Kommentar: Stochern im Nebel

(Foto: Pixabay, Unsplash)

Kommentar von Christian Schweizer, Redaktionsleiter der Brettener Woche/kraichgau.news, zum Artikel "Diesel-Schadstoffe bisher kein Thema".

(swiz) Von Jahr zu Jahr schiebt sich eine wachsende Zahl von Autos, Lastwagen und Motorrädern über die Straßen des Brettener Stadtgebiets. Ob dafür nun vor allem der Binnen-, Quell-, Ziel- oder Durchgangsverkehr verantwortlich ist, daran scheiden sich die politischen Geister. Dass beim ständigen „Stop and Go” der Fahrzeuge aber auch immer mehr Schadstoffe in die Brettener Frischluft geblasen werden, ist unstrittig. In welchem Ausmaß dies geschieht, das weiß allerdings niemand. Der Grund: die Stadt hat es, anders als umliegende Gemeinden und Städte wie Bruchsal, Walzbachtal und Pfinztal, bis heute versäumt, sich einem Messprogramm der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) anzuschließen, bei dem die Belastung durch Feinstaub und Stickoxid an neuralgischen Verkehrspunkten ermittelt wird.

In einer Stadt, die seit Jahrzehnten wegen der steigenden Verkehrsbelastung eine Umgehungsstraße fordert, ist dies, gelinde gesagt, verwunderlich. Denn egal, ob die Ergebnisse der Messungen alarmierend oder beruhigend ausgefallen wären, die Stadt hätte die Werte nutzen können. Bei sehr hohen Werten hätte die Verwaltung, neben dem Empfehlungsbeschluss des Gemeinderats, ein weiteres Argument an der Hand gehabt, mit dem sie eine höhere Priorisierung der Ortsumgehung beim Verkehrsministerium erreichen könnte. Lägen die Messungen im moderaten Bereich, könnte man die Bürger, zumindest was die momentanen gesundheitlichen Auswirkungen des steigenden Verkehrs angeht, beruhigen. So tappt man bei der Analyse der Schadstoffbelastung weiter im Dunklen. Dies öffnet Spekulationen Tür und Tor.

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