Gugg-e-mol-Theater Bretten: "Der Vaterschaftsprozess des Josef Zimmermann"

Das Gugg-e-mol spielt das Stück "Der Vaterschaftsprozess des Josef Zimmermann".

Das Gugg-e-mol Theater versucht sich an der Klärung einer ewigen Frage.

Bretten (kn) Wenn der heilige Geist in den Zeugenstand gerufen wird und Gott mit Maria im Duett singt, dann kann das mancherlei bedeuten: Man träumt wirr, man hat zu viel Weihrauch abbekommen - oder das Gugg-e-mol Theater Bretten führt eine Komödie von Ephraim Kishon auf. So geschehen am vergangenen Samstag, 17. November, im bekannten Theaterkeller in der Unteren Kirchgasse. Dort eröffnete das Ensemble mit dem Stück "Der Vaterschaftsprozess des Josef Zimmermann" die Spielzeit. Josef Zimmermann? Da läutet doch was! Jawohl, es geht um Josef, den Mann von Maria, der Mutter Jesu. Dieser Josef nämlich sieht nicht recht ein, warum er für einen Sohn aufkommen soll, der nicht der seine ist (da ist er sich ganz sicher!). Und darum fordert er von einem gewissen Herrn Imhimmel Unterhalt. Der freilich, unterstützt von einer Anwältin, wehrt sich vor Gericht - und das recht energisch. Und nicht nur gegen den Zahlungsanspruch poltert er los, nein, wo er gerade mal dabei ist, rückt er auch sonst manches zurecht, was man über ihn glaubt oder zu wissen meint.

Grenzen zwischen teuflisch und göttlich und gut und böse verschwimmen

Das ist zunächst einmal ein grotesker Spaß, man kommt aus dem Lachen kaum heraus. Da gestaltet ein eigensinniger und bauernschlauer Gerichtsdiener den Prozessverlauf munter mit, die heiligen drei Könige wirken mehr high als heilig, und die Evangelisten Lukas und Johannes liefern sich einen Schlagabtausch - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als dann auch noch Gottes alter Widersacher Belzebub leibhaftig in den Zeugenstand tänzelt und seine Sicht auf die Dinge darlegt, verschwimmen die Grenzen zwischen teuflisch und göttlich und gut und böse.

Passagen zum Nachdenken

Angesichts dieses lebhaften Prozessverlaufes verliert der Vorsitzende Richter dann doch schon mal den Überblick. Die Zuschauer aber verfolgten am Samstagabend gebannt das Geschehen und hatten Mühe, mit dem Applaus hinterherzukommen. Der Start in die neue Theatersaison gelang den Schauspielern unter Leitung von Regisseurin Susanne Merkel furios. Ohne einen Szenenwechsel hielten die Darsteller mit rasantem Tempo und bestens gesetzten Pointen einen prächtigen Spannungsbogen bis zum Schluss. Wobei nicht nur manche Textpassage durchaus geeignet war, nachdenklich zu stimmen. Das Schlusswort hatte - wie kann es anders sein - der im Verlaufe des Verfahrens bisweilen doch sehr menschlich wirkende Herr Imhimmel. Ob die Vaterschaftsfrage zweifelsfrei geklärt werden konnte? Im Gugg-e-mol lässt es sich an elf weiteren Abenden herausfinden. Karten gibt es bei der Tourist-Info Bretten und an der Abendkasse.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.