Russlands Oberstes Gericht bestätigt die Entscheidung gegen Jehovas Zeugen

Elke und Stefan Pastrzig am Infostand auf dem Marktplatz in Bretten
  Am 17. Juli 2017 bestätigte das Oberste Gericht Russlands seine frühere Entscheidung, nach der die Aktivitäten von Jehovas Zeugen unter Strafe gestellt werden — und das, obwohl sich Russland international verpflichtet hat, für Religionsfreiheit einzustehen. Diese Entscheidung verbietet praktisch jegliche Glaubensausübung von Jehovas Zeugen im ganzen Land.


Stefan Pastrzig bezog sich auf diesen Bericht aus der Weltzentrale in New York. Im Königreichssaal in Sulzfeld wurde im Rahmen der Betrachtung des Buches "Gottes Königreich regiert", das 2014 herauskam, über die verschiedenen Verfahren gesprochen, die Jehovas Zeugen vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte brachten. Damit erzielte man u.a. in Griechenland 1996 und 2012 oder in Frankreich 2011 positive Ergebnisse bezüglich der Religionsfreiheit und der Ausübung des Predigtwerkes.

Am Infostand auf dem Marktplatz in Bretten war das Verbot in Russland allerdings kaum ein Thema. Hier haben Stefan Pastrzig und seine Frau Elke die aktuellen Artikel und Publikationen der Zeugen Jehovas für interessierte Personen bereit gehalten. Diese Bibelstudienhilfmittel werden weltweit genutzt, um die Bibel in persönlichen Gesprächen thematisch zu erkunden.

Wie diese Tätigkeit der gemeinsamen Bibelbetrachtung In Russland weiterhin möglich sein wird, hängt auch hier wieder davon ab, wie der EGMR entscheiden wird.

Eine Eingabe bezüglich der Entscheidung vom 17. Juli in Moskau ist angekündigt. Der aus drei Richtern bestehende Appellationssenat des Obersten Gerichts wies an diesem Tag die Beschwerde von Jehovas Zeugen zurück und bestätigte dadurch die von Richter Richter Jurij Iwanenko gefällte Entscheidung, vom 20. April. Wie vom Justizministerium beantragt hatte er entschieden, „die Zentrale von Jehovas Zeugen in Russland sowie deren örtliche Rechtskörperschaften, die Teil der Organisationsstruktur sind, aufzulösen und sämtliches Eigentum an die Russische Föderation zu übertragen.“

Diese Entscheidung gefährdet die Sicherheit und das Wohl der mehr als 175 000 Zeugen Jehovas in Russland.

Philip Brumley, Justiziar von Jehovas Zeugen, erklärte: „Die weltweite Gemeinschaft von Jehovas Zeugen ist um das Wohl ihrer Glaubensbrüder und -schwestern in Russland zutiefst besorgt. Die Entscheidung des Appellationssenats verleiht den bisherigen Übergriffen auf Zeugen Jehovas in Russland einen legalen Anstrich und setzt sie weiteren Übergriffen sowie der strafrechtlichen Verfolgung aus. Sie sind zu Ausgestoßenen im eigenen Land geworden.“

Jehovas Zeugen in Russland wenden sich nun an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Jehovas Zeugen in Russland wenden sich nun an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und den UN-Menschenrechtsausschuss. Währenddessen beten ihre Glaubensbrüder auf der ganzen Welt darum, dass die russische Regierung ihren Standpunkt überdenkt und die grundlegenden Menschenrechte respektiert, damit die Zeugen „weiterhin ein ruhiges und stilles Leben führen können in völliger Gottergebenheit“, wie es in 1. Timotheus 2:2 heißt.


Quelle auf jw.org
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.