Vogelgrippe-Fälle in Karlsruhe sorgen nicht für größere Beunruhigung

Bei Trauerschwänen in Karlsruhe ist die Vogelgrippe festgestellt worden. (Foto: Pixabay, hansbenn)

Sorge ja, Panik nein. Die Schwäne, die im Neureuter Vogelpark in Karlsruhe dem H5N8-Virus, auch Vogelgrippe genannt, zum Opfer fielen, haben die Lage für die regionalen Erzeuger von Freilandeiern im Landkreis Karlsruhe und Enzkreis nicht weiter verschärft.

Landkreis Karlsruhe/Enzkreis. (wh) Sorge ja, Panik nein. Die Schwäne, die im Neureuter Vogelpark in Karlsruhe dem H5N8-Virus, auch Vogelgrippe genannt, zum Opfer fielen, (wir berichteten) haben die Lage für die regionalen Erzeuger von Freilandeiern im Landkreis Karlsruhe und Enzkreis nicht weiter verschärft. „Ich hoffe, dass es an uns vorbei geht“, sagt Heiko Leis vom Bauernhof Leis in Flehingen. Auch Wieland Eberle von der Störrmühle in Knittlingen ist nicht übermäßig besorgt: „Der Enzkreis ist nicht das typische Gebiet, in dem Zugvögel rasten“.

Stallpflicht endete am 31. Januar

Bereits von November an bestand eine baden-württembergweite Stallungspflicht, die am 31. Januar endete. „Die Stallpflicht war eine reine Vorsorgemaßnahme“, erklärt Leis. In Baden-Württemberg hat es noch keine Funde von H5N8 bei Nutztieren gegeben. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz nahm nun eine risikoorientierte Neubewertung vor und gibt eine Aufstallungspflicht bis zum 15. März nur noch für einzelne Landkreise aus, darunter Heilbronn und Hohenlohe.

Rund um den Neureuter Vogelpark wurde nach den Funden ein Sperrbezirk von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet im Umkreis von 10 Kilometern auf den Gemarkungen der Landkreiskommunen Stutensee, Eggenstein-Leopoldshafen und Linkenheim-Hochstetten eingerichtet. Hier registrierte Gefügelhalter wurden von Amtsveterinären des Landratsamts Karlsruhe geprüft, klinische Auffälligkeiten seien dabei jedoch nicht festgestellt worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Kalrsruhe. „Erste Untersuchungsergebnisse waren negativ“, so der Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung Dr. Joachim Thierer.

Keine Ansteckungsgefahr für Menschen

Trotzdem setze man auf dem Bauernhof Leis bereits seit November die vom Ministerium empfohlenen verschärften Hygienemaßnahmen um. So auch in Knittlingen: „Wir haben die hygienischen Maßnahmen deutlich erhöht“, sagt Eberle. Mehrmals täglich würden die Angestellten durch Desinfektionswannen laufen, erklärt der Teamleiter. Die Hygienestandards waren aber auch schon lange vor dem Ausbruch der Vogelgrippe 2016 auf einem sehr hohen Niveau. So gebe es für jeden Stall ein eigenes paar Schuhe und fremde Personen haben grundsätzlich keinen Zutritt zu den Ställen. Verbraucher müssen sich im Übrigen keine Gedanken über eine Ansteckung machen. Menschen können sich nicht mit dem H5N8-Virus infizieren.

Regionale Vermarktung gibt Sicherheit

Während in Norddeutschland die langanhaltende Stallpflicht für manche Betriebe zu teils einschneidenden wirtschaftlichen Einbußen geführt hat, sind die Sorgen der hiesigen Erzeuger noch gering: „Wir haben eine sehr gute Kundenbindung, auch zu den regionalen Einzelhändlern“, so Wieland.

Auch Heiko Leis setzt auf eine regionale Vermarktungsstrategie: „Da wir unsere Eier überwiegend direkt und regional vermarkten, hielte sich der wirtschaftliche Schaden wohl eher in Grenzen“. Seine Bio-Eier dürften auch trotz verlängerter Stallpflicht weiterhin als Bio-Eier deklariert werden.
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