Blasenentzündung: D-Mannose blockiert Erreger

Die warme Jahreszeit genießen ohne unangenehme Blasen- und Harnwegsentzündungen: Die D-Mannose-Therapie trickst die ursächlichen Erreger clever aus, ohne den Körper zu belasten. (Foto: Klosterfrau Gesundheitsservice)
 
Die Fimbrien der Bakterien E-coli docken an der Oberfläche der Harnblasenwand an und lösen so Blasenentzündungen aus. Die D-Mannose-Therapie ahmt die Oberfläche gewissermaßen nach und verhindert so das Andocken an die Blasenwand und die Infektion. (Foto: Britta Mießen)

Jede dritte Frau in Deutschland hat sie einmal im Jahr – eine Blasenentzündung. Viele leiden sogar mehrmals kurz hintereinander daran, Experten sprechen dann von einer „rezidivierenden“ Erkrankung, die sich vor allem durch Schmerzen beim Wasserlassen, manchmal sogar durch Blasenkrämpfe bemerkbar macht. Häufig entsteht auch die drängende Frage „Muss ich oder muss ich nicht?“, da die Infektion die vollständige Entleerung der Harnblase erschwert. Zur Therapie werden vielfach Antibiotika eingesetzt. Aber muss das sein? Nicht unbedingt, denn ganz neu steht in Deutschland ein cleveres Therapie-Konzept zur Verfügung, welches das Anhaften der Erreger an die Blasenschleimhaut blockiert und so eine Infektion verhindert. Die Basis des Konzeptes bildet D-Mannose.

Seit Jahrzehnten werden Blasenentzündungen oft mit Antibiotika therapiert. Das ist bei schweren Infektionen, vor allem wenn hohes Fieber sich dazu gesellt auch durchaus berechtigt. Vielfach aber lässt sich schon bei den ersten Krankheitszeichen wie häufiger Harndrang, schmerzhaftes oder erschwertes Wasserlassen wesentlich schonender und genauso effektiv gegensteuern. Denn vor allem bei wiederkehrenden Infektionen besteht immer das Risiko, dass sich Erreger an das Antibiotikum gewöhnen, unempfindlich dagegen werden und somit die scharfe Waffe Antibiotika mit der Zeit stumpf und wirkungslos wird. Es bildet sich eine „Antibiotika-Resistenz“.

Meist die gleichen Erreger

Wer verursacht eine Blasenentzündung, eine sogenannte 'Cystitis'? Und warum trifft es meist Frauen, während Männer wesentlich seltener mit dieser Krankheit zu kämpfen haben? Die Erklärung ist einleuchtend: In etwa neun von zehn Fällen wird die Entzündung durch Bakterien der Art Escherichia coli ausgelöst. Diese natürlicherweise im Darm vorkommenden Erreger können bei Frauen durch die wesentlich kürzere Harnröhre leichter in die Blase gelangen als bei Männern. Häufig unterstützt durch kühle Umgebung, durch falsche Intimhygiene oder durch kalte Winde am Strand (Auslöser der sogenannten Urlaubs-Cystitis) können sich die Bakterien in den Schleimhäuten der Blase und der ableitenden Harnwege festsetzen. Aber auch Hormonmangel, Harnsteine oder Diabetes können Blasenentzündungen begünstigen.

Erreger haften sich an

Bakterien sind clevere Organismen. Sie haben im Laufe der Evolution gelernt, sich jede noch so kleine Schwachstelle ihrer Wirte zu Nutze zu machen. Escherichia coli Bakterien zum Beispiel besitzen winzig kleine Andockstellen – sogenannte Fimbrien – mit denen sie sich an bestimmten Bereichen der Blasenschleimhaut festsetzen können. Diesen Andockprozess zu unterbrechen, war seit Jahren Ziel forschender Urologen. Inzwischen konnte ein innovatives Therapeutikum entwickelt werden, mit dessen Hilfe es möglich ist, die Fimbrien angreifender Bakterien zu blockieren. Die Bakterien werden also neutralisiert und mit dem Urin ausgeschieden. Möglich wird dies durch den speziellen Stoff D-Mannose (ganz neu in „Femannose“, rezeptfrei in Apotheken).

Blockieren, abschalten, ausscheiden

D-Mannose ist dem Körper wohl bekannt, bildet dieses Zuckermolekül doch einen natürlichen Bestandteil der Blasenschleimhaut. Genau auf diese Bestandteile haben es die E.coli Bakterien abgesehen, um dort anzudocken. Bringt man nun von außen zusätzliche D-Mannose Moleküle in die Umgebung der Bakterien, spiegelt man ihnen das gewünschte Andockziel vor.

Die Fimbrien der E.coli Bakterien werden mit der zugeführten D-Mannose blockiert und können so nicht mehr an die Schleimhäute von Blase und Harnröhre andocken. Eine Blasenentzündung bleibt so in der Regel aus. Clever ausgetrickst, sozusagen. Der Rest ist natürliche Ausscheidung, weshalb auch unter einer D-Mannose-Therapie die alte Regel vom „möglichst viel trinken“ weiterhin gilt. Etwa zwei Liter Wasser am Tag sind hier sinnvoll, um die Bakterien auszuspülen.

Aktuelle Studie belegt ausgezeichnete Wirksamkeit

Wie gut lässt sich der Erfolg einer solchen D-Mannose Therapie nachweisen? Damit beschäftigte sich aktuell eine ausführliche Studie mit 308 an wiederkehrenden Blasenentzündungen leidenden Patientinnen1. Unterteilt in drei Gruppen wurde die eine Gruppe überhaupt nicht behandelt, die zweite Gruppe erhielt ein Standard-Antibiotikum und die dritte Gruppe eine D-Mannose Therapie. Nach sechs Monaten waren in der nicht behandelten Gruppe 61% der Frauen von einer erneuten Erkrankung betroffen, in der Antibiotika-Gruppe 20,4% und in der D-Mannose Gruppe gerade einmal erfreuliche 14,6%. Sehr deutlich wiesen die auswertenden Experten auf die um ein Vielfaches bessere Verträglichkeit der hocheffektiven D-Mannose Therapie hin, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt einer vermiedenen Antibiotika-Resistenz.

Natürlich, körpereigen, sicher

Keine Frage – für viele vor allem von wiederkehrenden Harnwegsinfekten heimgesuchte Patienten ist diese erst seit wenigen Wochen in Deutschland erhältliche Femannose-Therapie eine gute Nachricht. Wozu auch die Tatsache beiträgt, dass das Präparat vegan, frei von Gluten, Lactose und Konservierungsmitteln ist. Ein äußerst wirksamer Tipp bei Harnweginfektionen.

Weitere Infos unter www.heilpflanzen-online.com.

1) Kranjec B. Et al.; World J Urol (2014); 32: 79-84
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