Aktualisierung (mit Stellungnahme des OB): VBU fordert in Bretten konsequente Stadtentwicklung

 

Mit einer Pressemitteilung reagiert die Vereinigung Brettener Unternehmen (VBU) auf eine Äußerung von Oberbürgermeister Martin Wolff über das Nichtzustandekommen eines gemeinsamen Citymanagers. Der OB hatte am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse der Haushaltsklausur unter anderem auch sein Bedauern geäußert, "dass das Vorhaben eines gemeinsamen Citymanagers zwischen Stadt und VUB nicht zustande gekommen ist."

(pm) "Der Vorstand der Vereinigung Brettener Unternehmen (VBU) weist einmütig die jüngsten öffentlichen Äußerungen von OB Wolff zur Finanzierung der Stelle eines Citymanagers als deplatziert zurück. Dem OB ist bekannt, dass sich die VBU als Verein ausschließlich über Beiträge ihrer Mitglieder finanziert und die Mitfinanzierung einer städtischen Personalstelle auch aus grundsätzlichen Erwägungen nicht möglich ist.

"Effizientes Stadtmarketing kann nicht nur verwaltet werden"

Die Unternehmen zahlen ihre Steuern, Gebühren und Abgaben direkt und indirekt an die Stadt. Trotz Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer hat die Stadt erst vor wenigen Jahren die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer um 20 Punkte erhöht. Die Stadtverwaltung ist damit in die Lage versetzt, ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen und nach Vorgaben des Gemeinderats, auch Freiwilligkeitsleistungen zu finanzieren. Viele Städte haben Stadtmarketing schon längst als Pflichtaufgabe definiert und finanzieren nicht nur die Personalkosten, sondern für durchzuführende Events auch die deutlich höheren Durchführungskosten. Effizientes Stadtmarketing kann nicht nur verwaltet werden.

An Eventkosten wird sich die VBU weiter beteiligen

Die VBU weist im übrigen daraufhin, dass sie die Interessen von Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung in Bretten insgesamt vertritt und in diesem Rahmen auch den innerstädtischen Handel unterstützt. An Eventkosten wird sich die VBU im Einzelfall und im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten weiter beteiligen. Auch das wurde dem OB mitgeteilt.

Verkehrs-, Grundstücks- und Gewerbepolitik wichtiger

Für die VBU haben sich in Bretten jedoch deutlich größere Probleme angestaut. Auf die Agenda des Gemeinderats muss dringend die Durchsetzung einer konsequenten und ganzheitlich betriebenen Stadtentwicklung. Für die Realisierung stehen mit den in der Vergangenheit von der Stadt teuer erworbenen und baufähig gemachten Grundstücken (Sporgasse, Bluschgelände und im gesamten Brettener Süden) attraktive Grundstückspotentiale zur Verfügung. Wie kaum eine andere vergleichbare Stadt hat die Große Kreisstadt Bretten dadurch alle Möglichkeiten, ihre Standortqualität als Mittelzentrum wieder insgesamt und systematisch aufzuwerten. Das darf nicht Zufälligkeiten überlassen bleiben. Betriebe, auch Arztpraxen, benötigen klare Perspektiven und neue, attraktive Ansiedlungsflächen. Für die VBU ist dafür eine aktiv betriebene Verkehrs-, Grundstücks- und Gewerbepolitik wichtiger als Streitigkeiten über subalterne Stellenbesetzungen, mit denen sich bestehende Defizite nur marginal beseitigen lassen."

Aktualisierung (17:06 Uhr)

Der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff hat sich gegenüber der Brettener Woche/kraichgau.news exklusiv zur Kritik und den Forderungen der VBU geäußert. Er reagiere "gelassen" auf die Kritik der VBU. Von "Streitigkeiten über subalterne Stellenbesetzungen" könne keine Rede sein. Vielmehr habe er in seiner Pressemitteilung lediglich darauf hingewiesen, dass die Stadt nun selbst das Stadtmarketing in Form einer neuen Stelle in die Hand nehme, weil die VBU nicht über die finanziellen Mittel für eine Kofinanzierung verfüge, erklärte Wolff. „Eine gemeinsame Finanzierung einzelner Projekte wurde von uns nie in Zweifel gezogen“, so der OB verwundert. Im Übrigen werde die Stadtentwicklung keineswegs dem Zufall überlassen – im Gegenteil: „Für die Sporgasse haben wir bereits Ideen, die wir bald öffentlich vorstellen werden. Es würde aber wenig helfen, etwas übers Knie zu brechen“, so der OB.
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