Andreas Bimmler: Genesung unterm Weihnachtsbaum

Weihnachtsengel und Schutzengel: Andreas Bimmler (links) mit Töchterchen Lea und Lebensgefährtin Sonja Heisig sowie den Eltern Christa und Günter Bimmler. Foto: ch
Bretten: Feuerwehr Dürrenbüchig |

Erstmals seit seinem Unfall spricht der Dürrenbüchiger Feuerwehrkommandant Andreas Bimmler über seine Dankbarkeit und gesundheitliche Fortschritte.

Bretten (ch) Der Schock saß tief, und viele haben mit ihm um sein Leben und seine Gesundheit gebangt. Nicht alle hätten wohl damals, unmittelbar nach dem beim Unwettereinsatz in Ruit am 8. Juni erlittenen Stromschlag - mit der Folge schwerster Verbrennungen, fünf Wochen Intensivstation und mehrfachen Operationen in einer Ludwigshafener Spezialklinik - darauf zu wetten gewagt, dass der Dürrenbüchiger Feuerwehrkommandant Andreas Bimmler diese Weihnachten wieder im Kreis seiner Lieben feiern kann.

Andreas Bimmler inmitten der Familie

Doch so ist es: Wenige Tage vor Weihnachten sitzt Andreas Bimmler inmitten der Familie im heimischen Wohnzimmer, neben sich die Kerzen auf dem Adventskranz und zwei Engelsfiguren. War es sein Schutzengel oder einfach nur Glück, dass er bei dem schweren Unfall keine bleibenden Knochen- und Organschäden davongetragen hat? Äußerlich ist ihm kaum etwas anzumerken. Bekleidung und Strümpfe verdecken die Narben der tiefen Wunden an Schulter und Fuß sowie von mehrfachen Hauttransplantationen. Er sagt, es gehe ihm „den Umständen entsprechend gut“. Wären da nicht die andauernden, quälenden Wundschmerzen und die unkontrolliert auftretenden Erinnerungen an den Schreckmoment des Unglücks, die ihn seelisch belasten.

„Daheim zu sein, macht einen großen Unterschied“

Dennoch freut er sich auf die Feiertage. „Daheim zu sein, macht einen großen Unterschied“, versichert er. An Heiligabend geht die Familie geschlossen in die Kirche, wo Töchterchen Lea beim Krippenspiel mitmacht. Anschließend gibt es die Bescherung und das von Mutter Christa vorbereitete Weihnachtsmenü. Gleich nach Weihnachten geht es dann für Andreas Bimmler mit der Reha weiter. Jeden Werktag fährt er nach Karlsruhe. Langes Autofahren ist wegen der Fußverletzung noch nicht drin. Aber den Fußweg zur Stadtbahn lässt er sich nicht nehmen. „Seit einer Woche versuche ich, ohne Krücken zu laufen“, sagt er.
Manchmal geht es ihm oder den Ärzten nicht schnell genug voran. Dann drohen Rückschläge. Einmal hat er seinen Fuß zu früh zu stark belastet und bekam eine Entzündung. Für ihn eine echte Geduldsprobe, wie er eingesteht: „Ich werde halt immer wieder von der Realität eingeholt.“ Mittlerweile weiß er, dass ihm „noch ein oder zwei OPs am Fuß“ bevorstehen.

Seelische Verarbeitung des Geschehenen braucht Zeit

Auch die seelische Verarbeitung des Geschehenen braucht Zeit. Deutlich wurde das, als kürzlich ein Dürrenbüchiger Feuerwehrkamerad bei einem Privatunfall ums Leben kam. Das hat ihn schwer getroffen. Und noch etwas: Über den eigentlichen Unfallhergang kann er nach wie vor nicht sprechen. Das erlittene Trauma lässt es noch nicht zu. „Ich muss die Techniken, um das zu verarbeiten erst lernen“, bittet der Feuerwehrmann um Verständnis.

Enge familiäre Begleitung in den schlimmsten Stunden

Dennoch: Die enge familiäre Begleitung in den schlimmsten Stunden hat ihm gut getan, wie er sagt. Später, als die Ärzte es erlaubten, kamen auch andere Besucher ans Krankenbett und machten Mut: allen voran Oberbürgermeister Martin Wolff, Kreisbrandmeister Thomas Hauck und Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen. Die große Anteilnahme, die sich darüber hinaus in besorgten Anrufen und konkreten Hilfsangeboten mitfühlender Bürgerinnen und Bürger, vor allem aus Dürrenbüchig und Ruit, in Geldspenden und vielen Besuchen von Brettener und auswärtigen Feuerwehrangehörigen, in zufälligen Begegnungen auf der Straße und Einladungen zu Feuerwehrveranstaltungen widerspiegelt, berührt ihn zutiefst. „Ich möchte allen ganz, ganz herzlich für ihre Anteilnahme danken“, sagt Andreas Bimmler. Und seine Mutter fügt hinzu: „Unser Dank gilt auch allen, die uns als Familie in den letzten Monaten unterstützt haben.“
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