Kinderecke: Fastenmonat Ramadan

(Foto: Pixabay: jette55)

Habt ihr Freunde, die Muslime sind? Dann fragt sie doch mal nach dem Ramadan. So heißt der islamische Fastenmonat, der letzten Samstag begonnen hat. Bis zum 24. Juni, also vier Wochen lang, fasten gläubige Muslime tagsüber.

Das bedeutet, dass sie nichts essen und auch nichts trinken, allerdings nur zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang. Jetzt, Ende Mai und im Juni, ist das allerdings eine sehr lange Zeit, bei uns zum Beispiel rund 17,5 Stunden. Und es kann auch sehr anstrengend sein, vor allem wenn es heiß ist. Nach Sonnenuntergang trifft sich die Familie zum geselligen Fastenbrechen. Zuerst essen viele Muslime getrocknete Datteln und trinken dazu Milch oder Wasser. Danach gibt es eine normale Mahlzeit.

Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Kalender, der ein so genannter Mondkalender ist. Er richtet sich also nicht wie der gregorianische Kalender (der gängige Kalender mit den Monaten Januar bis Dezember) nach der Sonne, sondern nach dem Mond. Ein Monat beginnt dann, sobald der Neumond sichtbar ist, und endet, wenn der abnehmende Mond nicht mehr zu sehen ist. Dadurch ist der islamische Kalender, der auch in islamischen Ländern vorwiegend für religiöse Zwecke benutzt wird, nur etwa 354 Tage lang, also elf Tage kürzer als das Sonnenjahr. Somit verschiebt sich auch der Zeitraum, in dem der Ramadan liegt, jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorne.

Wie Ostern oder Weihnachten

Im Islam ist der Ramadan eine der fünf Säulen des Glaubens. In diesen 30 Tagen sollen sich die Gläubigen wieder mehr auf Gott besinnen und über das eigene Leben kritisch nachdenken. Sie lesen viel im Koran, der übrigens aus 30 Teilen besteht. Auch soll man freundlich miteinander umgehen und nicht streiten. Viele Muslime spenden im Ramadan an Bedürftige. Kinder, Kranke, schwangere und stillende Frauen sowie alte Menschen müssen nicht fasten. Manche Kinder machen aber auch mit, indem sie etwa einen halben Tag fasten oder auf Süßigkeiten verzichten. Im Internet habe ich gelesen, dass es auch einen Ramadankalender für Kinder gibt, ähnlich wie ein Adventskalender mit Türchen, hinter denen sich kleine Überraschungen verbergen. Am Ende des Ramadan feiern die Gläubigen drei Tage lang ein großes Fest, das im Islam einen Stellenwert wie Ostern oder Weihnachten bei den Christen hat. Auf Türkisch heißt es Seker Bayrami, zu Deutsch Zuckerfest. An diesem Fest ist dann das Fasten verboten, alle lassen es sich gutgehen, beschenken sich gegenseitig und sammeln Geld für die, die nicht so viel haben. (ger)


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