Bretten: Investor plant Wohnbebauung auf Postareal

Auf dem Areal hinter dem Postbank Finanzcenter in der Melanchthonstraße soll Wohnbebauung entstehen. swiz
 
Von den Plänen des Investors ausgenommen ist das Gebäude, in dem das Postbank Finanzcenter seinen Sitz hat.

Ein Mannheimer Investor ist neuer Eigentümer des Postareals in Bretten. Die Bodenbelastung auf dem Areal soll durch Versiegelung egalisiert werden.

Bretten (swiz) Das Areal hinter dem Postbank Finanzcenter in der Melanchthonstraße liegt schon seit vielen Jahren brach. Immer wieder hat es Anstrengungen gegeben, das Gebiet zu bebauen. Auch die Stadt Bretten hatte mehrfach überlegt, das Areal zu kaufen. Für den derzeitigen Oberbürgermeister Martin Wolff ist das Vorhaben aber vor allem aufgrund des hohen Kaufpreises gescheitert. „Die Investition wäre für uns einfach zu groß“, so Wolff gegenüber der Brettener Woche. Nicht zu hoch war die Investition für die Rhino Partners Projektmanagement GmbH mit Sitz in Mannheim, die das Areal für einen nicht genannten Kaufpreis erworben hat. Unter dem Namen der eigens gegründeten Projektgesellschaft Wohnpark Bretten soll nun auf dem weitläufigen Hof eine in ihrer Größe noch nicht festgelegte Wohnbebauung verwirklicht werden.

Belastung mit Teeröl

Ein immer wieder diskutiertes Thema ist die Belastung eines Teils des Areals mit Teeröl. Das giftige Öl ist ein Abfallprodukt der Gasherstellung und eine Hinterlassenschaft des ehemaligen Gaswerks der Stadtwerke Bretten, das in früheren Zeiten auf dem Grundstück in der Melanchthonstraße stand. Laut Wolff sind diese Belastungen „eine Sache des aktuellen Käufers und waren diesem auch vor dem Kauf bekannt.“ Der sieht die Belastung aber als überwindbares Hindernis bei der geplanten Bebauung des Geländes. „Voraussetzung für eine risikofreie Bebauung ist, dass wir nur den belasteten Teil des Geländes versiegeln“, erklärt Ernst-Karl Hennrich von der Projektentwicklerfirma Planfina, der mit der Planung des Bauvorhabens beauftragt ist. Dies sei zum Beispiel durch den Einbau einer Bodenplatte möglich, so Hennrich. Eine Unterkellerung des geplanten Baus ist allerdings nicht möglich. Auf dem nicht versiegelten Bereich könnten dann Grünflächen entstehen. Nach unbestätigten Angaben wird auch über eine ebenerdige Tiefgarage als Unterbau für die Wohnbebauung nachgedacht, die dann sowohl über die Melanchthonstraße als auch über eine neu zu bauende Straße über die Bertholdstraße zu erreichen sein wird.

Bis die Bagger rollen, vergeht noch Zeit

Doch bevor auf dem ehemaligen Postareal die Bagger rollen, wird wohl noch einige Zeit vergehen. „Wir sind bei den Planungen für das Areal noch ganz am Anfang“, so Hennrich. Momentan werde noch entschieden, ob man mit einem sogenannten Vorhaben- und Erschließungsplan (VE-Plan) oder einem normalen Bebauungsplanverfahren (B-Plan) schneller vorankommt. Der VE-Plan ist ein mit der Stadt abgestimmter Plan eines Investors zur Abwicklung von Bauvorhaben und Erschließungsmaßnahmen. Er wird in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan integriert, der von der Stadt gleichzeitig aufgestellt wird. In der Regel können auf diese Weise größere Bauvorhaben schneller realisiert werden, als über das normale Bebauungsplanverfahren und die daraus resultierende Baugenehmigung. „Wir prüfen beide Verfahren“, so Hennrich. Von den Plänen des Investors ausgenommen ist das Gebäude, in dem das Postbank Finanzcenter seinen Sitz hat. Das Gebäude gehört seit 2016 einer Immobiliengesellschaft in Schwetzingen. Dort ist als derzeit einziger Mieter die Postbank im Erdgeschoss untergebracht. Die Büroflächen im Obergeschoss sind zur Vermietung ausgeschrieben.
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