Hubertusmesse unter freiem Himmel

(Foto: kk)

Zur Eröffnung seines ersten „Naturtages“ hatte der Jagd-Hegering Bruchsal zu einer „Hubertusmesse“ unter freiem Himmel auf dem Gelände des VSZO Obergrombach im Gewann „Spesental“ eingeladen.

Bruchsal-Obergrombach (kk) Zur Eröffnung seines ersten „Naturtages“ hatte der Jagd-Hegering der Jägervereinigung Bruchsal zu einer „Hubertusmesse“ unter freiem Himmel auf dem Gelände des VSZO Obergrombach im Gewann „Spesental“ eingeladen. Als Mitwirkende konnten die Jäger den Bruchsaler Geistlichen Edgar Neidinger und die Parforce-Horn-Bläser „Hubertus“ aus Heidelberg gewinnen. Der für seine unkonventionelle Art bekannte Neidinger verblüffte gleich zu Messebeginn die mehrere hundert Menschen umfassende Besucherschar. „Jahrzehntelang haben sich Generationen von Messdienern gefragt: Was hat der Pfarrer wohl 'unter' den Messgewändern an?“, begann Neidinger und schritt hinter dem mit Feldblumen und einem Hirschgeweih dekorierten Altar zur Tat: Er zog ein Teil nach dem anderen seines Priesterornats aus und erläuterte seine Demonstration mit erläuternden Worten: „Dies ist meine Stola“ oder „Das ist das Messgewand“.

Verzicht auf Predigt

Nachdem er sich wieder ordnungsgemäß angekleidet hatte, folgte die nächste Überraschung: „Ich habe mit den Heidelberger Bläsern schon mehrere Messen abgehalten, und um die Wirkung der Hörner voll zur Geltung kommen zu lassen, verzichte ich heute auf eine Predigt!“ Zur Einführung ließ es sich Neidinger jedoch nicht nehmen, über den Schutzpatron der Jäger, den „Heiligen Hubertus“, zu referieren. Hubertus wurde im Jahre 655 nach Christus geboren und diente am Hof des Karolinger Königs Pippin. Seine Frau starb im Kindbett und aus Kummer darüber suchte Hubertus sieben Jahre lang Trost bei der Jagd, bis zu einem Schlüsselerlebnis: Im Jahre 705 wurde er Bischof von Maastricht.

Musik hallt aus dem Wald wider

Die „Hubertus-Bläser“ setzten die Hubertusmesse mit „Kyrie“ oder „Gloria“ tadellos um, sodass die Musiktöne aus dem nahen Wald widerhallten. Die „Fürbitten“ gingen auf die „Schönheiten der Natur“ ein und forderten zum „verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung“ auf, denn „der Mensch braucht die Natur – aber braucht die Natur den Menschen?“. Zum Beschluss riet Neidinger den Gottesdienstbesuchern „Lasset es Euch schmecken!“ und gemeinsam stimmten Hornbläser und Besucher „Großer Gott, wir loben Dich!“ an.
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