Von Wanderung bis Talentförderung: Arbeitskreis organisiert die Integration von Flüchtlingen auf dem Land

Treffen der ehrenamtlichen und professionellen Flüchtlingsbetreuer: (von links) Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Hauser, AK-Mitglied Helene Edin, Pfarrerin Ulrike Trautz, Einrichtungsleiter Frank Kalenda sowie die Ehrenamtlichen Tatjana Mohr und Anja Bauer. (Foto: gh)
Kürnbach: Arbeitskreis Flüchtlinge unter uns |

(gh) Seit September 2015 gibt es in Kürnbach den Arbeitskreis „Flüchtlinge unter uns“, kurz FUU. Darin treffen sich engagierte Bürger, denen die Gemeinschaft im Ort wichtig ist und die sich deshalb auch um die Aufnahme geflüchteter Menschen kümmern.

Als in Kürnbach eine Einrichtung für „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ in der ehemaligen Musikakademie eröffnet wurde, stellte sich dem Arbeitskreis eine neue Aufgabe. Fast 50 junge Männer aus Afghanistan, Irak, Syrien und afrikanischen Ländern im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden fast zeitgleich in Kürnbach untergebracht.


Tag der offenen Tür mit Hilfe aus vielen Vereinen

Als ersten großen Event organisierte der FUU-Kreis einen Tag der offenen Tür mit tatkräftiger Hilfe aus vielen Vereinen. „Das ehrenamtliche Engagement funktioniert gut in Kürnbach“, lobt Helene Edin ihre Mitbürger. Die Schulleiterin im Ruhestand engagiert sich im FUU-Kreis. „Ich war sehr bewegt, als ein junger Mann aus Afghanistan seine Flucht beschrieb und seinen Wunsch ausdrückte, bei uns leben zu dürfen“, erzählt Helene Edin.

Eine neue Heimat finden

Aktuell hat ihr Mann Berthold Edin eine Wanderung mit den Jugendlichen organisiert. In zwei Stunden liefen sie zur Ravensburg. Tatjana Mohr erklärte als Biologin den Jungs die Landschaft und die typischen Pflanzen und auch die Ortsgeschichte. Das Interesse bei den jungen Männern war beachtlich, eine neue Heimat finden ist ein wichtiges Thema für sie.

Arbeitskreis vermittelt Flüchtlinge an Vereine

Weitere Angebote des Arbeitskreises FUU sind Vermittlungen zu Vereinen, die Unterstützung von Talenten, das Organisieren von Fahrrädern und vieles mehr. Zusammen mit dem Ökumenischen Jugendtreff wurde im Dezember eine interkulturelle Weihnachtsfeier durchgeführt, die bei den jungen Flüchtlingen zu einer guten Stimmung führte. In regelmäßigen Treffen mit der Hausleitung werden neue Aktionen geplant. Am ersten Juni traf sich der Kreis mit Frank Kalenda vom Internationalen Bund, der seit April 2017 die Einrichtung leitet.
Der FUU-Arbeitskreis kümmert sich darüber hinaus aber auch um Flüchtlingsfamilien, die inzwischen in Kürnbach wohnen. Konversationskurse in Deutsch sind dabei das jüngste Projekt, das nicht nur Geflüchteten zu Gute kommt.
Mehr über die Kürnbacher Flüchtlingsbetreuer unter http://www.kuernbach.de/unsere-gemeinde/fuu-fluechtlinge-unter-uns.html
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