Weihnachten mit Jonathan Teil 6

(Foto: Pixabay, ralfor)

Fortsetzung von "Weihnachten mit Jonathan". Alle Teile finden Sie hier

Zwei Tage vor Heilig Abend fanden Sandra und Bernd in zwei kleinen Urnen ihren Platz im Familiengrab bei Oma Hertha. Das ganze Dorf war auf den Beinen. Auch Jonathan auf dem Arm von Opa Karl nahm Abschied von seinen Eltern. Trauer, Entsetzen aber auch Neugierde war auf den Gesichtern der Menschen zu lesen.
Jeder wollte helfen - aber Opa Karl wollte keine Hilfe. Er hatte mit seinem Leben abgeschlossen. Langsam verließen die Menschen den Ort des ewigen Friedens. Nur Opa Karl mit Jonathan auf dem Arm verharrte still am Grab seiner Liebsten. Es schien als sei er versunken im stillen Zwiegespräch. Und der Himmel hatte ein einsehn mit dem alten Mann und seinem Enkel. Er ließ es schneien und eine weiße Pracht bedeckte wie ein weißes Tuch das unsagbare Leid dieser Beiden.
Behutsam legte sich die Dunkelheit über den kleinen Ort. Mit schweren Schritten fing Opa Karl ins nahegelegene Pfarrhaus um Jonathan dort in Obhut zu geben. Er drückte Jonathan noch einmal an sein Herz übergab ihn ohne Worte ind die zuverlässigen Hände der Pflegefamilie. Er ging im Vertrauen , dass es Jonathan in dieser Familie gut gehn würde .
Sein Weg führte in durch nachtdunkle Straßen und es schien als würde er Abschied nehmen.
Am 24. Dezember fand man Opa Karl tot in seinem Bett. Er starb an gebrochenem Herzen. Seinem letzten Wunsche entsprechend fand auch er seine letzte Ruhestätte im Grab seiner Lieben. Im Grab unter dem mächtigen Baum der im Frühjahr blühte und dessen bunte Blätter im Herbst das Grab von vier Menschen, die eigentlich nur zufrieden leben wollten , bedeckte. Im Winter aber streckte der mächtige Baum seine knorrigen Äste wie mahnende Finger in den Himmel.
Opa Karl verfügte , daß die Pflegefamilie von Jonathan , die im Pfarrhaus beengt in Miete lebte, ins kleine Haus mit dem rotgedeckten Dach und den im Sommer blühenden Garten zog. Und so geschah es .
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