Wenn Schmerzmittel den Darm lähmen

Wenn Schmerzmittel den Darm lähmen. Lesertelefon der Brettener Woche. (Foto: Fotolia, phasin)

Wenn Schmerzmittel den Darm lähmen - Expertentipps zu Nebenwirkungen der Schmerztherapie. Lesertelefon mit Schmerzexperten am Donnerstag, 1. Juni, von 11 bis 15 Uhr; Kostenfreie Rufnummer 0800 – 0 90 92 90.

(pr-nrw) Sie werden zur Behandlung von Schmerzen bei Krebserkrankungen oder nach einer Operation ebenso eingesetzt wie bei rheumatoider Arthritis, Arthrose oder Osteoporose: Opioide. Für Menschen mit mittelstarken oder starken Schmerzen sind sie unverzichtbar, aus der Schmerztherapie sind sie nicht mehr wegzudenken. Rund vier Millionen Patienten werden nach Angaben der Deutschen Schmerzliga mit Opioiden behandelt . Doch so wirksam sie den Schmerz auch bekämpfen – Opioide bringen Nebenwirkungen mit sich, die für die Betroffenen sehr belastend sein können. Acht von zehn Patienten leiden unter einer opioid-bedingten Verstopfung, deren Ausmaß zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führt. Doch wie bleiben Betroffene frei von Schmerzen und zugleich von unangenehmen Nebenwirkungen verschont? Dazu informieren Schmerzexperten am Lesertelefon.

Schmerzdämpfung nach dem Vorbild der Natur

Der menschliche Körper verfügt über eine eigene, sehr effektive Methode der Schmerzdämpfung. Sie macht sich zunutze, dass der Mensch Schmerz erst dann wahrnimmt, wenn er im Gehirn als Signal eintrifft. Für die Signalübermittlung sind die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen – so genannte Synapsen – zuständig. In bestimmten Situationen, zum Beispiel unter Schock oder bei drohender Gefahr, unterbricht körpereigenes Endorphin diese Signalübermittlung. Diese Art von Selbstschutz führt dazu, dass der Mensch weiterhin handlungsfähig bleibt, etwa um sich trotz einer Verletzung aus einer Gefahrensituation zu retten. Opioide docken an denselben Rezeptoren an und blockieren die Schmerzweiterleitung zuverlässig. Gleichzeitig werden Angstzustände gemildert, Anspannungen gelöst und es kommt zu einem angenehmeren Allgemeingefühl. Genau diese Effekte sind es, die sich Schmerzpatienten von einer effektiven Therapie versprechen, um wieder mehr Lebensqualität zu erreichen.

Die Kehrseite der Schmerzfreiheit

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – das gilt auch für den Einsatz von Opioiden in der Schmerztherapie. Denn opioid-haltige Schmerzmittel wirken nicht nur auf Nervenzellen in Gehirn oder Rückenmark, sondern auch auf Rezeptoren, die für die Darmbewegung zuständig sind. Die Folge: Die Darmbewegung wird reduziert und eine Verstopfung entsteht, begleitet von Übelkeit, Bauchkrämpfen, Blähungen, Schmerzen und Pressen beim Stuhlgang. In schweren Fällen kann es sogar zu einem Darmverschluss kommen. In der Medizin wird diese spezielle Art der Verstopfung als Opioid-induzierte Obstipation bezeichnet, kurz OIC . Sie zählt nach Angaben der Deutschen Schmerzliga zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Schmerztherapie mit Opioiden . Mit einer Verstopfung, wie sie gelegentlich auch bei ansonsten Gesunden auftreten kann, hat die OIC wenig gemeinsam. Die Beschwerden können für die Betroffenen erhebliche Einschränkungen in Beruf und Alltag mit sich bringen. Oft sind die Auswirkungen auf die Lebensqualität so gravierend, dass Patienten die Schmerztherapie unterbrechen oder die Dosierung der Schmerzmittel ohne Rücksprache mit dem Arzt verringern.

Was tun bei OIC? Experten geben Tipps

Ist die Verstopfung eine Nebenwirkung aller Opioide oder nur bei bestimmten Schmerzmitteln? Hängt es von der Darreichungsform ab, ob diese Nebenwirkung auftritt? Helfen Abführmittel bei einer OIC? Hilft es, die Dosierung der Schmerzmittel zu verringern oder die Einnahme zu unterbrechen? Welche Möglichkeiten gibt es noch, um Magen-Darmbeschwerden zu verhindern? Machen Opioide abhängig?

Alle Fragen rund um die Schmerztherapie mit Opioiden und die Behandlung von Nebenwirkungen beantworten die Schmerzspezialisten am Lesertelefon:

• Prof. Dr. med. Martin Storr; Facharzt für Gastroenterologie, Innere Medizin, Proktologie, Zentrum für Endoskopie Starnberg
• Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Wirz; Facharzt für Anästhesie, Intensivmedizin, Palliativmedizin und Schmerztherapie, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Interdisziplinäre Intensivmedizin, Schmerzmedizin/Palliativmedizin – Zentrum für Schmerzmedizin, Lehrbefugter an der Universitätsklinik Bonn, CURA - katholisches Krankenhaus im Siebengebirge, Bad Honnef
• Ulf Schutter; Facharzt für Anästhesiologie, Allgemeinmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Leitender Notarzt, Praxis für Schmerztherapie, Marl

Rufen Sie an! Am Donnerstag, den 1. Juni von 11 bis 15 Uhr.
Der Anruf unter 0800 – 0 90 92 90 ist gebührenfrei!
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