Zwischenbilanz beim Hochwasserschutz in Bretten: Was wurde bisher umgesetzt?

Das Hochwasser 2013 hat Bretten stark zugesetzt. (Foto: tpm)
Bretten: Stadtverwaltung |

Seit vier Jahren geht in Bretten das Überschwemmungstrauma um. Anfang Juni werden viele Brettener - und auch zahlreiche betroffene Bewohner in der Region - nervös.

Bretten (ch) Besorgte Blicke richten sich gen Himmel, das Wetter wird mehr als sonst beobachtet und offizielle Unwetterwarnungen vor „schweren Gewittern, teils mit Sturmböen, Starkregen, Hagel und/oder vielen Blitzen“ – wie dieser Tage wieder – rufen bei vielen böse Erinnerungen wach. Gleich drei Mal innerhalb von nur vier Jahren hat es Bretten und Teile der Region getroffen: Am 1. und 2. Juni 2013 durch ein klassisches Hochwasser, am 6. Juni 2015 und am 8. Juni 2016 jeweils durch lokal begrenzte Starkregen. Hunderte überschwemmte Keller, Privat- und Geschäftsräume sowie teils erhebliche finanzielle Schäden waren die Folge, nicht zu sprechen von den seelischen Belastungen. Anlass genug für die Brettener Woche/kraichgau.news, bei der Brettener Stadtverwaltung nachzufragen, welche Schutzmaßnahmen an einigen von Überflutung besonders betroffenen Stellen im Stadtgebiet bislang ergriffen worden sind. Ein Ergebnis vorab: Es kommt nicht nur auf kommunale und behördliche Schutzmaßnahmen an, sondern in etlichen Fällen auch auf private Schutzvorkehrungen.

Dammerhöhungen und Entwässerungsrinnen

Wir dokumentieren im Folgenden die stichwortartigen Antworten der Stadtverwaltung auf die Frage nach den an bekannten neuralgischen Punkten umgesetzten Schutzmaßnahmen. Am häufigsten wurde bisher die Brettener Kernstadt getroffen.
1. Zwei Mal setzte eine Flutwelle aus Richtung Großer Wald/Salzhofen die dortigen Höfe, die Pforzheimer Straße, Teile des Kraichgau-Centers und der Innenstadt unter Wasser. Umgesetzte Maßnahmen: „Dammerhöhung am ersten Querweg, Enggraben zur Verbesserung der Abflussverhältnisse ausgebaggert.“
2. 2015 wälzte sich eine Flutwelle in Form einer Schlammlawine vom Steiner Pfad durch das Wohngebiet zum Kraichgau-Center und in die Bahnunterführungen. Umgesetzte Maßnahmen: „Verwallungen zum Schutz der Gebäude hergestellt, zusätzliche Entwässerungsrinnen, Einläufe im Feldweg eingebaut."

Mahnung zu privatem Objektschutz

3. Überschwemmungen in Pforzheimer Straße/Kraichgau-Center - umgesetzte Maßnahmen: „Privater Objektschutz erforderlich.“
4. Von den Überschwemmungen auf Wilhelmstraße/ovaler Kreisel war zwei Mal besonders schwer die Jugendmusikschule betroffen. Umgesetzte Maßnahmen: „Hochwasserschutzmauer an Jugendmusikschule errichtet.“
5. Ausgehend von der B35 wurden Im Brettspiel und in anschließenden Wohnstraßen Privaträume geflutet. Umgesetzte Maßnahmen: „Öffentlicher Bereich: Erhöhung eines Kontrollschachtes im Bereich der Wohnanlage geplant, in privaten Gebäuden ist der Rückstauschutz der Untergeschosse nachzurüsten bzw. teilweise nicht vorhanden.“
6. Auch der Reitclub wurde überschwemmt. Umgesetzte Maßnahmen: „Privater Objektschutz erforderlich.“

Noch ausstehende Maßnahmen

Auch einige Brettener Ortsteile waren zum Teil erheblich von Überschwemmungen betroffen.
7. In Ruit setzte eine Flutwelle von der Bauschlotter Straße die Ortsmitte unter Wasser. Umgesetzte Maßnahmen: „Umbau von normalen Straßenabläufen auf sogenannte Bergeinläufe zur schnelleren Aufnahmen von Oberflächenwasser in der Bauschlotter Straße, Umsetzung in ca. 3 Wochen. Erhöhung des Schutzdamms am Beginn der Bachverdolung oberhalb von Ruit bereits im Frühjahr realisiert.“
8. In Diedelsheim wurden in der Schwandorfer Straße und im Langwiesenweg zwei Mal private Keller, Wohn- und Geschäftsräume überflutet. Umgesetzte Maßnahmen: „Für die Umsetzung der Hochwasserschutzplanung am Saalbach ist umfangreicher Grunderwerb erforderlich. Verhandlungen sind größtenteils zum Abschluss gebracht.“

Planungen laufen noch

9. In Gölshausen wurden in der Oberdorfstraße private Keller, Garagen und Wohnräume überschwemmt. Umgesetzte Maßnahmen: „Erforderlicher privater Objektschutz für Untergeschosse ist teilweise nachgerüstet worden. Seitens der Stadt laufen die Planungen zum Umbau dreier, kleiner Verdolungseinläufe auf zwei große, leistungsfähige Einlaufbauwerke am Beginn der Oberdorfstraße. Baubeginn noch in 2017.“
10. Gölshausen, Adenauer Straße – umgesetzte Maßnahmen: „Entwässerungsrinnen und Vereinbarung mit Landwirt: Er hat eine Blumenwiese angepflanzt, um die Abschwämmungsgefahr zu reduzieren.“
11. Auch in Rinklingen wurden private Untergeschosswohnungen und Keller überflutet. Umgesetzte Maßnahmen: „Betroffene private UG/Keller sind auf mangelhaften Rückstauschutz zurückzuführen. Technische Beratungsgespräche haben stattgefunden; Nachrüstung erforderlich."
12. Der Sportplatz des TSV Rinklingen verwandelte sich zeitweise in einen See. Umgesetzte Maßnahmen: "Verwallung Sportplatz/Trainingsplatz, Verfüllung Entwässerungsgraben.“

Mehr zum Thema Hochwasserschutz lesen Sie auf unserer Themenseite Hochwasser
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.