Kommentar zu Vätern in Elternzeit: Pionierarbeit

(Foto: Pixabay, Simon)

Kommentar von Brettener-Woche-Redakteurin Katrin Gerweck zum Bericht über Daniel Priem, einen Vater in Elternzeit.

Immer mehr Väter nehmen Elternzeit. Gut so! Allerdings sind es meist nur die zwei Monate, die man mindestens nehmen muss, um Anrecht auf Elterngeld zu haben. Entweder bleibt „Mann“ gleich nach der Geburt zu Hause, um die frischgebackene Mutter zu unterstützen, wenn alles neu ist. Gerade beim ersten Kind eine oftmals anstrengende Zeit. Oder die kleine Familie nutzt die acht Wochen, wenn das Kind schon älter ist, für eine ausgiebige Reise, gerne richtig weit weg. Den echten Alltag mit dem Baby bekommen auf diese Weise die wenigsten Väter mit.

Ende eines selbstbestimmten Lebens

Daher sind Männer wie Daniel Priem nach wie vor Pioniere. Am eigenen Leib zu erfahren, was es heißt, mit einem Kleinkind den Tag zu verbringen, und zwar über einen längeren Zeitraum und nicht mal nur ein oder zwei Tage zwischendurch, ist für Mütter und Väter gleichermaßen eine neue Erfahrung. Kinder brauchen Struktur und geben damit den Tagesablauf vor. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele erst spät Eltern werden und zuvor auch eher wenig Kontakt mit Kindern hatten, kann es sich beim ersten Kind so anfühlen, als würde man aus einem selbstbestimmten Leben geradezu herausgerissen.

Privileg geregelter Arbeitsalltag

Ein Vater, der sein Kind nur am Abend und am Wochenende sieht, versteht oft nicht, warum seine Frau schlecht gelaunt oder erschöpft ist. „Du bist doch nur daheim mit dem Kind!“ Ja, eben. Dass es ein Privileg ist, einen Teil von seinem alten Leben in Form eines geregelten Arbeitsalltags zu behalten, weiß dieser Mann nicht. Zumal viele Frauen ja auch gut ausgebildet sind und gerne arbeiten. Wenn Mann und Frau aber die Elternzeit wirklich teilen und jeder mal mehrere Monate am Stück mit dem Nachwuchs verbringt, trägt das auch viel zum Verständnis zwischen den Geschlechtern bei. Und nebenbei: Die schönen Momente, die man mit dem eigenen Kind im Alltag erlebt, überwiegen!

Katrin Gerweck
Lesen Sie dazu den Bericht von Chris Heinemann über Daniel Priem. 
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