„Komme mir vor wie am Nürburg-Ring”: Leserbrief zum Verkehrslärm durch getunte Autos und Motorräder

(Foto: Pixabay, Andrys)

„Komme mir vor wie am Nürburg-Ring”: Leserbrief zum Verkehrslärm durch getunte Autos und Motorräder.

Bretten. Jetzt geht es wieder los, im Frühling beginnt der Lärm wieder, getunte Autos und Motorräder mit absichtlich lautem Auspuff. Nächtliche Straßenrennen auf der B35. Und auch in der Stadt quietschende Reifen, selbst in Wohngebieten mit Tempo 30. Lärm und der damit verbundene Stress löst ernsthafte Erkrankungen aus. Besonders an sonnigen Sonntagen sind unentwegt schwere Motorräder wie bei einem Rennen unterwegs, die mit 9.000 Umdrehungen jede Lärmschutzwand überwinden.

Die Zulassungszahlen für Motorräder sind explodiert. Man kann wieder beginnen, die Toten eines Wochenendes zu zählen. Am Tag nach Ostern höre ich abends ständig lautes Motorrad-Gedröhne in der Stadt, ich komme mir vor wie am Nürburg-Ring. Wie laut muss das erst für diejenigen sein, die näher dran wohnen. Das hat nichts mehr mit einem wohlwollenden Biker-Hobby zu tun, gegen das nichts einzuwenden wäre.

Es ist einfach alles lauter geworden, und schmutziger. Die frischen Häuserfassaden werden wegen dem Ruß deutlich schneller grau als früher und die Autos werden immer größer. Unter der Woche ist ständig eine Autobahn wegen eines Unfalls gesperrt, das merkt man dann an langen Staus auch um Bretten herum. Das ist wohl unvermeidlicher Wahnsinn und Bretten ist damit nun mal geplagt. Aber das absichtliche Motorengeheul wäre vermeidbar. Die meisten Auto- und Motorradfahrer fahren vernünftig. Aber ein einziger Sportauspuff kann eine ganze Straße wach machen. Das ist mehrfache Körperverletzung. Eigentlich beginnen im Frühling die Vögel zu singen – solange wir noch ein paar um uns haben. Unsere Welt braucht Power, Beschleunigung und Wachstum. Es gibt kein Innehalten. Und das geht nicht leise. Eine echte Harley-Davidson hat nun mal ein paar Dezibel, die sollen doch gehört werden. Und was ist schon ein stressbedingter Schlaganfall, das muss man in Kauf nehmen. Also, auf in den Frühling.

Prof. Dr. H. Urban
Bretten
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