Walzbachtal plant ein Forum für Jugendliche

Jöhlinger Kinder wünschen sich in ihrem Ortsteil ein Minispielfeld wie in Wössingen. hk

Karl-Heinz Burgey, Bürgermeister von Walzbachtal, plant ein großes Jugendforum. Dort sollen mit Heranwachsenden konkrete Themen und Projekte für die Gemeindeentwicklung erarbeitet werden.

Walzbachtal (swiz) Die Jugend und die Politik ist ein, gelinde gesagt, nicht immer einfaches Feld. Wie kann man Jugendliche wieder mehr für die Politik begeistern, wie kann ihr Engagement für politische Themen gefördert werden? Fragen, mit denen sich nicht nur Politiker auf Bundes-, sondern auch Volksvertreter auf Kommunalebene beschäftigen. So auch Karl-Heinz Burgey, Bürgermeister der Gemeinde Walzbachtal. „Ich will einfach nicht, dass die Jugendlichen in unserer Gemeinde in die Passivität oder sogar an den rechten Rand abwandern.“ Seine Lösung: „Wir müssen die Kinder und Jugendlichen an Entscheidungen nicht nur beteiligen, sondern Themen mit ihnen ausarbeiten“, so Burgey. Mit einem Jugendgemeinderat sei dies aber nicht getan, so der Walzbachtaler Bürgermeister. Burgey schwebt vielmehr die Idee eines „Jugendforums“ vor. „Mein Wunsch ist, dass aus diesem Forum dann aber keine Wunsch-Luftschlösser hervorgehen, sondern zwei, drei konkrete Themen, die auch verwirklicht werden können.“

Unterstützung durch den Kreisjugendring

Unterstützung bei der Entwicklung des Jugendforums erhält die Gemeinde von der Geschäftsführerin des Kreisjugendrings Landkreis Karlsruhe, Claudia Kühn-Fluhrer. Sie wird nicht nur bei der Organisation des Jugendforums helfen, sondern die Veranstaltung auch moderieren. Bis die Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren, bei dem Ende September geplanten Forum aber ihre Wünsche und Vorstellungen formulieren können, ist noch einiges zu tun, so Kühn-Flurer. „Das wichtigste ist, dass die Gemeinde einen konkreten Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen benennt. Und zwar nicht nur für die Zeit bis zum Jugendforum, sondern auch für die Zeit danach.“ Denn diese Person müsse verlässliche Kontakte und Netzwerke aufbauen und damit die Jugendarbeit verstetigen, betont Kühn-Flurer. Dieser Ansprechpartner werde kommen, so Bürgermeister Burgey. Man müsse sich aber noch über die Modalitäten der Stelle einigen und der Gemeinderat müsse ebenfalls zustimmen.

Fester Ansprechpartner für Heranwachsende in der Gemeinde eingeplant

Den neuen Ansprechpartner erwarten laut Burgey dann im Grunde genommen, sehr gute Voraussetzungen für eine fruchtbringende Jugendarbeit. „Wir haben bei uns keine auffälligen Drogen-, Alkohol- oder Gewaltprobleme unter den Jugendlichen. Die meisten sind darüber hinaus in ihren Vereinen sehr gut integriert und engagiert“, so Burgey. „Das versetzt uns auch in die glückliche Lage mit dem Jugendforum zu agieren und nicht auf Missstände reagieren zu müssen.“ Doch wie sollen die Jugendlichen überhaupt auf das im September geplante Forum aufmerksam gemacht werden? „Zum einen müssen wir Schlüsselfiguren unter den Jugendlichen ansprechen, die dann auch als Multiplikatoren dienen und die Idee des Forums weitertragen“, sagt Steffen Riegsinger, Leiter der Abteilung Bürger- und Sozialdienste in der Walzbachtaler Verwaltung. „Zum anderen sollten wir die direkten Ansprechpartner der Jugendlichen in den Vereinen angehen, also Trainer, Jugendbetreuer und so weiter.“ Zudem müsse man die Veranstaltung auch auf allen Nachrichtenkanälen ankündigen, so Burgey. „Wie viele dann letztendlich kommen, ist aber gar nicht mal so entscheidend“, sagt Kühn-Flurer. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen erleben, dass aus ihren vorgebrachten Vorschlägen auch greifbare Ergebnisse werden.“

Erstes Projekt könnte Minispielfeld in Jöhlingen werden

Dass ein Engagement von Heranwachsenden funktionieren kann, zeigt eine Aktion in Jöhlingen. Neun Kinder aus dem Ortsteil kamen jüngst ins Rathaus, um ihr Anliegen vorzubringen. Begeistert vom neuen Minispielfeld in Wössingen wünschen sich die Kinder einen ähnlichen Platz in Jöhlingen. Von einer Tischtennisplatte über ein Fußballfeld bis zur Unterstellhütte waren Zeichnungen zu den Wünschen der Kinder auf einem vorbereiteten Plakat zu sehen. Auch die Unterstützung ihrer Eltern und vieler Jöhlinger Einwohner haben die Kinder sicher, das bewiesen sie mit einer langen Unterschriftenliste. Burgey versprach, dem Gemeinderat diesen Wunsch vorzustellen und das Projekt weiter zu verfolgen.
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