Wie fährt eigentlich ein Crashtest-Dummy auf einem E-Bike?

Professor Martin Pfeiffer (links) informierte die LeserInnen über sein Forschungsprojekt "Bike-Safe".

Interessanter Auftakt des Ferienprogramms der Brettener Woche: "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör"

Pforzheim (ger) Im Windfang des Gebäudes T1 der Hochschule Pforzheim steht ein kleiner Rennwagen. Eine erste Gelegenheit für Professor Martin Pfeiffer den Teilnehmern des Brettener Woche-Ferienprogramms zu erläutern, dass an der Hochschule Wert auf die Praxis gelegt wird. Studierende haben die einsitzige Rennmaschine gebaut und sie nehmen mit ihr auch an Rennen teil.

Der Campus liegt im Grünen über der Stadt

Pfeiffers Forschungsprojekt, das er den Lesern und Leserinnen vorstellt, beschäftigt sich jedoch nicht mit vier-, sondern mit zweirädrigen Untersätzen. "Bike-Safe" nennt sich das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderte Unterfangen. In drei Jahren entwickelten etwa 60 Studierende unter der Leitung von Professor Jürgen Wrede, Bereichsleiter Maschinenbau, unterstützt von Professor Pfeiffer, Leiter des Fachbereichs Informationstechnik, ein Fahrdynamisches Sicherheitssystem für Elektroräder. Auf dem Weg ins Gebäude T2, wo Pfeiffers Labor liegt, können sich die Teilnehmer von der schönen Lage des Campus überzeugen: Der Blick schweift über einen Grüngürtel hinunter in die Stadt, die Gebäude sind modern und lichtdurchflutet.

Anwendungsorientiertes Studium mit viel Praxis

Im Labor sitzen zwei Projektmitarbeiter am Rechner, und da steht er: der Prototyp. Zahlreiche Kabel und Apparaturen machen deutlich, das ist kein gewöhnlliches E-Bike. Pfeiffer erklärt anschaulich und auch für den Laien gut verständlich, wie er und sein Team sich an die Lösung der Problems "Überbremsung durch hydraulische Bremsen" gemacht haben. Anders ausgedrückt: Wie kann man technisch verhindern, dass sich das Rad aufgrund zu heftigen Bremsens überschlägt? Von der Unfallforschung, interdisziplinär mit den Kollegen der Marktforschung der Fakultät Wirtschaft und Recht durchgeführt, über die Simulation, die Versuche mit dem Dummy "Randy" - Zwischenfrage: Welche Probleme hat ein Dummy auf einem Fahrrad? -, die messtechnische Erfassung bis hin zur Kostenfrage - "Was wären Sie bereit, für ein Pedelec mit ABS zu zahlen?" - wurde alles bedacht und vor allem auch praktisch durchgeführt. Bei einem kühlen Getränk plauderten die Teilnehmer nochmals über das eben Erfahrene. Fazit: Da bekommt man richtig Lust, (noch) mal die Hochschulbank zu drücken.
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