Mit über 70 sicher durch die Kurve?

Wann? 29.11.2018 15:00 Uhr

Wo? Lesertelefon, Bretten DEauf Karte anzeigen
(Foto: DVR)
Bretten: Lesertelefon |

Mit über 70 sicher durch die Kurve? Fahrfitness im Alter – Experten geben Tipps am Lesertelefon zur „Aktion Schulterblick“ des DVR und seiner Partner am Donnerstag, 29. November, von 15 bis 18 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 0604000.

(pr-nrw) Mobil zu bleiben und sich unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen zu können, bedeutet für Menschen im höheren Alter ein Stück Lebensqualität. Besonders im ländlichen Raum steht das eigene Auto in der Generation 65plus hoch im Kurs: Einkäufe, Arzttermine, Konzert- und Theaterbesuche oder Treffen mit Freunden und Verwandten sind ohne Auto nur schwer zu organisieren. Laut einer Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) fahren 85 Prozent der über 65-Jährigen mit dem eigenen Auto . Doch mit zunehmendem Alter können sich – oftmals schleichend – gesundheitliche Probleme einstellen, die Auswirkungen auf die Fahrfitness haben. Was hilft, die eigene Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen? Lässt sich die Fahrfitness im Alter trainieren? Was gilt es im Falle chronischer Erkrankungen und der Einnahme von Medikamenten zu beachten? Und wann ist es Zeit, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen? Zu einer sicheren Mobilität im Alter beraten Experten der „Aktion Schulterblick“ des DVR am Lesertelefon.

Hohes Alter – hohes Unfallrisiko?

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) beträgt die Anzahl der Menschen über 65 Jahre mit Führerschein rund 7,5 Millionen; rund zwei Millionen Menschen zwischen 75 und 84 Jahren verfügen über ein Auto. Während die Autos alle zwei Jahre einer technischen Untersuchung unterzogen werden, um ihre Sicherheit zu überprüfen, legen die Fahrer dieser Autos nur einmal im Leben eine Prüfung ab: die Führerscheinprüfung. Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Sofern über 64-jährige Pkw-Fahrer in einen Unfall verwickelt waren, trugen sie sehr häufig (66,9 %) die Hauptschuld. Bei den mindestens 75-Jährigen waren es sogar 74,3 Prozent . Immer wieder werden deshalb Rufe nach verpflichtenden Fahrtauglichkeitschecks für ältere Führerscheinbesitzer laut. Für Experten wie den Altersforscher Prof. Georg Rudinger ist das Lebensalter kein verlässlicher Indikator für eine mangelnde Fahrfitness: Es gebe zu große individuelle Unterschiede im Alterungsprozess und das Alter allein erlaube keine Vorhersage über das Unfallrisiko. Statt gesetzlich vorgeschriebener Tests setzt er auf geeignete Schulungen, Trainings und Beratungen für Senioren. Hier spielen laut Rudinger Netzwerke aus Seniorenorganisationen, Fahrlehrern und Hausärzten eine wesentliche Rolle.

Wie fit bin ich – und wie bleibe ich es?

Der demographische Wandel, die hohe Verfügbarkeit von Pkw und der medizinische Fortschritt werden absehbar dazu führen, dass die Zahl der über 65-jährigen Autofahrer weiter zunimmt. Der Bedarf an Lösungen, die eine persönliche Mobilität bis ins hohe Alter ermöglichen, steigt im selben Maße. Verkehrssicherheitsexpertinnen wie Sandra Demuth vom DVR setzen auf die Eigenverantwortung der Betroffenen: „Ältere Fahrerinnen und Fahrer können in freiwilligen Gesundheitschecks Sehkraft, Gehör, Beweglichkeit, Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit überprüfen lassen. Auch die Funktion von Herz, Leber und Nervensystem wird untersucht, ebenso wie mögliche Auswirkungen von altersbedingten Erkrankungen und Medikamenten – Stichworte sind hier Multimedikation und Wechselwirkungen.“ Neben dem Hausarzt sind die Verkehrswachten, Automobilclubs, Fahrschulen und der DVR mit seiner „Aktion Schulterblick“ Ansprechpartner, wenn es um den Erhalt oder die Verbesserung der Fahrfitness geht. Sie bieten Hilfestellungen in Form von Leitfäden, Broschüren und Ratgebern an, aber auch praktische Unterstützung. In einzelnen Fahrstunden können Senioren von einem Fahrlehrer überprüfen lassen, wie sie sich in einer konkreten Fahrsituation verhalten. Und in Fahrsicherheitstrainings können sie ihre Fahrsicherheit in komplexen Verkehrssituationen, beim Bremsen oder auf nasser und glatter Fahrbahn verbessern.

Mobil ohne Auto?

Nicht zuletzt helfen Gesundheitschecks, Trainings oder Seminare, die eigene Sicherheit beim Fahren auf den Prüfstand zu stellen. Wer dabei zu dem Ergebnis kommt, dass er auf das Auto zukünftig verzichten will, steht vor einer neuen Herausforderung: Die Planung der individuellen Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Bürgerbussen, Fahrdiensten und Co. Die gute Nachricht: Der demographische Wandel macht sich auch hier bemerkbar. Immer mehr Anbieter sorgen mit speziellen Services für einen Erhalt der persönlichen Mobilität ohne eigenes Auto.

Sicher fahren, mobil bleiben – Tipps von Experten am Lesertelefon
Was hilft mir, die eigene Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen? Wie lässt sich die Fahrfitness im Alter trainieren? Wie kann ich das Thema als Angehöriger ansprechen? Wie wirken sich Erkrankungen und Medikamente auf die Fahrtauglichkeit aus? Wann ist es Zeit, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen und welche Alternativen habe ich konkret? Alle Fragen rund um die „Automobilität“ im Alter beantworten die Expertinnen und Experten am Lesertelefon im Rahmen der Aktion Schulterblick des DVR mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV):

• Prof. Dr. Georg Rudinger; Sprecher des Zentrums für Alterskulturen an der Universität Bonn (ZAK) für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
• Prof. Dr. med. Michael Falkenstein; Dipl.-Psych., Dipl.-Ing., Direktor ALA Institut für Arbeiten Lernen Altern GmbH, Bochum
• Sandra Demuth; Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Initiativen/Veranstaltungen, Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR)

Rufen Sie an! Am Donnerstag, den 29. November 2018 zwischen 15 und 18 Uhr. Der Anruf unter 0800 – 0 60 40 00 ist aus allen deutschen Netzen gebührenfrei.
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