Infrastruktur erhalten und Breitband ausbauen: Kürnbachs Bürgermeister Ebhart im Redaktionsgespräch

Erhalten geht vor Gestalten: Kürnbachs Bürgermeister Armin Ebhart während des Redaktionsgesprächs bei der Brettener Woche.
 
Armin Ebhart will trotz knapper Kasse in die Zukunft Kürnbachs investieren.
Kürnbach: Rathaus |

(ch) Gastronomisches Angebot, ärztliche Versorgung und schnelles Internet, diese und andere Aufgaben der kommunalen Grundversorgung fordern zurzeit Armin Ebharts ganze Aufmerksamkeit. Gut sieben Monate nach seinem Amtsantritt hat der im Februar neu gewählte Bürgermeister von Kürnbach im Redaktionsgespräch bei der Brettener Woche seine Schwerpunkte erläutert.

Armin Ebhart trägt wie üblich eine volkstümliche Lodenjacke, die fast schon sein Markenzeichen geworden ist und zusammen mit einem leichten Akzent seine bayrische Herkunft unterstreicht. Erst 2014 ist der Verwaltungsbeamte seiner aus Vaihingen an der Enz stammenden Frau Sabine Ebhart zuliebe vom oberpfälzischen Amberg ins Illinger Rathaus gewechselt, wo er zuletzt für Ortsentwicklung zuständig war. Mehr noch als zu entwickeln, sieht er sich als Bürgermeister von Kürnbach jedoch zunächst mit der Notwendigkeit, zu bewahren, konfrontiert.

Gastronomische Lücke in der Ortsmitte

Vor allem das Fehlen einer ständigen Einkehrmöglichkeit in der Ortsmitte bereitet dem 38-jährigen Rathauschef Sorgen. Nachdem für das Gasthaus Lamm Mitte Februar 2017 ein zweiter Zwangsversteigerungstermin angesetzt wurde, ist die gastronomische Zukunft an dieser Stelle ungewiss. „Wir haben eine Erhaltungssatzung aufgelegt“, sagt Armin Ebhart. Diese beziehe sich jedoch nur auf die Erhaltung der äußeren Erscheinung des nicht denkmalgeschützten Gebäudes, lasse dessen künftige Nutzung jedoch offen. Offen lässt der Bürgermeister auch die Frage, ob die Gemeinde selbst an einem Erwerb interessiert ist. Für ihn stelle sich vielmehr die Frage: „Wie bekomme ich eine nachhaltige Entwicklung rein, gibt es Investoren?“ Möglichen Interessenten sichert er zu: „Wer dort etwas schaffen will, hat die volle Unterstützung der Gemeinde.“ Bedarf für eine gut-bürgerliche Gastronomie, zumal in so zentraler Lage, sei im Weinbauort Kürnbach mit seinen Wanderwegen und Naherholungsangeboten auf jeden Fall vorhanden.

Niederlassungswilliger Zahnarzt gesucht

Neben einem Investor und Betreiber für das Gasthaus sucht Kürnbach auch einen niederlassungswilligen Zahnarzt. Zwar ist die gesundheitliche Versorgung der rund 2300 Einwohner mit einem Allgemeinmediziner und einer Apotheke momentan noch nicht kritisch, aber der Bürgermeister weiß auch, dass der Trend inzwischen „eindeutig zu Ärztezentren“ geht. Darum bemüht sich die Gemeinde im Gespräch mit Eigentümern um geeignete Räumlichkeiten.

Investitionen in dörfliche Infrastruktur

Investitionsbedarf sieht Armin Ebhart vordringlich bei Erhaltung und Ausbau der dörflichen Infrastruktur. Dies beginnt bei den beiden evangelischen Kindergärten und der Grundschule. Sie sollen ebenso wie etliche Privatanwesen von Kürnbachs Aufnahme ins Landessanierungsprogramm profitieren, worum sich die Gemeinde bemüht. Auch die Sanierung von Ortsstraßen werde „sehr viel Geld kosten“, prophezeit der Bürgermeister.

Beim Ausbau der Breitbandversorgung "vorne mit dabei"

Dasselbe gilt für die Versorgung der Gemeinde mit schnellem Internet. „Da sind wir mit der Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH vorne mit dabei“, freut er sich. Allerdings können zunächst nur die an der geplanten Haupttrasse liegenden Firmen und Privatanlieger direkt mit Glasfaser versorgt werden. Alle übrigen Haushalte profitieren von bis zu 50 Mbit/s, was laut Ebhart für den ländlichen Raum sehr gut ist. Und was die kommunalen Kosten von rund 600.000 Euro anbelangt: „Für eine kleine Gemeinde wie uns ist das sehr, sehr viel Geld, aber für die Zukunft muss man auch investieren“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.
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