Mellert-Fibron-Areal: Parkhaus statt Lärmschutzwand?

Das Thema "Mellert-Fibron-Areal" hat den Brettener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am 15. Mai einmal mehr beschäftigt.

Das Thema "Mellert-Fibron-Areal" hat den Brettener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am 15. Mai einmal mehr beschäftigt.

Bretten (swiz) Das Thema "Mellert-Fibron-Areal" hat den Brettener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am 15. Mai einmal mehr beschäftigt. Konkret ging es diesmal um den vorläufigen Entwurf zur sechsten Änderung des Bebauungsplans, der noch einmal einige Änderungen gegenüber dem Vorentwurf mit sich bringt und in der Sitzung vom Rat mehrheitlich gebilligt wurde. Skizziert wurden die Änderungen von Ulrich Braun, Amtsleiter Stadtentwicklung und Baurecht. Die wohl augenscheinlichste Abweichung ist der angedachte Wegfall der ursprünglich geplanten, 440 Meter langen Lärmschutzwand auf der Seite des Mellert-Fibron-Areals an den Bahngleisen. Ersetzt werden soll diese durch eine geschlossene Gebäudelinie (eventuell einem Parkhaus sowie kleineren Gewerbeeinheiten in den Lücken) an der Bahnlinie. Möglich wird diese geschlossene Bebauung durch die Festlegung eines eingeschränkten Gewerbegebiets zwischen den Bahnunterführungen Edisonstraße und Im Brückle. Eine Wohnnutzung entlang der Bahnlinie ist damit ausgeschlossen. Sie wird dann hinter dem Gebäude-Riegel im urbanen Gebiet Richtung Kraichgau-Center stattfinden.

Zustimmung aus den Fraktionen

Diese Änderung fand im Rat die Zustimmung aller Fraktionen. „Wir finden es sehr gut, dass keine teure Wand kommt“, befand Martin Knecht (CDU). Etwas zurückhaltender war die Sprecherin der SPD-Fraktion, Renate Knauss, in ihrem Statement. Die SPD glaube zwar, dass Wohnen auf dem Mellert-Fibron-Areal durch den Bau eines Parkhauses nicht so attraktiv sei, dennoch stimme man zu. Auch die FWV votierte für das neue Konzept, allerdings, so mahnte Stadtrat Gernot Fritz, brauche man eine klare zeitliche Abfolge der Schallschutzmaßnahmen. Und dort, wo keine vernünftige Schallschutzbebauung möglich sei, müsse trotzdem in Teilen eine Schallschutzwand kommen. Man werde das Gelände von der Bahnlinie her entwickeln, betonte Oberbürgermeister Martin Wolff. Zudem sei geplant, direkt am Gelände des geplanten Kindergartens einen Lärmschutz aufzubauen. Begrüßt wurde die Parkhausidee auch von Jörg Biermann, Sprecher von „die aktiven“. Sollte aber, aus welchen Gründen auch immer, die Lärmschutzwand dennoch kommen, dann müsste man noch einmal die Refinanzierbarkeit klären, so Biermann. 

Büroflächen für Neff

Zustimmung ebenso von den Grünen, allerdings lasse der jetzige Bebauungsplan einen durchgehenden Lärmschutzriegel noch nicht zu, so Otto Mansdörfer, Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen. Es brauche dringend eine Bauplanung für das Parkhaus. Mansdörfer brachte zudem die Idee auf, auf dem Areal des eingeschränkten Gewerbegebiets einen Handwerkerhof zu bauen. Diese Idee fand die Zustimmung der FDP/Bürgerliste, deren Sprecher Gerd Bischoff zudem dafür plädierte, dem Gemeinderat möge so schnell als möglich die Planung für ein solch großes Parkhaus präsentiert werden. Neben dem Platz für ein Parkhaus müsse laut Mansdörfer auf dem Mellert-Fibron-Areal auch dringend Fläche für einen möglichen Büroneubau der Firma Neff eingeräumt werden. Diese Entwicklungsperspektive hatte auch Knecht für Neff eingefordert. Kritischer sah das Linke-Stadtrat Hermann Fülberth. „Wollen wir wirklich so fest darauf bauen, dass BSH (Mutterkonzern von Neff; Anm. d. Red.) die Entwicklung so bringt, wie Herr Mansdörfer das vermutet? Eine Antwort auf diese Frage erhielt Fülberth vom OB. „Wir sind in konkreten Gesprächen mit Neff, und das Interesse ist sehr gut“, so Wolff.

Punktuelle Belastung, mögliches Gräberfeld und Hochwasser

Berücksichtigt wurde im vorläufigen Entwurf auch die punktuelle Belastung eines Grundstücks durch Mineralölkohlenwasserstoffe und polyzyclische aromatische Kohlenwasserstoffe sowie einem erhöhten Chromgehalt. Eingearbeitet habe man auch den Hinweis des Landesdenkmalamtes, auf die mögliche Existenz eines frühmittelalterlichen Gräbderfeldes sowie einer mittelalterlichen Wüstung. Dies werde den entsprechenden ausführenden Baufirmen mitgeteilt, so Braun. Neuigkeiten gab es auch beim Thema Hochwasserschutz. So sei das betroffene Gebiet bei einem extremen Hochwasser komplett geflutet, erklärte Braun. Man gehe bei den Planungen jedoch lediglich von einem sogenannten hundertjährigen Hochwasser aus.

Gänzlich anderer Meinung als seine Ratskollegen war im Übrigen Aaron Treut (CDU). Er plädierte dafür, das Mellert-Fibron-Areal weg von einem urbanen Gebiet, wieder zu einem Mischgebiet zu entwickeln. 
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