Festspielhaus Baden-Baden: Auf die Pauke gehauen – Martin Grubinger und das Sydney Symphony Orchestra

Wann? 08.12.2018 18:00 Uhr

Wo? Martin Grubinger, Beim Alten Bahnhof 2, 76530 Baden-Baden DEauf Karte anzeigen
(Foto: Simon Pauly)
Baden-Baden: Martin Grubinger | Baden-Baden (kn) Das Konzert mit dem Solisten Martin Grubinger und dem Sydney Symphony Orchestra unter dem Dirigat von David Robertson stellt am 8.Dezember 2018 um 18 Uhr im Festspielhaus Baden-Baden Musik des 20. und 21. Jahrhunderts vor. Im Zentrum des Abends stehen das Konzert für Percussion und Orchester Nr. 2 von James Macmillan und Sergej Prokofjews fünfte Sinfonie. Zuvor erklingt das kurze Orchesterstück „Engelsflügel“ von Brett Dean.

Das Orchesterstück „Engelsflügel“ ist eine Hommage an Johannes Brahms. Der in Berlin lebende australische Komponist, ehemalige Bratscher der Berliner Philharmoniker und Dirigent Brett Dean komponierte das Stück zunächst für Bläser und Schlagzeug. Anders als die Besetzung vermuten lässt – aber der Titel verheißt – ist „Engelsflügel“ ein sehr zartes Stück, das sich bestimmte Texturen aus Brahms´ Klaviermusik zum Vorbild nimmt. Die ersten Versionen des Stückes entstanden dann auch für Klavier. Das eigentliche Werk hob das Blasorchester der Universität Louisville im US-Bundesstaat Kentucky 2013 aus der Taufe. Die Orchesterfassung des Stückes erlebte 2014 mit dem Sydney Symphony Orchestra unter David Robertson ihre Uraufführung.

22 Jahre nach dem großen Erfolg seines ersten Konzerts für Schlagzeug und Orchester „Veni, veni, Emanuel“ (1992) komponierte der englische Komponist James MacMillan im Jahr 2014 das Percussion Concert Nr. 2. Die Niederländische Radiophilharmonie führte es am 7. November 2014 in Utrecht unter James Gaffigan zum ersten Mal auf. Der Solist war Colin Currie. Wie sein Vorgänger besteht MacMillans zweites Konzert aus einem einzigen, etwa 25 minütigen Teil voller kontrastierender Abschnitte, der das volle Orchester einbezieht. Das Solo-Schlagwerk wird komplettiert von zwei Schlagwerken des Orchesters. Bemerkenswert ist, dass der Solist ein erst vor kurzem erfundenes Instrument, das Aluphone, verwendet.

Sergej Prokofjews 5. Sinfonie in B-Dur op.100 ist eines der großen Meisterwerke des Komponisten. Die Uraufführung fand am 13. Januar 1945 in Moskau statt. Das Datum ist aufs engste mit dem Schicksal Russlands verknüpft: Kurz vor Konzertbeginn wurde der militärische Sieg der russischen Armee an der Weichsel verkündet. Prokofjew dirigierte das Werk selbst. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt als Dirigent. Ähnlich wie Schostakowitschs fünfte Sinfonie gehorcht auch Prokofjews Musik den Vorgaben des „sozialistischen Realismus“. Das musikalische Material ist dennoch so stark und eigenständig, dass die Sinfonie auch im Westen sofort als Meisterwerk anerkannt wurde.

Der österreichische Perkussionist Martin Grubinger hat sich besonders darum verdient gemacht, das Schlagwerk als Soloinstrument in den Mittelpunkt des Konzertbetriebs zu stellen. Im Festspielhaus Baden-Baden war er in den letzten Jahren mehrmals solistisch, kammermusikalisch und mit großem Orchester zu Gast. Die Saison 2018/19 eröffnete Grubinger am Wiener Konzerthaus mit dem Programm „The Bernstein Experience“. Der Multipercussionist war Artist in Residence bei der Elbphilharmonie Hamburg, der Camerata Salzburg, der Kölner Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus und beim Tonhalle Orchester Zürich. Er gab Konzerte mit den Wiener Philharmonikern, dem National Symphony Orchestra Taiwan, mit BBC Philharmonic, dem NHK Symphony Orchestra Tokio und den Berliner Philharmonikern. Auch bei den großen amerikanischen Orchestern ist der Percussionist zu Gast, ebenso wie bei internationalen Musikfestivals. Martin Grubinger, der mehrere CDs und DVDs veröffentlicht hat, ist Träger des Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals und des Würth-Preises der Jeunesses Musicales Deutschland. Seit 2015 ist er Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste und seit 2018 Professor für klassisches Schlagwerk/Multipercussion am Mozarteum in Salzburg.

Der kalifornische Dirigent David Robertson ist zu Gast an den renommiertesten Opernhäusern der Welt, wie La Scala, der Bayrischen Staatsoper, dem Théâtre du Châtelet und der San Francisco Opera. An der Metropolitan Opera New York debütierte Robertson 1996. Seitdem dirigiert er dort Projekte wie die Premiere von Nico Muhlys Two Boys, John Adams The Death of Klinghoffer und jüngst im Frühjahr 2018 die Premiere von Phelim McDermotts Cosi fan tutte. Als Gastdirigent leitet er die New York Philharmonic, Los Angeles Philharmonic, Boston und Chicago Symphony Orchestras, die Berliner Philharmoniker und Staatskapelle Dresden, das Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam, das BBC Symphony Orchestra und Hong Kong Philharmonic Orchestra. Das Sydney Symphony Orchestra leitete Robertson erstmals 2003 als Gastdirigent. Von da an wurde er zum regelmäßigen Akteur in Sydney mit Dirigaten bei der Premiere von John Adams Doctor Atomic Symphony und der konzertanten Aufführung des Fliegenden Holländers. 2014 führte Robertson das Orchester auf eine Konzertreise nach China und wurde daraufhin Chefdirigent und Künstlerischer Leiter.
Das Sydney Symphony Orchestra wurde 1932 gegründet und entwickelte sich so rasant wie die Stadt selbst. Das Orchester residiert im spektakulären Opernhaus von Sydney, spielt jedoch in allen namenhaften Konzerthäusern in Europa, Asien und Amerika.

Weitere Informationen und Tickets: www.festspielhaus.de. Persönliche Beratung und Reservierungen: Tel. 07221 / 30 13 101.
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