Änderung bei Express-Zügen ab 2022 stößt auf geteiltes Echo: Droht Pendlern Verschlechterung?

(Foto: AVG)
Karlsruhe: Albtal-Verkehrsgesellschaft |

(ch) Für Pendler aus Bretten und der Region sind sie ein echtes Plus: Die Expresszüge der Stadtbahn, die nicht an jeder Station halten, verkürzen den Weg zur Arbeit und zurück deutlich.

Doch vor einer Woche wurde bekannt, dass die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) diese Expresszüge, darunter die stündlichen Eilzüge von Karlsruhe über Bretten nach Heilbronn, ab 2022 nicht mehr anbietet. Der Grund: Landesverkehrsministerium, Landkreis, Stadt Karlsruhe und AVG haben sich darauf geeinigt, dass diese lang laufenden Linien, die nicht durch die Karlsruher Innenstadt führen, künftig europaweit als Eisenbahnverkehr ausgeschrieben werden.

Ausnahmen: Kraichgau-Sprinter und S31/S32

Mit zwei Ausnahmen: Die Zukunft der S4-„Kraichgau-Sprinter“ entscheidet sich an der weiteren Finanzierung durch den Landkreis. Und mit Hilfe eines Gutachtens soll noch geklärt werden, ob die Linie S31/S32 von Karlsruhe über Bruchsal nach Menzingen/Odenheim künftig nicht mehr durch den Karlsruher Hauptbahnhof, sondern durch die Innenstadt geführt wird.

"aktive" befürchten Verschlechterung

„Die Einstellung der S4-Expresslinie wäre eine Verschlechterung der Brettener Infrastruktur“, kritisiert Jörg Biermann, Fraktionschef der „aktiven“ im Brettener Gemeinderat. Er fordert OB Martin Wolff auf, sich für ihren Erhalt einzusetzen.

Bürgermeister sieht Chance für mehr Expresszüge

Stellvertretend für den OB antwortet Bürgermeister Michael Nöltner: “Unser größtes Interesse liegt darin, die Verbindungen zu sichern und, falls möglich, mit einem neuen Betreiber auszubauen.“ Entscheidend sei, dass es die Expresszüge weiterhin gebe und dass sie pünktlich seien. In jeder Veränderung stecke auch eine Chance, meint Nöltner. Seiner Ansicht nach sollten „zukünftig alle Wagen mit Toiletten ausgestattet sein, eine höhere Fahrradmitnahmekapazität haben und barrierefrei sein, mehr Sitzkomfort auf längeren Strecken bieten, und ab 2022 könnte vielleicht auch WLAN Standard sein.“
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