Debattierfreude im Brettener Gemeinderat: „Man kann es nie allen recht machen“

Die Grünen kritisierten schon 2017 diese Gehölzpflege am Saalbach.
Bretten: Rathaus Bretten |

Immer wieder führen auch vermeintlich untergeordnete Themen im Brettener Gemeinderat zu lebhaften Debatten.

BRETTEN (ch) Immer wieder führen auch vermeintlich untergeordnete Themen im Gemeinderat zu lebhaften Debatten. So geschehen zum Beispiel am Dienstag beim Tagesordnungspunkt „Gehölzpflegeplan“ für die Gewässer in der Kernstadt und in den Stadtteilen, der eigentlich nur zur Kenntnisnahme gedacht war.

Kritik an Gehölzpflege

Zunächst kritisierte Aaron Treut, der neben seinem Amt als Stadtrat auch Ruiter Ortsvorsteher ist, dass „wieder das obere Tal nicht dabei“ sei, obwohl es auch dort Pflegebedarf gebe. Worauf Oberbürgermeister Martin Wolff einen zweiten Blick der Fachleute ankündigte. Heidemarie Leins bat, die Diedelsheimer Gräben zu reinigen, statt dort nicht vorhandene Gehölze zu pflegen. Otto Mansdörfer wiederum vermisste nachprüfbare Grundsätze und Verfahrensweisen. Er bat darum, zwischen städtischem Grün und Gehölzen in freier Landschaft zu unterscheiden und insgesamt behutsam vorzugehen, damit es nicht wieder so aussehe wie nach dem Kahlschlag am ovalen Kreisel. Schließlich forderte Gernot Fritz, die Stadt müsse Vorgaben machen, welche Gehölze entnommen werden dürfen, und warnte vor einem Haftungsproblem, falls Vereine beauftragt würden und ein Unfall passiere. Bei der diesjährigen Trockenheit werde viel Wert auf städtisches Grün gelegt, wenn es im nächsten Jahr wieder Hochwasser gebe, werde gefragt, warum man nicht zurückgeschnitten habe, konterte Bürgermeister Michael Nöltner und schlussfolgerte: „Man kann es nie allen recht machen.“

Einigkeit in punkto Feuerwehr

Einhellige Zustimmung fand die geplante Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeugs für die Neibsheimer Feuerwehr-Abteilung, und auch die erstmalige Erarbeitung eines Entgeltverzeichnisses für die Zentralen Werkstätten der Stadt bei der Feuerwehr wurde mit viel Lob bedacht. Die zunehmend nachgefragten Dienstleistungen für andere Wehren, aber auch für Firmen und Vereine werden nun nicht mehr ehrenamtlich ausgeführt, sondern hauptamtlich von vier Feuerwehrleuten, die dadurch tagsüber auch die Einsatzfähigkeit im Stadtgebiet verbessern.

Zweites Behinderten-WC

Meinungsfreudiger ging es dann wieder bei der Entscheidung über eine von zwei möglichen Varianten für den geplanten Umbau der öffentlichen Toilettenanlage unter dem Alten Rathaus zu. Diese soll für rund 250.000 Euro von Grund auf saniert und modernisiert werden, nachdem sich die WC-Kabine an der Sporgasse als störanfällig herausgestellt hatte. Während Martin Knecht (CDU) vorschlug, den vorgesehenen Schließ- und Kontrolldienst bei Festen zu erhöhen, nachts zuzumachen sowie über die Sicherheit der Nutzer und eine Nutzergebühr nachzudenken, hinterfragte Brigitte Schick (SPD) die Barrierefreiheit für Behinderte. Es gebe bereits eine öffentliche Toilette für Behinderte bei der Tourist-Info, die mit einem dort erhältlichen Schlüssel genutzt werden könne, entgegnete der OB. Warum dann so nah überhaupt ein zweites Behinderten-WC sein müsse, wollte Gernot Fritz (FWV) wissen. Weil das bei jeder öffentlichen Toilettenanlage vorgeschrieben sei, klärte Amtsleiter Karl Velte auf.

Auch Väter können wickeln

Die Frage von Ute Kratzmeier (Grüne) nach einem Wickeltisch auch fürs Herren-WC konnte Velte positiv bescheiden: Neben Müttern und gehandicapten Menschen können künftig auch Väter ihre Kinder wickeln. Auf Vorschlag von Jörg Biermann (aktive) soll auch der eventuelle Einbau einer Notrufanlage geprüft werden. Und Hermann Fülberth (Linke) freute sich, dass sein schon 2015 gemachter Sanierungsvorschlag nun endlich umgesetzt werde. Gegen Teile von FWV und FDP sprach sich die Mehrheit schließlich für die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante eins aus. Sie sieht drei statt nur zwei Damen-Kabinen vor und bietet insgesamt mehr Bewegungsspielraum, weil die Abstellräume durch robuste Schränke eingespart werden.
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