Gemeinderatswahl 2019: In den Parteien und Gruppen hat das Nachdenken über Kandidaten begonnen

Gemeinderatswahl 2019: Nehmen im Sitzungssaal des Brettener Rathauses bald mehr jüngere Stadträtinnen und Stadträte Platz? Foto: ch/Montage: BW
Bretten: Gemeinderat |

Voraussichtlich am 26. Mai 2019 werden in Baden-Württemberg die Gemeinderäte neu gewählt. Nach und nach beginnen nun auch die Brettener Parteien und Gruppierungen mit der Kandidatensuche.

BRETTEN (ch) Voraussichtlich am 26. Mai 2019 werden in Baden-Württemberg die Gemeinderäte neu gewählt. Nach und nach beginnen nun auch die Brettener Parteien und Gruppierungen mit der Kandidatensuche. Die meisten amtierenden Stadträtinnen und Stadträte wollen oder können sich noch nicht festlegen, ob sie erneut antreten. In manchen Fraktionen deuten sich jedoch Generationswechsel an. Wir haben uns schon einmal bei den Fraktionsvorsitzenden und Gruppensprechern umgehört, wie weit der Willensbildungsprozess gediehen ist.

Christlich Demokratische Union

Bereits entschieden hat sich Dr. Günter Gauß (CDU). „Ja, ich werde wieder antreten“, sagt der Arzt und Radiologe und räumt ein, dass er lange mit sich gerungen habe. Aber es brauche auch jemand mit Erfahrung in der Fraktion, um Kontinuität zu wahren. Ob er die gesamte Wahlperiode durchhalte, sei eine andere Frage. Wichtig ist ihm, in der Kommunalpolitik unabhängig zu bleiben, denn: „Es geht nicht um die eigene Partei, sondern um das Gemeinwohl.“ Seines Wissens wollen auch die anderen sieben CDU-Stadträte wieder kandidieren. Die offizielle Bewerberliste soll Ende Oktober/Anfang November stehen. Laut Gauß zeichnen sich bereits ein paar interessante neue Namen ab.

"die aktiven"

Auch bei der Fraktion „die aktiven“ laufen schon Vorgespräche. Die Nominierung soll nach der Sommerpause stattfinden. Der Fraktionsvorsitzende Jörg Biermann will sich erneut aufstellen lassen. Seiner Meinung nach haben „die aktiven“, die 2014 mit vier Stadträten neu ins Kommunalparlament einzogen, mit parteiunabhängigen Ideen neuen Schwung hineingebracht. Persönlich will er Bretten voranbringen und hat „das Gefühl, dass man was bewegen kann.“ Manchmal ecke man an: „Aber wenn man das Private von der Politik trennen kann, geht es.“ Wie sein Vater, der ebenfalls Stadtrat war, findet Biermann: „Man soll Vorbild sein und junge Leute für die Kommunalpolitik begeistern.“

Sozialdemokratische Partei

Dass sich viele Brettener Bürgerinnen und Bürger bereitfinden, für den Gemeinderat zu kandidieren, wäre auch Renate Knauss` (SPD) Wunsch. Für eine Entscheidung ihrerseits sei es „noch verfrüht“, sagt die Ruiterin, die seit mehr als 30 Jahren ununterbrochen die Interessen ihrer Wählerinnen und Wähler vertritt. Sie bittet um Geduld bis zur Mitgliederversammlung im Herbst. Aber sie fühle sich noch fit genug. Sich selbst sieht sie als „Macherin“, die das Beste für die Stadt erreichen will. Allerdings: „Man bekommt nicht alles durch.“ Deshalb müsse man dranbleiben und für seine Ziele kämpfen. Wenn alles so bleibt wie im Moment, sagt Renate Knauss, gehe sie davon aus, dass auch ihre drei FraktionskollegInnen noch einmal antreten.

Freie Wähler Vereinigung

Ursprünglich wollte Heidemarie Leins (FWV) nicht wieder antreten. Aber das hat sie überdacht. „Ich mache es ein stückweit abhängig vom Bedarf“, sagt sie nun. Auch ihren drei Fraktionskollegen sei ein persönlicher Entschluss noch zu früh. „Irgendwann Ende des Jahres“ wollen die Freien Wähler ihre Kandidaten für alle zu vergebenden Gemeinderatssitze aufstellen. In ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Stadträtin, die sie nach eigener Aussage seit 29 Jahren macht, strebt Heidemarie Leins ein „gutes Miteinander“ an, „mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg“: „Denn nur so können wir etwas erreichen für die Stadt.“ Dabei ist ihr wichtig, dass die persönlichen Interessen zurückgestellt werden.

Bündnis90/Die Grünen

Auch Otto Mansdörfer (Grüne) hat das Gefühl, dass er als Gemeinderat auf die Entwicklung der Stadt Einfluss nehmen kann. „Man hört auch auf uns“, ist seine Erfahrung aus 24 Jahren Stadtratstätigkeit. Deshalb will er am Ball bleiben. Persönlich hat er ab nächstem Jahr mehr Zeit, weil er nicht mehr arbeiten muss. „Dann wird es auch etwas entspannter“, hofft er. Derzeit laufen Einzelgespräche für die Listenaufstellung, die wieder zur Hälfte mit Parteimitgliedern und Nichtmitgliedern besetzt werden soll. Für kommunalpolitisch Interessierte seien die Grünen jederzeit ansprechbar. Ein Termin für die Nominierung steht noch aus.

FDP/Bürgerliste

Die Kandidatensuche und politische Planung für die nächste Wahlperiode überlässt Gerd Bischoff (FDP/Bürgerliste) dem FDP-Ortsvorsitzenden Kai Brumm. „Sowohl ich als auch Karin Gillardon werden nicht mehr antreten.“ Zehn Jahre als Stadtrat seien genug. „Ich werde dieses Jahr 78, da muss man mal abschalten dürfen“, sagt Bischoff. „Die Jüngeren sollen diese Aufgabe auch mal übernehmen.“ Seine Hauptambition sei es gewesen, die gewerbliche Entwicklung in Bretten weiterzuführen, auch im Hinblick auf den vorausgesagten Bevölkerungszuwachs. „Diese Leute müssen ja auch von was leben, dazu gehören entsprechende Gewerbegebiete.“

Die Linke

Ganz andere Schwerpunkte setzt Hermann Fülberth (Die Linke), der am kommenden Wochenende über seine erneute Kandidatur entscheidet. Vor vier Jahren als Einzelstadtrat gewählt, sieht er sich als „einsamer Mahner in der Wüste“. Der Rat müsse sich darauf besinnen, nicht nur abzunicken, was die Verwaltung ihm vorlege, sondern selbst die Initiative ergreifen. Etwa bei echter Bürgerbeteiligung, beim sozialen Wohnungsbau und bei Personalentscheidungen der Stadtverwaltung. Dass es wieder eine Liste der Linken geben wird, ist laut Fülberth sicher. „Wie sie aussieht und heißt, weiß ich noch nicht.“
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Paul Sager aus Bretten | 12.07.2018 | 20:47   Melden
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