Bürgerinitiative pro Rechbergklinik: Klinikneubau um Fachärztehaus ergänzen

Die Rechbergklinik mit dem Neubau (im Hintergrund). Foto: ch
Bretten: Rechbergklinik |

(pm) Die Bürgerinititiative pro Rechbergklinik sieht für das Mittelzentrum
Bretten erheblichen Handlungsbedarf, um vorhandene Facharztpraxen
zukunftsfähig in Bretten zu erhalten und bereits vorhandene Lücken wieder zu schließen.

Das und die dafür in Bretten diskutierten zwei Ärztehaus-Standorte waren die bestimmenden Themen In der gut besuchten Jahresabschlusssitzung der Bürgerinitiative unter Vorsitz von Kreisrat, Oberbürgermeister a.D. Paul Metzger. Metzger konnte dazu auch die Regionaldirektorin der Regionalen Klinikenholding (RKH), Susanne Jansen und Brettener Fachärzte begrüßen.

Fertigstellung im Frühjahr 2018 sichergestellt

Susanne Jansen informierte zunächst über den inzwischen sichtbaren Baufortschritt beim Neubau der Klinik. Die Baumaßnahme befinde sich im Zeitplan und die Fertigstellung im Frühjahr 2018 sei sichergestellt. Mit knapp 30 Millionen Euro wird der über 50 Millionen Euro teure Klinikneubau durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Ohne die organisatorische Zusammenführung der beiden Kliniken des Landkreises Karlsruhe und ohne die konzeptionelle Ausrichtung auf ein einheitliches Plankrankenhaus wäre dies nicht möglich und der Klinikstandort Bretten gefährdet gewesen.

Gute medizinische Angebote auf hohem Niveau

Mit den Sektionsleitern für Endoprothetik und Orthopädie, Dr. Sauer, für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Ihle, und für Unfallchirurgie, Dr. Tzifris, stehen den Bürgern in Bretten inzwischen gute medizinische Angebote auf hohem Niveau zur Verfügung. Für die Schmerztherapie konnte ein Nachfolger für Dr. Kaiser ab Januar 2017 gewonnen werden. Die Chefarztnachfolge von Prof. Dr. Winkelmann (Innere Medizin) kann sicher auch bald dank der dafür inzwischen vorliegenden Bewerbungen realisiert werden. Die geplante Ansiedlung einer Pflegeeinrichtung und altenbetreutes Wohnen auf dem Rechberg seien auf einem guten Weg.

Positive Synergien durch geplantes Fachärztehaus

Absolut wichtig sei der RKH die Realisierung des konzipierten Fachärztehauses. Über einen Verbindungstrakt werde sichergestellt, dass alle Praxen einen unmittelbaren Zugang zum Neubau der Rechbergklinik erhalten. Das werde
viele positive Synergien bewirken, die den Facharztpraxen, der Rechbergklinik mit ihren Fachabteilungen und nicht zuletzt den Patienten gleichermaßen nützlich sein werden. Leider waren die Diskussionen über das von der Stadt initiierte Ärztehaus in der Innenstadt für die Realisierung des Fachärztehauses nicht förderlich. Erklärtes Ziel ist es, dass das Bauvorhaben zeitnah nach Fertigstellung der neuen Klinik 2018 begonnen und das Fachärztehaus möglichst Anfang 2020 fertiggestellt werden könne. Susanne Jansen wurde dafür von Paul Metzger jedwede Unterstützung zugesagt. Die Bürgerinitiative stehe zur konsequenten Umsetzung der Beschlüsse der Kreisgremien. Vom Neubau der Klinik und des Ärztehauses auf dem Rechberg verspreche sich die Bürgerinitiative eine deutliche Verbesserung der stationären und der ambulanten fachärztlichen Krankenversorgung für die wachsende Bevölkerung im gesamten Einzugsbereich der Klinik.

Kritik an Sporgassen-Planung der Stadt

In der Diskussion wurde von Mitgliedern der Bürgerinitiative die Sporgassen-Planung der Stadt als wenig weitsichtig kritisiert. Gerügt wurde vor allem, dass Oberbürgermeister und Gemeinderat die Planungen ohne Abstimmung mit dem Krankenhausträger verwirklichen und mit mehr als fragwürdigen Kaufkrafteffekten durchsetzen wollten. Ärgerlich sei auch gewesen, dass die Stadt dem sehr kompetenten Investor Mayer aus Sulzfeld wegen des fehlenden Baurechts unnötig Aufwendungen zugemutet habe, die besser für eine konsequente Planung des Ärztehauses bei der Rechbergklinik einzusetzen gewesen wären. Bei der Entscheidung über den Standort eines Ärztehauses könne und müsse es nach einmütiger Überzeugung der Bürgerinitiative ausschließlich um die langfristige Sicherstellung der bestmöglichen, ambulanten und stationären Krankenversorgung gehen und nicht vordergründig um Kaufkrafteffekte. Das sei in Bretten nur mit den
Planungen des Landkreises und der RKH sicher zu stellen. Aus vielfältigen Gründen sei die Sporgasse dafür absolut keine adäquate Standortalternative. Die BI fordert deshalb von der Stadt kein sowohl als auch, sondern ein klares Bekenntnis zur schnellen Verwirklichung des Ärztehauses bei der Rechbergklinik.
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