Mitgliederversammlung beim Melanchthonverein

Die Mitgliederversammlung im Melanchthonhaus
 
Der alte Vorstand. Der Kandidat Dietrich Becker-Hinrichs stellt sich vor.
Nicht alle Jahre finden beim Melanchthonverein einer Körperschaft des öffentlichen Rechts Wahlen statt. Alle drei Jahre wird der gesamte Vorstand gewählt, so steht es in der Satzung. In den vergangenen Perioden ging es sehr ruhig vor sich, denn die amtierenden Personen signalisierten, dass sie weitermachen wollten. Anders in diesem Jahr, denn der erste Vorsitzende und der Rechner machten bei der letzten Wahl schon deutlich, dass das ihre letzte Periode sein werde.
Nun war es so weit. Hans-Joachim Reiber, der 1. Vorsitzende, fiel schon vor 23 Jahren aus dem Rahmen. Der 1. oder 2. Vorsitzende soll ein aktiver Pfarrer sein, so die Satzung. Aber ein Pfarrer, der dieses Amt übernehmen wollte, war damals weit und breit nicht in Sicht. So wurde die Mitgliederversammlung mit einem Nichttheologen konfrontiert. Es heißt ja nur "soll". Seine Wahl war ein Glücksfall für den Verein, auch wenn manche daran zweifelten. Reiber war schon einige Jahre zuvor delegiertes Mitglied des Kirchengemeinderates im Vorstand.
So fällt in seine Amtszeit das Melanchthonjubiläum 1997, wo es galt, die Bevölkerung mitzunehmen, und nicht nur die wissenschaftlichen Kreise. Ein wichtiges Ergebnis seiner Beharrlichkeit ist der Vertrag mit der Stadt Bretten im Jahr 2009, der dem Verein das Überleben trotz der großen Aufgaben möglich machte. Melanchthonstadt Bretten, damit wirbt die Stadt. So ist es nicht minder wichtig, dass auch die Finanzierung beim Verein stimmen muss. Fassadenrenovierung, Bau der Europ. Akademie, Jubiläen und vieles mehr fallen in seine Amtszeit. Der Melanchthonverein ist Eigentümer des Hauses mit seiner großen Bibliothek und nicht das Land, die Stadt oder die Kirche. Gebetsmühlenartig musste das immer wieder betont werden. Karin Gillardon, die 2. Vorsitzende, dankte Reiber und überreichte eine Urkunde mit Geschenk. Viel Beifall wurde Hans-Joachim Reiber für seine Arbeit von der Mitgliederversammlung gespendet.

Keine Bank konnte in der computerlosen Zeit ohne die Zinstabellen des Verlages Gillardon auskommen. Schon immer war die Familie Gillardon mit dem Melanchthonhaus verbunden. So wurde Ernst Gillardon noch recht jung Ende 1968 der Nachfolger im Amt des Rechners von August Groll. Nur für eine Periode, also drei Jahre. Daraus wurden jetzt fast 50 Jahre. Ernst Gillardon ist das wandelnde Wissen um die finanziellen Gegebenheiten des Vereins und seiner Mitglieder, weil auch die Mitgliederverwaltung selbstverständlich in seinen Händen lag. Eine immense Arbeit, denn es wurde mit der Zeit immer noch mehr, Stiftungen, Fonds usw. kamen dazu. Er kennt noch die Zeit, in der die Mitgliedsbeiträge an der Haustür abkassiert wurden.
Zu seinem Abschied fand Hans-Joachim Reiber Worte des Dankes und übergab neben der Urkunde der Ehrenmitgliedschaft auch ein Präsent. Langanhaltender Applaus bestätigte die Ehrung und erfreute den Geehrten.

Die Zeiten ändern sich und bei der diesjährigen Wahl wurde ein Pfarrer vorgeschlagen. Dietrich Becker-Hinrichs wurde einstimmig als 1. Vorsitzender gewählt. Karin Gillardon, die 2. Vorsitzende, will dieses Amt noch eine Periode lang behalten. Auch sie wurde einstimmig gewählt. Heidemarie Leins, delegiertes Mitglied des Gemeinderates und Schriftführerin, stellte sich zur Wahl und wurde einstimmig gewählt.
Susanne Beyle-Farrs Berufszeit endet bald und deshalb habe sie überlegt, sich der Wahl zur Rechnerin zu stellen. Sie ist als Bankfachwirtin geradezu die ideale Besetzung für das Amt. Auch sie wurde einstimmig gewählt.

Als Kassenprüfer agieren zukünftig Karlheinz Haufler und Rüdiger Leins. Als Beisitzer wurden gewählt: Otwin Goll, Inge Haufler, Dr. Horst Immel, Ursula Schäfer, Dr. Martin Schneider und Wolfgang Stoll. Dank gebührt Dr. Hendrik Stössel, der die Wahlen souverän leitete.

Der Abend schloss mit Wein und Gesprächen im Stüble.
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