Kopftuchdebatte? Längst Geschichte!

200 Seiten, die sich lesen wie Peter und Paul in Druckform. Ein neues Buch aus Bretten widmet sich dem Spätmittelalter - und schneidet auch kontroverse Theman an.

Bretten (mk) Das sind 200 Buchseiten, die Lust auf Geschichte machen: Das neu erschienene Buch "Um 1500. Das Ende des Mittelalters" beleuchtet viele Facetten des Alltagslebens im späten Mittelalter - darunter auch Überraschendes und Kontroverses. So beschäftigt sich Dr. Peter Bahn, Leiter des Brettener Museums im Schweizer Hof (Foto: vorne, 1.von rechts) in einem Aufsatz mit dem Kopftuch und weist nach, dass es sich historisch betrachtet um "ein ehrbares abendländisches Klei-dungsstück" handelt. "Das Buch zeigt, dass das Leben im Mittelalter mehr war als nur das landläufig bekannte Ora et Labora", sagte Oberbürgermeister Martin Wolff (rechts) bei der Präsentation des Buches.

Reminiszenz an Peter und Paul-Fest

Man könne die Sammlung als in Druck gegangene Reminiszenz an das Peter und Paul-Fest begreifen. "Das zeigt, dass das Fest zu Recht immaterielles Kulturerbe geworden ist", sagte der Peter-und-Paul-Stadtvogt Peter Dick (stehend, 2. von links) - denn in Bretten beschäftige man sich eben das ganze Jahr mit dem Mittelalter. Als "wunderbares Geburtstagsgeschenk zum Stadtjubiläum" bezeichnete der Verleger Thomas Lindemann (vorne Bildmitte) das Druckwerk. Das Buch beschäftigt sich außerdem mit Heilkunst und Brauereiwesen im Spätmittelalter, mit Prostitution der gesellschaftlichen Rolle der Frau. Letzteres war laut Peter Bahn gar nicht so einfach. Oftmals hätten Frauen wichtige Rollen im gesellschaftlichen Leben gespielt - oftmals blieben sie aber namenlos, da sie in der Geschichtsschreibung meist nicht persönlich er-wähnt worden seien.
Info: "Um 1500. Das Ende des Mittelalters" ist erschienen in Lindemanns Bibliothek, 200 Seiten, 19,80 Euro, und ist erhältlich in der Stadtinformation, im Museum im Schweizer Hof und im Buchhandel.
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