Neuer Klang zum Lobe Gottes / Gemeinde der Kreuzkirche in Unteröwisheim nimmt Overmann-Orgel wieder in Betrieb

Die von Grund auf restaurierte Overmann-Orgel in Unteröwisheim war ein idealer Begleiter für den Kirchenchor der Kreuzkirche unter der Leitung von Ilse Heizmann-Ernst.
 
Gemeinsam füllten sie die Kreuzkirche mit mächtigem Schall: die von Grund auf restaurierte Overmann-Orgel mit Dr. Martin Kares und der Posaunenchor unter der Leitung von Eckehard Ockert beim "Marche triomphale" für Orgel und Bläser.

Mit dem Choral "Nun danket alle Gott" ließ die von Grund auf restaurierte Orgel in der Kreuzkirche von Unteröwisheim zum ersten Mal wieder nach fast zwei Jahren ihre voluminöse und wohlklingende Stimme ertönen mit Dr. Martin Kares, Leiter des Orgel- und Glockenprüfungsamtes der Badischen Landeskirche, am Spieltisch.

In einem Festgottesdienst mit Bläsern und Chor nahm die Gemeinde ihre Orgel erneut in Betrieb. Fast 200 Jahre ist sie alt und ein Werk von Wilhelm Friedrich Overmann aus Heidelberg. Manche Veränderung hatte sie in ihrem Orgelleben erfahren, die ihr nicht immer zum Besten dienten. Ein Wasserschaden im Jahr 2001 machte eine Reparatur nötig. Doch der angefragte Orgelbaumeister Martin Vier aus Friesenheim lehnte ab. "Dieses wertvolle und eigentlich wohlklingende Instrument braucht eine gründliche Behandlung", sagte Vier. "Eine reine Schadensbehebung wird ihm nicht gerecht."

"Große Sanierung" statt reiner Schadensbehebung

So entschloss man sich in Unteröwisheim auf diese "große Sanierung" hinzuarbeiten mit einem Kostenvolumen von rund 150.000 Euro. Es gründete sich ein Orgelunterstützerkreis, der Spenden sammelte mit vielen verschiedenen Aktionen. Unermüdlicher Motor in der Gemeinde war Martin Mosebach. Man erarbeitete einen Maßnahmenplan, sammelte Spenden - insgesamt 70.000 Euro - und stellte Zuschussanträge. Die Orgelbauerwerkstatt von Martin Vier hat die Spielanlage und Mechaniken rekonstruiert, das Oberwerk und das Hauptwerk restauriert und für den Gemeindegesang das Register „Cornet“ um drei Töne erweitert. Damit die Pfeifen immer frischen Wind bekommen, hat man neue Holzkanäle eingesetzt. Die Pedalanlage und den Spieltisch hat man gänzlich neu gebaut. Für den senkrechten Stand der Orgel hat die Zimmereifirma Majer aus Oberöwisheim eigens die Empore in der Kreuzkirche noch bearbeitet. Am Sonntag glänzte dann die Orgel in ihrer klassischen Form mit aufpolierten Prospektpfeifen an der Vorderfront und erfreute die Gemeinde und alle Orgelfreunde mit ihrem Klang.

Mächtiger Klang mit Chor, Bläsern und neu restaurierter Orgel

Alle kirchenmusikalischen Kräfte wirkten zusammen, um der neuen Orgel ihre Referenz zu erweisen. Der Kirchenchor unter Ilse Heizmann-Ernst und der Posaunenchor unter Eckehard Ockert stimmten gemeinsam mit der Orgel ins Lob Gottes ein und ebenso die Gemeinde. Krönender Abschluss war ein "Marche triomphale" mit Orgel und Bläsern, der die große Kirche mit mächtigem Schall füllte. "Musik tröstet, macht froh und dankbar und führt zusammen", sagte Pfarrer Jochen Stähle in seiner Predigt. Dies war am gestrigen Sonntag in der Kreuzkirche in besonderer Weise erlebbar. Martin Vier erläuterte nach dem Gottesdienst die Restaurierung direkt am Instrument und Dr. Martin Kares stellte mit Klangbeispielen die einzelnen Pfeifenfamilien vor. Am frühen Nachmittag gab es noch einen orgelmusikalischen "Nachtisch" mit Simon Becker, der aus Unteröwisheim stammt. Man darf sich sicherlich auf künftige Orgelkonzerte freuen. "Unsere Orgel freut sich über jeden, der sie sonntags zum Gottesdienst besucht und mit ihr zusammen singt - Lieder der Freude und der Ermutigung, aber auch gegebenenfalls der Trauer und des Nachdenkens", sagte Pfarrer Jochen Stähle.
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