Sitzdemo auf der B14: Bürgerinitiative protestiert friedlich 

Stuttgart gehört zu den Autos mit dem meisten Autoverkehr in Deutschland. (Foto: Pixabay, Nikiko)

Mit einer ungewöhnlichen Aktion mitten auf der Bundesstraße haben zahlreiche Stuttgarter für ein attraktives und weitgehend autofreies Kulturquartier in der Innenstadt demonstriert.

Stuttgart (dpa/lsw) Unter dem Motto «1000 Stühle» setzten sich Bürger auf der sonst viel befahrenen Bundesstraße 14 auf Campingstühle und Picknickdecken, wie Wieland Backes, Initiator und Vereinsvorsitzender der Bürgerinitiative «Aufbruch Stuttgart» am Sonntag mitteilte.

Wieland Backes: "Veränderung ist notwendig."

Mit dem Sit-in wollte die Bürgerinitiative die B14 zwischen Staatsgalerie und Stadtpalais vorübergehend in ein Wohnzimmer verwandeln. Auf einem übergroßen Stuhl sorgte ein Elvis-Interpret für Stimmung und läutete mit dem Lied «It's Now or Never» die Sitzdemo ein. «Veränderung ist notwendig, und zwar jetzt», sagte Backes.

Rund 100 000 Autos pro Tag

Nach Angaben der Initiative befahren rund 100 000 Autos die Straße pro Tag. Kaum eine andere europäische Großstadt leiste sich so viel Verkehr in einer Innenstadt wie Stuttgart, sagte Backes. Hinter der Bürgerinitiative stehen Kulturschaffende und Architekten. Sie stören sich an vermeintlichen Bausünden als Erbe des Automobilzeitalters.

Etwa 230 Teilnehmer

Die Initiatoren hatten im Vorfeld Bürger aufgerufen, ihre eigenen Stühle mitzubringen. Wegen der starken Sonne hatten sich mehrere Teilnehmer, darunter auch Familien mit Kindern, auch Schirme mitgebracht. Wer keinen Stuhl dabei hatte, konnte sich auch einen leihen. Laut Stuttgarter Polizei verlief der Protest der rund 230 Teilnehmern friedlich ab.
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