Gemälde statt leerer Schaufenster: Die Künstlerin Ursula Maria Steinbach will die Brettener Innenstadt verschönern

Ursula Maria Steinbach (Foto: wh)
Bretten: Innenstadt |

(ch) Verschlossene Ladentüren, leere oder mit Papier zugeklebte Schaufenster – diesen eher unattraktiven Anblick in der Brettener Innenstadt soll es, wenn es nach Ursula Maria Steinbach geht, bald nicht mehr geben.

Die auch im CDU-Stadtverband aktive Brettener Künstlerin hat angeregt, vorübergehend leerstehende Geschäfte lokalen Kunstschaffenden als Ausstellungsflächen zur Verfügung zu stellen. CDU-Fraktionschef Dr. Günter Gauß machte die Idee kürzlich im Gemeinderat bekannt.

Win-win-Situation

„Ich habe in Karlsruhe studiert, dort werden leere Geschäfte schon länger an Kunststudenten als temporäre Galerie vergeben“, berichtet Ursula Maria Steinbach, die ihren Vorschlag zuerst der Stadtverbandsvorsitzenden Waltraud Günther-Best vorgetragen hatte. An der Ladentür hänge dann ein Schild mit festen Öffnungszeiten. Die befristete Überlassung sei in der Regel unentgeltlich. „Das ist eine win-win-Situation für beide Seiten“, meint die Künstlerin. „Die Kunstschaffenden bekommen eine Chance, sich publikumsnah zu präsentieren, und die Innenstadt wird attraktiver.“ Sie verweist auch darauf, dass es - abgesehen vom Kunstverein und von Willi Gillis „Magazin“ - seit einigen Jahren in Bretten keine private Kunstgalerie mehr gebe.

Zustimmung vom Kunstverein und vom OB

Auf die Frage, ob auch sie selbst Interesse an einer solchen Ausstellungsmöglichkeit habe, antwortet die Künstlerin: „Auf jeden Fall.“ Im Zweifelsfall sei es immer besser, wenn die eigenen Bilder ausgestellt werden, statt im Atelier zu lagern. „Eine tolle Sache“, nennt der Vorsitzende des Brettener Kunstvereins, Wolfgang Dörenbecher, Steinbachs Vorschlag. „Wir stehen hinter allem, was die Kunst fördert.“ Anlässlich des Stadtjubiläums plane der Kunstverein selbst im September eine große, über die Innenstadt verteilte Ausstellung, für die man noch private Ausstellungsflächen suche. Auch Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff kann sich Kurzzeitgalerien zur Überbrückung von Leerständen „sehr gut vorstellen“, auch wenn es seines Wissens gerade gar nicht so viele Leerstände gibt. Selbstverständlich müssten erst die Eigentümer zustimmen.

Haus & Grund: "Jede verträgliche Nutzung besser als Leerstand"

Bei Haus & Grund, der Interessenvertretung der Haus- und Grundeigentümer in Bretten, bewertet man die Idee jedenfalls positiv. „Vielleicht würde dadurch auch der eine oder andere Mietinteressent auf ein Ladenlokal aufmerksam“, meint Geschäftsstellenleiterin Christine Radler. Und der Haus & Grund-Vorsitzende, Rechtsanwalt Jürgen Schumacher, ergänzt: „Grundsätzlich ist jede Art einer verträglichen Nutzung besser als Leerstand“ „Denn“, so gibt Schumacher zu bedenken, „wenn eine Immobilie zu lange leersteht, verliert sie an Wert.“
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