Umfrage zur Kriminalitätsstatistik 2017 in Bretten: Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrem persönlichen Umfeld?

Brigitte Schlimme, Knittlingen (Foto: ger)
 
Ruth Buchta, Bretten-Büchig (Foto: ch)
Bretten: Stadt |

Beim persönlichen Sicherheitsempfinden zeigen sich große Unterschiede. Das bestätigt unsere stichprobenartige Umfrage unter Passanten in Bretten.

BRETTEN (ch) Beim persönlichen Sicherheitsempfinden zeigen sich große Unterschiede. Das bestätigt unsere stichprobenartige Umfrage unter Passanten in Bretten.

Brigitte Schlimme, Knittlingen:
Als älterer Mensch hat man große Angst vor der Brutalität der Jugendlichen heute. Die Jugend erscheint mir verroht. Wenn man manche Eltern anguckt, weiß man auch, woher das kommt. Neulich hab ich beobachtet, wie eine Horde 13-jähriger Jungs zu einem älteren Herrn an der Bushaltestelle gesagt hat: „Opa, steh auf, geh ins Altenheim.“ Da bin ich fassungslos, habe ich als Kind von meiner Oma doch noch gelernt: Freundlichkeit kostet nichts. Leider gibt es heutzutage aber auch alte Menschen, die sehr unfreundlich sind. Denen sage ich dann auch mal meine Meinung.

Ruth Buchta, Bretten-Büchig:
Ich fühle mich eigentlich sicher. Ich sehe niemand auf der Straße, der mir was Böses tun könnte. Nur wegen der Einbrüche hat man immer ein bisschen Angst, weil man eigentlich jeden Tag hört, dass irgendwo eingebrochen worden ist. Aber man kann auch selbst was tun, ich sag nur Alarmanlage. Auch der Kindesmissbrauch beschäftigt mich. Unsere Enkel wohnen zwar weit weg, aber ich guck schon scharf hin, wenn ein Kind von einem Erwachsenen angesprochen wird. Die Menschen sollten sich mehr für Ihresgleichen interessieren. Da hilft die Polizei nicht viel, die kann nicht überall sein.

Isabel Schobesberger, Karlsruhe:
Ich bin vor kurzem von Ruit nach Karlsruhe gezogen. Dort fühle ich mich schon weniger sicher als in meinem Heimatort. In der Stadt laufen so ominöse Typen rum. Mir ist noch nichts Schlimmes passiert, aber man hört so viel. Freundinnen von mir wurden am Bahnhof belästigt und haben seither immer ein Pfefferspray bei sich. Ich gehe bei Dunkelheit nicht allein durch die Stadt. In Ruit und in Bretten war das nie ein Problem.

Sven Schusser, Bretten-Büchig:
In Büchig fühle ich mich sicher, in Bretten weniger. Die Jugendlichen sind häufig auf Stress und Krawall aus. Vor drei Jahren wurde ich am Bahnhof in Bretten mal von drei Jugendlichen türkischer Herkunft bedroht. Sie haben mich „nur“ durchsucht und dann gehen lassen. Ich weiß nicht genau, woher das kommt. Manchmal stecken bestimmt Drogen dahinter, manchmal werden Jugendliche auch zuhause geschlagen und lassen das dann draußen an anderen aus.

Norbert Sager, Oberderdingen-Flehingen:
In Flehingen ist die Welt noch in Ordnung. Man hört zwar manches, aber es ist nicht so, dass ich sagen könnte, es ist mehr geworden. Ich hatte bisher das Glück, noch keine schlechten Erfahrungen machen zu müssen. Ich denke, dass die Kriminalität durch die neuen Medien viel mehr breit getreten wird als früher. Man hört halt mehr als vor 40, 50 Jahren und dadurch entsteht der subjektive Eindruck: Es ist schlimmer geworden. Und es wird ja auch hauptsächlich von negativen Dingen berichtet und wenig Positives. Und wenn dann mal was passiert, fühlen sich die Leute mit ihren Empfindungen allein gelassen.

Die Fragen an die Passanten stellten Katrin Gerweck und Chris Heinemann

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht zur aktuellen polizeilichen Kriminalitätsstatistik und unseren Kommentar "Gefühlte Unsicherheit"
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