Parkhaus statt massiver Lärmschutzwand auf Mellert-Fibron-Areal in Bretten

Das Mellert-Fibron-Areal steht wie kaum ein anderes Grundstück in Bretten für politische Diskussionen und viel Kritik aus der Bürgerschaft. In vielen Sitzungen hat der Gemeinderat über den Bebauungsplan diskutiert, in der jüngsten Sitzung haben die Stadträte nun einstimmig den endgültigen Entwurf zur sechsten Änderung des Bebauungsplans "St. Johann, "Gänsbrücke", "Im Brühl" gebilligt.

Bretten (swiz) Das Mellert-Fibron-Areal steht wie kaum ein anderes Grundstück in Bretten für politische Diskussionen und viel Kritik aus der Bürgerschaft. In vielen Sitzungen hat der Gemeinderat über den Bebauungsplan diskutiert, in der jüngsten Sitzung haben die Stadträte nun einstimmig den endgültigen Entwurf zur sechsten Änderung des Bebauungsplans "St. Johann, "Gänsbrücke", "Im Brühl" gebilligt. Heiße Diskussionen hatte es in den vergangenen Monaten nicht nur um den umstrittenen und letztlich abgesagten Bau eines neuen Altenheims auf dem Areal durch den Caritasverband Ettlingen gegeben. Für Streit hatte auch das Vorhaben der Stadt gesorgt, eine 440 Meter lange Lärmschutzwand auf der Seite des Mellert-Fibron-Areals an den Bahngleisen zu errichten. Je nach Fraktions- beziehungsweise Verwaltungsmeinung schwankten die Kosten für die Wand dabei zwischen 900.000 Euro und drei Millionen Euro.

300 Parkplätze für Neff

Doch die Wand ist wie auch das Altenheim inzwischen auf dem Schrottplatz der Baugeschichte gelandet und das Lärmbollwerk einer geschlossenen Gewerbe-Bauweise an den Bahngleisen mit einer Mindestgebäudehöhe von zehn Metern gewichen. Bestimmt wird dieser Gebäude-Riegel vor allem durch ein großes Parkhaus mit rund 400 Stellplätzen, das von der Stadt gebaut wird. 300 dieser Stellplätze werden direkt an die Firma Neff vermietet, wie der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff verkündete. Auf der zur Bahn hingewandten Gebäudeseite bekommt das Parkhaus eine hoch schallabsorbierende Wand. Auf der Seite zum Kraichgau-Center entfällt diese spezielle Wandbauweise. Dort wird die Parkhaus-Fassade komplett geschlossen sein.

Bisher kein Bauantrag für Kindergarten

Um den Lärmschutz des direkt an den Bahngleisen geplanten Kindergartens, sorgte sich indessen CDU-Stadträtin Waltrauf Günter-Best. Der Kindergarten sorge für einen Lärmschutz auf dem eigenen Gelände, betonte daraufhin OB Wolff. Die bauliche Entwicklung des Kindergartens schreitet allerdings eher langsam voran, wie eine Nachfrage von FWV-Stadtrat Gernot Fritz bewies, der sich nach der Baugenehmigung für den Kindergarten erkundigte. "Diese Genehmigung gibt es deshalb nicht, weil uns schlicht noch kein Bauantrag für dieses Gebäude vorliegt", erklärte Ulrich Braun, Amtsleiter Stadtentwicklung und Baurecht. Abschließend erneuerte Grünen-Sprecher Otto Mansdörfer den Vorschlag seiner Fraktion, auf dem Areal des eingeschränkten Gewerbegebiets einen Handwerkerhof zu bauen. Zu den für Neff eingeplanten 300 Parkplätzen bemerkte er zudem süffisant, vielleicht werde die Firma nach dem erfoglreich eingeführten Mobilitätskonzept der Stadt Bretten deutlich weniger Stellplätze für Autos benötigen.
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