Ziel bleibt die barrierefreie Stadt

Aufmerksamkeitsfelder und Leitlinien auf dem Gehweg wurden in den letzten zwei Jahren am ovalen Kreisel nachgerüstet.
 
Die Anpassung des ovalen Kreisels an der Zähringer und Rinklinger Straße hat eine wesentliche Bedeutung für sehbehinderte Menschen.

2017 sind weitere Verbesserungen im öffentlichen Raum, die das Leben von Menschen mit körperlichen Behinderungen betreffen, geplant. Dennoch kann man schon jetzt einen Blick darauf werfen, wie barrierefrei die Stadt Bretten gestaltet wird.

Bretten (hk) Abgeflachte Bordsteinkanten für Rollstuhlfahrer, akustische Ampeln für Blinde und Aufzüge für Gehbehinderte - die Barrierefreiheit einer Stadt bestimmt darüber, inwieweit Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen am öffentlichen Leben teilhaben können. Auch auf politischer Ebene ist Barrierefreiheit ein Thema: So setzte der Deutsche Bundestag im Jahr 2002 das Gesetz über die Gleichstellung von behinderten Menschen (BGG) in Kraft, das die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes verordnet. Wir wollten wissen: Was hat die Stadt Bretten in dieser Hinsicht getan?

Zu kurze Geländer können lebensgefährlich sein

„Einige Treppengeländer sind meist eine Stufe zu kurz“, stellt Stadträtin Brigitte Schick fest. Für seh- oder gehbeeinträchtigte Menschen wie sie eine große Hürde. Warum das so ist, kann sie sich nur so erklären: Oft werden Geländer lediglich als gestalterische Elemente eingesetzt. Dabei müssen sie nicht zwingend bis zur letzten Stufe führen, wenn ästhetische Aspekte im Vordergrund stehen. Für seh- oder gehbehinderte Menschen ist ein Geländer aber eine wichtige Mobilitätshilfe. Wenn das Geländer vorzeitig zu Ende geht und es folgt eine weitere Stufe, muss man sich auf der letzten Stufe drehen. Das kann unter Umständen zu einem Sturz führen und lebensgefährliche Folgen haben, bemerkt Schick. Es sei ganz selten, dass die Geländer wirklich ausreichend lang sind. „Das sind Dinge, wo ein Umdenken stattfinden muss.“ Auf Anfrage der Brettener Woche teilt der städtische Pressereferent Markus Klohr mit, dass entsprechende Maßnahmen bereits in die Wege geleitet worden seien. Ein Treppengeländer für die Lutherstraße und neue Handläufe für sanierte Treppen „Am Hagdorn“ können voraussichtlich Anfang 2017 angebracht werden.

Ampeln als Kommunikationshilfe

Ampeln zählen, sofern mit akustischen Signalen ausgestattet, zu den wichtigsten Kommunikationshilfen für sehbeeinträchtigte Menschen. Allerdings sind einige Fußgängerampeln, zum Beispiel in der Pforzheimer Straße, nicht mit Akustik und Vibration ausgestattet. So müssen Personen mit Sehbeeinträchtigung auf ihr Gehör vertrauen und warten, bis die Autos anhalten. Wenn kein Auto kommt, können sie unter Umständen nicht feststellen, ob die Straße für die Überquerung freigegeben ist. „Die Stadtverwaltung Bretten ist bemüht, die Ampeln Zug um Zug mit akustischen Signalen nachzurüsten“, stellt Klohr in Aussicht. Da die Pforzheimer Straße allerdings, obwohl Bundesstraße, in der Verantwortung des Landratsamtes liegt, muss die Stadtverwaltung neue Vereinbarungen mit dem Landkreis treffen. Dies betreffe die Ampeln im Bereich zwischen Aral-Tankstelle und Gottesackertor. „Sobald die Neuregelung abgeschlossen ist, werden alle Ampeln auf der Pforzheimer Straße mit Blinden-Signalen ausgestattet“, so Klohr.

Einiges wurde schon erreicht

Im Großen und Ganzen aber sei die Barrierefreiheit in der Stadt ausreichend, vor allem durch Maßnahmen der vergangenen Jahre, stellt Stadträtin Schick fest. Zum Beispiel durch die Anpassung des ovalen Kreisels an der Zähringer und Rinklinger Straße vor rund zwei Jahren. Dort wurden Aufmerksamkeitsfelder und Leitlinien auf dem Gehweg nachgerüstet. Zu diesen Maßnahmen gehören auch neue Zebrastreifen, wie an der Kreuzung zwischen der Alten Wilhelmstraße und der Pforzheimer Straße sowie neu installierte Ampeln mit akustischen Signalen. „Zu sagen, ich kann nun sicher über die Straße gehen, tut gut“, beschreibt Schick das entspannende Gefühl. Ein genauer Blick zeigt, dass die bereits umgesetzten Maßnahmen im Zuge des BGG Früchte tragen. Dennoch arbeitet die Stadtverwaltung weiter an einer barrierefreien (Neu-)Gestaltung des öffentlichen Raums. Wie Pressesprecher Klohr mitteilt, ist inzwischen durch die Erhöhung der Bordsteine der barrierefreie Zugang zu den Niederflurbussen an den Bushaltestellen in der Sporgasse und an der Nußbaumerstraße möglich. Im Rahmen des Stadtjubiläums seien weitere Erneuerungen zu erwarten: Die Ecke Brunnen-/Bürgerstraße in Bauerbach und die Georg-Wörner-Straße werden mit ertastbaren Bodenleitsystemen ausgestattet.
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