch
Bretten: Peter-und-Paul-Fest |

(pb) Am Peter-und-Paul-Samstag, 1. Juli, wird im Brettener Stadtmuseum im Schweizer Hof (Engelsberg 9) erneut ein Stück Geschichte lebendig. Ab 13 Uhr nimmt Stadtkommandant Marsilius von Reifenberg für gut eine Stunde in dem historischen Gebäude Quartier, begleitet von einer Schar farbenprächtig gewandeter Kriegsknechte.

Schweizer „Reisläufer“ sind es, die den Kommandanten begleiten – früher gehörten sie zu den gefürchtetsten und zugleich begehrtesten Söldnern in Europa. Mittlerweile steht fest, dass auch 1504, bei der Belagerung Brettens im Landshuter Erbfolgekrieg, Reisläufer aus der Schweiz dabei waren und zumindest auf kurpfälzischer Seite mitkämpften.

Schweizer bringen Wurst, Käse und Wein mit

Am Peter-und-Paul-Samstag bringen die Schweizer Reisläufer wieder einiges aus der Schweiz mit, das vielleicht dazu angetan ist, die allzu kriegerischen Gemüter ein wenig zu besänftigen. Dazu gehören verschiedene Sorten Schweizer Käse, schweizerische Wurst und schweizerischen Wein. Während der „Einquartierung“ können die Besucher des Museums gerne das eine oder andere „Versucherli“ aus dem Land der Eidgenossen verkosten.

Es wird getrommelt und musiziert

Gesorgt ist auch für passende musikalische Unterhaltung. Bei ihrem Marsch zum Schweizer Hof werden Marsilius von Reifenberg und sein Gefolge von den Trommlerinnen der Gruppe „Tamburi Carini“ begleitet, die sich bereits bei vielen Veranstaltungen - nicht nur in Bretten - einen Namen gemacht haben. Anschließend wird das Ensemble „Cantarotti“ mit mittelalterlicher Musik aufspielen und dabei seine höchst gelungenen Vertonungen von bekannten und weniger bekannten historischen Weisen darbieten.

Erinnerung an alte Beziehungen zur Schweiz

Die Aktion am Peter-und-Paul-Samstag erinnert auch an die Beziehungen des Schweizer Hofs zur Eidgenossenschaft. Zu den ersten Pächtern des Hauses gehörte die aus dem schweizerischen Veltlin stammende Familie Paravicini. Noch heute prangt auf dem schmiedeeisernen Wirtshausschild des Schweizer Hofs das Schweizer Wappen mit dem weißen Kreuz auf rotem Grund. Die Geschichte der reformierten Flüchtlingsfamilien Paravicini und Gillardon, die vor rund 400 Jahren aus dem Veltlin nach Bretten kamen, ist auch eines der Themen in der gerade laufenden Sonderausstellung „ORA ET LABORA – Religion und Wirtschaft in Bretten“, die während des Auftritts der Reisläufer besichtigt werden kann.

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