Im Konsum gibt’s Bananen – Alltagsgeschichten aus der DDR

Im Konsum gibts Bananen
Alltagsgeschichten aus der DDR. 1946–1989.
Reihe Zeitgut Band 31
320 Seiten mit 85 Abbildungen, Ortsregister.
Klappenbroschur.
Zeitgut Verlag, Berlin.
ISBN: 978-3-86614-264-0, 13,90 Euro | Foto: Zeitgut VErlag
  • Im Konsum gibts Bananen
    Alltagsgeschichten aus der DDR. 1946–1989.
    Reihe Zeitgut Band 31
    320 Seiten mit 85 Abbildungen, Ortsregister.
    Klappenbroschur.
    Zeitgut Verlag, Berlin.
    ISBN: 978-3-86614-264-0, 13,90 Euro
  • Foto: Zeitgut VErlag
  • hochgeladen von Wiebke Hagemann

kraichgau.news verlost 3x1 Buch „Im Konsum gibts Bananen - Alltagsgeschichten aus der DDR. 1946–1989“, erschienen im Zeitgut Verlag. Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden auf kraichgau.news bekanntgegeben.

(pm) Nicht nur vom Schlangestehen und von Urlaubsfreuden wird in diesem Buch erzählt. Begebenheiten aus mehr als 40 Jahren lassen eine lebendige Zeitreise entstehen. Authentisch, amüsant und leider oft auch bitter geht es durch den sozialistischen Alltag.

Spannend wird es in manchen Geschichten, wenn die allgegenwärtige Staatsmacht uniformiert oder als Stasi-Mitarbeiter auftaucht. Robert Tschöp erinnert sich an eine „Staatsaktion“, bei der er und seine Kommilitonen 1968 nach einem übermütigen Jux zum Herrentag auf einer Polizeistation landeten. Ging es für ihn noch glimpflich ab, so wird die Schauspielerin Helga Naujoks wohl nie ein Gespräch vergessen, das ihr Leben veränderte. Von nun an vereitelte die Stasi jede ihrer größeren Bühnen- oder Filmrollen.

Wie der Staat immer mehr private Betriebe in staatliche und halbstaatliche umwandelte, beschreiben Lothar Simons Erinnerungen. Vom Inhaber eines kleinen Kolonialwarenladens, der jahrelang bis zur Aufgabe seines Geschäfts schikaniert wurde, weil er nicht zur Volkskammerwahl ging, erzählt Karin Dersch.

Autorin erzählt von „Wohnungstauschtortur“

Vier Jahrzehnte hindurch mangelte es an Wohnraum und an Dienstleistungen. Von einer regelrechten „Wohnungstauschtortur“ weiß Christel Frenzel zu erzählen. Und wo Ersatzteile nie reichten, konnte auch der patenteste Monteur wenig ausrichten. Ein normaler „Sozialistischer Alltag im ‚Haus der Dienste‘“ mag uns heute skurril und komisch anmuten – für die Betroffenen waren die Auswirkungen meist eine mittlere Katastrophe.

Aber die Leute wurden erfinderisch. Von einer Überraschung zum Frauentag erzählt Bärbel Böhme. Der 8. März war keine gute Jahreszeit für frische Blumen. Ihr Mann pflanzte im Herbst heimlich ein Herz aus Schneeglöckchen in den Garten, die dann im März pünktlich erblühten.

Erinnerungen an ein anderes Deutschland

Acht Jahre Alltag in der sozialistischen Schule mit Fahnenappell, kuriosen Übungen für den Fall eines Atomkriegs und dem alljährlichen Zwang zur 1. Mai-Demo beschreibt die Autorin Judith Finke anschaulich und humorvoll.

Urlaubsreisen galten auch in der DDR vielen Bürgern als Höhepunkt des Jahres, mochte die Auswahl der Ziele auch recht beschränkt sein. „Auf ins Zeltlager“ hieß es bei den einen, bei anderen wurde FKK immer beliebter. Von den 70er Jahren an waren auch Reisen ins „sozialistische Ausland“ nicht mehr unmöglich. Eine „Feuchte Rückfahrt“ erlebte Elisabeth Dörffel, als nach schönen Tagen am Plattensee auf der Heimreise nach Berlin die Frontscheibe des „Trabi“ entzwei ging.

Mehr als ein Vierteljahrhundert ist seit dem Ende der DDR vergangen, aber schon können sich Kinder und Enkel der ehemaligen DDR-Bürger kaum noch ein Bild von dieser Zeit machen. Ganz zu schweigen von anderen, die die DDR nur aus Medien und Geschichtsbüchern kennen. Wer nachempfinden möchte, wie man im östlichen Teil Deutschlands lebte, liebte, feierte und arbeitete, der lese, was hier an Erinnerungen zusammengetragen und unterhaltsam geschildert wird.

Auf der Suche nach weiterem Lesestoff? Dann sehen Sie sich doch unsere Buchtipps an.

Autor:

Wiebke Hagemann aus Bretten

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