Einzelhandels-Rochade geht weiter: Eingesessene Brettener Geschäfte wechseln in Fußgängerzone die Adresse

Das frühere Haushaltswarengeschäft Goppelsröder in der Brettener Fußgängerzone wird derzeit umgebaut - im Herbst zieht dort die Firma Stephan mit Parfümerie und Mode ein. Foto: ch
Bretten: Innenstadt |

(ch) Es ist wie bei der Rochade im Schach: Der eine Laden schließt und in seinen umgebauten Räumen eröffnet ein anderes Geschäft neu. Dadurch werden dessen bisherige Räume frei, was neue Interessenten anzieht - und das Karussell dreht sich weiter.

Seit einiger Zeit ist in die Brettener Fußgängerzone lebhafte Bewegung gekommen. Vor allem alteingesessene Geschäfte wechseln ihren Standort, oft nur wenige Meter vom bisherigen entfernt.

Auslöser war Goppelsröder-Schließung

Jüngster Auslöser war die Geschäftsaufgabe des bisherigen Haushaltswarengeschäfts Goppelsröder aus Altersgründen Anfang des Jahres. Im Herbst will dort die Parfümerie Stephan einziehen, zusammen mit dem bisher separaten Modegeschäft „Stephan Fashion & Trends“. Bereits im April zog die Parfümerie übergangsweise auf die Verkaufsfläche von EP:Media in der Weißhofer Galerie. Der Grund: Der Nachfolger für die bisherigen Parfümerie-Räume stand schon in den Startlöchern. Zwei Monate wurde umgebaut und am vergangenen Freitag konnte Optik Leonhardt die neuen Räume in der Melanchthonstraße 13 eröffnen. Was nun mit den bisherigen Räumen von Optik Leonhardt geschieht, war noch nicht zu erfahren.

Bewegung auch in der Weißhofer Galerie

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass auch in der Weißhofer Galerie spätestens bis zum Weinmarkt im September zwei neue Mieter einziehen: Das Fachlädle von Inhaberin Katja Seebach zieht von seinem bisherigen Standort in der Pforzheimer Straße auf die Fläche des ehemaligen Jos Käsekuchen und die Firma Wohn & Co. aus Maulbronn bezieht die früheren Räumlichkeiten von Intersport Zimmermann im zweiten OG. Auch am bisherigen Fachlädle-Standort steht noch kein Nachfolger fest, wie der Brettener Bürgermeister Michael Nöltner auf Nachfrage mitteilt. „Ich halte diese Wechsel für sehr gut“, so der Bürgermeister, der den OB derzeit urlaubsbedingt vertritt.

Stadt war als Vermittler tätig

Nach Nöltners Worten hat die Stadt bei den jüngsten Standortwechseln eine “Schlüsselrolle“ gespielt: „Ich bin überzeugt, wenn wir uns als Stadt nicht engagiert hätten, hätten diese Rochaden so nicht funktioniert.“ Ein Beispiel für die städtische Vermittlertätigkeit sei, dass ins Obergeschoss des ehemaligen Goppelsröder-Gebäudes die Volkshochschule einziehen wird.

Weitere Leerstände warten auf Interessenten

Allerdings bleibt noch viel zu tun. Schon seit Jahren steht das Geschäft am Engelsberg/Ecke Gartenstraße leer. Seit dreieinhalb Jahren sucht Petra Sauer einen Nachfolger für ihr ehemaliges Schuhgeschäft in der Weißhofer Straße. Nun findet in den Räumen ein vierwöchiger Lagerverkauf statt. „Wir probieren das jetzt mal“, sagt Petra Sauer und hofft, dass daraus ein langfristiges Mietverhältnis wird. Auch Inhaberfamilie Schmidt hat für ihr vor anderthalb Jahren altershalber geschlossenes Café Hesselbacher über den beauftragten Makler bis jetzt noch keinen Nachfolger gefunden. Friedhilde Schmidt glaubt nicht, dass es dabei um den Preis geht, vielmehr sei noch kein passender Interessent dabei gewesen: „Wir wären froh, wenn wieder ein Café hinein käme.“
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