Bretten soll leiser werden: Deutsche Bahn plant für Kernstadt sowie Ruit, Diedelsheim und Rinklingen umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen

Auch in Diedelsheim will die Deutsche Bahn in den kommenden Jahren massiv in Lärmsanierungsmaßnahmen investieren.

Die Deutsche Bahn (DB) will in den kommenden Jahren massiv in Lärmsanierungsmaßnahmen in Bretten und in den an der DB-Strecke liegenden Stadtteilen Ruit, Diedelsheim und Rinklingen investieren.

Bretten (swiz) Die Deutsche Bahn (DB) will in den kommenden Jahren massiv in Lärmsanierungsmaßnahmen in Bretten und in den an der DB-Strecke liegenden Stadtteilen Ruit, Diedelsheim und Rinklingen investieren. „Das schalltechnische Gutachten liegt vor, aktuell befinden wir uns im Gespräch mit der Gemeinde. Die Pläne werden wir im Juni 2018 bei zwei Informationsveranstaltungen in Bretten den Anwohnerinnen und Anwohnern vorstellen und intensiv mit ihnen diskutieren“, sagte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage der Brettener Woche. Mit den Bauarbeiten ist wohl 2023 zu rechnen. Bei den Veranstaltungen sollen die Bürger laut Bahn die kompletten Planungen einsehen können. Die Stadtverwaltung selbst gibt sich auf Anfrage der Brettener Woche zu dem Thema bedeckt, bestätigt aber, dass „Gespräche mit der DB laufen und die Stadt intensiv in die Planung eingebunden ist”. Die Planungen seien der Stadt vorgestellt worden und „es konnten im Detail bereits Verbesserungen erzielt werden”, erklärt Pressereferentin Susanne Maske. Über die konkrete Ausführung werde die Öffentlichkeit in Kürze informiert.

„Hocherfreut, dass bei diesem Thema nach langer Zeit etwas passiert“

Ausführlicher äußern sich die betroffenen Ortsvorsteher zum Thema. So auch der Ruiter Aaron Treut, bei dem die Ankündigung der Bahn auf Begeisterung stößt. Er sei „hocherfreut, dass bei diesem Thema nach langer Zeit etwas passiert“. Und auch über die Planungen der DB für Ruit weiß Treut Genaueres zu berichten. „Geplant ist wohl die Errichtung einer rund 2,1 Kilometer langen und drei Meter hohen, hoch schallabsorbierenden Lärmschutzwand.“ Die Kosten dafür sollen bei 2,5 Millionen liegen. Die Wand soll sich dabei laut Treut harmonisch in die bestehende Hanglage auf der Seite des Stadtteils einfügen. „Das Gute in Ruit ist, dass die Bahnstrecke den Ort nicht zerschneidet und eine Lärmschutzwand damit auch nicht das Ortsbild schädigt“, so Treut. Er werde der Bahn in den kommenden Veranstaltungen aber verdeutlichen, dass beim Schallschutz auch die Ruiter Randbereiche geschützt werden sollten. „Zu überlegen ist außerdem, ob man neben dem Friedhof an der Bauschlotter Straße einen doppelseitigen Schallschutz errichtet, da dort auf einer kurzen Strecke auf beiden Seiten Wohnbebauung ist.“ Der Lärm, den die Züge der DB, im speziellen die Güterzüge, beim Vorbeifahren verursachen, ist laut Treut enorm. „Wir haben bei uns an manchen Wohnhäusern eine Belastung von über 79 Dezibel.“

„Ich hoffe auch auf begleitende Lärmschutzmaßnahmen“

Diese Lärmbelastung sei in einzelnen Häusern in Diedelsheim sogar noch größer, erklärt Ortsvorsteher Martin Kern auf Nachfrage der Brettener Woche. Sie läge dort bei etwa 83 Dezibel. „Wir wären daher froh, wenn im Bezug auf Lärmschutz endlich etwas passiert in Diedelsheim und hoffen natürlich auf eine zeitnahe Verwirklichung der Maßnahmen.“ Er habe erfahren, dass in Diedelsheim die Errichtung einer 1,5 Kilometer langen Lärmschutzwand mit drei Metern Höhe von Bruchsal kommend auf der dem Ort zugewandten Seite geplant ist. Kern sieht das Lärm-Problem allerdings nicht alleine durch eine Schallschutzwand gelöst. „Ich hoffe auch auf begleitende Lärmschutzmaßnahmen an den Zügen selbst, zum Beispiel mit Hilfe sogenannter Flüsterbremsen“, so Kern weiter. Weit vor den geplanten baulichen Maßnahmen sieht Kern aber in 2020 ein großes Problem auf die Anwohner an der Bahnstrecke zukommen. „Die Belastung durch die Züge wird dann noch größer, weil die Strecke Bruchsal – Mühlacker 2020 zur Interimsstrecke der zu sanierenden Schnellzug-trasse Mannheim Stuttgart wird.“ Probleme sieht er dabei nicht nur in Bezug auf die sowieso in der Kritik stehenden Schließzeiten des Diedelsheimer Bahnübergangs. „Ich hoffe sehr, dass sich durch das Mehr an Zügen nicht die Taktung der S-Bahnlinie 9 ändert.“

"Gehe unvoreingenommen in die Gespräche"

Gelassener sieht Rinklingens Ortsvorsteher Heinz Lang die Pläne der Bahn. Laut seinen Informationen plant die Bahn eine Erweiterung der schon bestehenden Lärmschutzwand in Richtung Diedelsheim. Wie Kern sieht aber auch Lang die Notwendigkeit von zusätzlichen Maßnahmen, um die Züge selbst leiser zu machen, etwa das Abrollen der Räder auf den Gleisen. Er gehe aber unvoreingenommen in die Gespräche mit der Bahn und höre sich an, was die DB plane.
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