Ferienaktion der Brettener Woche: Es klappert die Mühle 

Die Arbeitsabläufe einer modernen Mühle erläuterte Dominik Frank von der Frankmühle in Neibsheim den Lesern der Brettener Woche bei der Ferienaktion.
 
Über ein Labyrinth aus Schläuchen und Rohren gelangt das Produkt von einer Verarbeitungsstation zur nächsten.

Bei der Ferienaktion der Brettener Woche/Kraichgauer Bote in der Frankmühle in Neibsheim bekamen die TeilnehmerInnen interessante Einblicke in eine moderne Mühle.


Bretten-Neibsheim (ger) Es klappert die Mühle? Das war einmal! Inzwischen ist es eher ein Tosen und Brummen, das Tag und Nacht die Frankmühle erfüllt. Müllermeister Dominik Frank erläuterte den 18 Leserinnen und Lesern der Brettener Woche, die sich bei schweißtreibenden Temperaturen zur Ferienaktion in Neibsheim eingefunden hatten, zuerst den Strukturwandel, der auch das Mühlengewerbe in Deutschland stark verändert hat. Während es früher in nahezu jedem Ort eine Mühle gab, zu der die Bauern ihr Getreide nach Bedarf zum Mahlen gebracht haben, kann das einzelnen Gewerbe heutzutage nur überleben, wenn es sich spezialisiert.

Hartweizen für die Nudelproduktion

„Wir sind eine von fünf oder sechs Mühlen in Deutschland, die vor allem Durum verarbeiten", erklärte Frank. Durum, auch als Hart- oder Glasweizen bekannt, ist besonders proteinreich, von kräftig gelber Farbe und wird in erster Linie für die Nudelproduktion verwendet. Dazu wird er zu Grieß in unterschiedlich starker Körnung vermahlen. Da Hartweizen wärmeliebend ist, wird er nur zu einem geringen Anteil in Deutschland angebaut. Daher bezieht die Frankmühle einen Großteil des Durums, den sie verarbeitet, aus Kanada, Frankreich, der Slowakei und aus Österreich. Der Weichweizen und Roggen, die zu kleineren Anteilen auch noch vermahlen werden, kommen jedoch aus der Region.

"Jeder Kunde bekommt eigene Mischung"

In drei Gruppen wurden die Teilnehmer durch nahezu alle Bereiche der Mühle geführt. Im Labor erläuterte Kerstin Kleist, wie jede ankommende Lieferung erst ganz genau überprüft wird, so dass nur Getreide von bester Qualität vermahlen wird. Mehl ist auch nicht gleich Mehl: „Jeder unserer Kunden bekommt seine ganz eigene Mischung.“ Dominik Frank führte durch das Herzstück, in dem das Getreide in mehreren Arbeitsschritten vermahlen wird. Über ein Labyrinth an Förderbändern, Schläuchen und Rohren gelangt das angefeuchtete Produkt ins Mahlwerk. Was früher der Mühlstein gemacht hat, übernehmen heute Metallwalzen, die eine bestimmte Riffelung auf der Oberfläche aufweisen. Mit Sieben wird die Kleie vom Grieß getrennt.

Packung Nudeln zum Abschied

Um die Getreideannahme kümmert sich Cornelius Frank. Er zeigte, wie dank EDV alle Bereiche miteinander vernetzt sind, er also am Bildschirm jederzeit sehen kann, welche Lieferung in welcher Zelle lagert. „Als ich ein Kind war, hat mich mein Vater immer hochgeschickt auf das Silo, um zu schauen, wie viel Platz noch in einer Zelle ist“, erzählte er schmunzelnd, während er die Leser/innen mit dem Aufzug nach oben chauffierte. Als Bub musste er diesen Weg noch zu Fuß zurücklegen. Vorbei an der Getreidereinigungsmaschine, die Verunreinigungen nach Größe und Gewicht aussiebt, über ein paar Treppen konnten alle hoch oben vom Silo aus die tolle Aussicht auf das Örtchen genießen. Mit einer Packung Nudeln wurden die TeilnehmerInnen von der Familie Frank nach der informativen Führung verabschiedet.


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