Streik für den Erhalt des Kauflands in Bretten: „Wir wollen bleiben!“

Mehr als 50 Menschen, darunter ein Teil der Kaufland-Belegschaft aus Bretten, Pforzheim und Karlsruhe mit ihrer Gewerkschaft, haben am Mittwoch, gegen 9.30 Uhr, vor dem Rathaus für den Erhalt des Kauflands an der Melanchthonstraße demonstriert.

Bretten (hk) „Wir lassen uns nicht vertreiben! Wir wollen bleiben!“, lautete die Forderung, die am Mittwochmorgen durch die Gassen der Brettener Innenstadt hallte. Mehr als 50 Menschen – darunter ein Teil der Kaufland-Belegschaft aus Bretten, Pforzheim und Karlsruhe mit ihrer Gewerkschaft – hatten sich zuvor auf dem Kaufland-Parkplatz an der Melanchthonstraße zusammengefunden. „Wir haben uns hier versammelt, um für den Erhalt des Standortes zu kämpfen“, so Thomas Schark von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Der Sekretär des Bezirkes Mittelbaden/Nordschwarzwald, sehe die Schließung eines Nahversorgers in der Innenstadt mit Besorgnis. „Die Nahversorgung muss erhalten bleiben. Löhne und Gehälter müssen steigen“, erklärte er weiter.

Schließung droht 2019

Gegen 9.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug mit wehenden Fahnen und Trillerpfeifen in Bewegung. Mit Unterstützung von Mitarbeitern der IG Metall ging es vom Parkplatz zum Marktplatz bis schließlich zum neuen Rathaus. Friedlich wollte man auf diese Weise für den Erhalt des Kauflandes ein Zeichen setzen. 2019 droht der Filiale die Schließung, bis dahin soll sie als Ausweichstelle dienen, da zwischenzeitlich der Markt auf der Diedelsheimer Höhe für Umbauarbeiten schließen wird. Eine 73-jährige Kundin, die sich dem Warnstreik angeschlossen hat, kann dies nicht nachvollziehen. Sie rechne zwar damit, dass die Nahversorgung in der Melanchthonstraße mit einem anderen Markt weiterhin gewährleistet wird, doch die Angst nicht mehr mit ihrer kleinen Rente zurechtzukommen sei sehr groß. Der Einkauf auf der Diedelsheimer Höhe komme für sie schon allein aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität nicht infrage.

Unterschriften werden an OB übergeben

Vor dem Rathaus angekommen wurden eine schriftliche Erklärung der Gewerkschaft sowie die bisher gesammelten Unterschriften der Bürger an Oberbürgermeister Martin Wolff überreicht. In seiner Ansprache verriet Wolff, warum ihm der Erhalt der Filiale besonders am Herzen liege: In dem damaligen Handelshof habe er als Schüler seinen ersten Nebenjob ausgeführt. Nun versprach er, die Botschaft der Bürger an die Kaufland-Betreiber, die er noch in dieser Woche treffen werde, zukommen zu lassen. „Solange man miteinander reden kann, sind Lösungen möglich“, erklärte Wolff. Auch er möchte sich nach eigenem Bekunden für den Erhalt des Kauflands an diesem Standort und für die dortigen Arbeitsplätze
einsetzen.
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