Die Gelbbindige Furchenbiene - Tiefbauspezialistin mit Liebe zu Rotviolett

Für Laien kaum unterscheidbar: Die Gelbbindige Furchenbiene beim Nektar-Naschen an einer Blüte. (Foto: Dittes)

Teil 3 unserer Serie Klimawandel im Kraichgau

Zunehmende Wetterextreme, steigende Meeresspiegel, sich ausbreitende Wüsten – weltweit finden Forscher immer mehr Anzeichen des Klimawandels. Auch im Kraichgau registriert der Brettener Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) schon seit Jahren den Klimawandel anhand von Wanderungsbewegungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Heute: die Gelbbindige Furchenbiene.

Sie ist etwas größer als die Honigbiene, mit auffallend ockergelben, breiten Binden am Hinterleib: Die Halictus scabiosae, so der wissenschaftliche Name der Gelbbindigen Furchenbiene, besucht bevorzugt große, rotviolette Blüten und ist durch den Farbkontrast leicht zu erkennen. „Im Jahr 2006 konnte ich diese Wildbiene erstmalig auf einer Distelblüte am Stadtrand von Bretten entdecken“, berichtet Gerhard Dittes vom BUND Bretten. Bis etwa zu Beginn der 90er Jahre kam das Insekt nur vereinzelt in wärmeren Landesteilen wie im Süden der Oberrheinischen Tiefebene vor.

Weibchen graben Gänge in den Boden

Die Gelbbindige Furchenbiene nistet im Boden. Dazu graben die Weibchen in echter Bergarbeitermanier bis zu 30 Zentimeter lange Gänge. Von April bis Oktober treten mehrere Generationen auf. Inzwischen bewohnt das Insekt auch Gärten in Bretten.

Höhere Durchschnittstemperatur ermöglichte Einwanderung

Durch den Klimawandel beginnt im Kraichgau seit wenigen Jahrzehnten die Apfelblüte etwa zehn Tage früher und die Jahresmitteltemperatur ist um etwa ein Grad Celsius gestiegen. Dadurch konnte die Gelbbindige Furchenbiene heimisch werden. Wer diese harmlose Wildbiene beim Blütenbesuch oder beim Bau ihrer Bodennester beobachtet, wird gebeten, dies dem BUND unter E-Mail info@bund-bretten.de zu melden. gd

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