Heimatverein Obergrombach: Neue Schilder für alte Gebäude 

Neue historische Tafeln des Heimatvereins Obergrombach, konzipiert von Heinz Willy.
 
Mit kraftvollem Einsatz mussten die alten Tafeln entfernt werden.

Heimatverein bringt an geschichtsträchtigen Gebäuden und Stellen historische Hinweistafeln an.

 
Bruchsal-Obergrombach (kk) Am vergangenen Wochenende war ein Team des Heimatvereins Obergrombach unter Leitung seines Vorsitzenden Wolfram von Müller mit einer besonderen Arbeit beschäftigt: Es brachte an geschichtsträchtigen Obergrombacher Gebäuden und Stellen ausgeklügelte Hinweistafeln an. Die Idee mit historischen Tafeln ist in Obergrombach nicht neu. Bereits seit Anfang der 90er Jahre hatten Angehörige des Heimatvereins mehr als ein Dutzend Tafeln mit geschichtlichen Texten hauptsächlich im „Städt’l“ von Obergrombach angebracht.

Vor 30 Jahren 1200-jähriges Jubiläum

1989 feierten Ober- und Untergrombach gemeinsam die erste urkundliche Erwähnung von „Grombach“ vor 1200 Jahren. Die Volks- und Raiffeisenbank Bruchsal stellte damals den beiden „Grombachs“ jeweils einen hohen DM-Betrag für „kulturelle Zwecke“ zur Verfügung. Untergrombach entschied sich dafür, einen „Joß-Fritz-Brunnen“ zu Ehren von Untergrombachs größtem Sohn zu konzipieren. Der Brunnen steht heute in der Ortsmitte von Untergrombach beim Cafe Max. Obergrombach ging einen anderen Weg: Man erstellte eine Liste mit wichtigen Obergrombacher Gebäuden – Stadtmauer, Burganlage, Schlosskapelle, alte Schul- und Synagogen-Gebäude  – und entwarf dazu historische Texte. Eine Metallbau-Firma goss die Texte in Bronze als wetterbeständige Metalltafeln.
Der Heimatverein installierte nach vorheriger Absprache mit den Hausbesitzern und der öffentlichen Hand die Tafeln und fortan konnten Neugierige, Wanderer und geschichtlich Interessierte ihren Wissensdurst stillen.

26 Projekte werden beschildert

Doch die Geschichtsforschung verharrt nicht an gleicher Stelle und neue Erkenntnisse machen sich breit. So machte sich der Heimatverein Obergrombach nach knapp 30 Jahren erneut an die Arbeit. Eine neue Liste umfasste bald 26 Projekte, die für würdig befunden wurden – fast doppelt so viele 1989. Hier wurden auch Objekte wie der Ausgrabungsort einer „villa rustica“ auf Obergrombacher Gemarkung oder die Entdeckung von fränkischen Reihengräbern auf dem „Danzberg“ berücksichtigt. Dann schlug die Stunde von Heinz Willy. Der emsige Heimatforscher beschäftigt sich schon viele Jahre mit der Obergrombacher Geschichte und ist bekannt durch seine zahlreichen Führungen. Er beschränkt sich dabei nicht nur auf die heute noch sichtbaren historischen Zeichen, sondern hat auch Themen wie „Erzgewinnung im Grombachtal“ oder „mittelalterliche Geleitzugsstrecken in Obergrombach“ erarbeitet. Für die Gestaltung der neuen Tafeln kamen ihm auch seine Erfahrungen in seinem Hauptberuf als Schriftsetzer zugute.

Witterungsbeständige Tafeln 

Die neuen Tafeln bestehen aus witterungsbeständigem Kunststoff-Laminat und spiegeln nicht nur Texte wider, sondern zeigen auch alte Lichtbild-Ansichten. So entstehen interessante Kontraste von einst und jetzt. Die neuen Tafeln sind mit einer weiteren technischen Variante voll auf der Höhe der Zeit: sie enthalten zwei „QR-Codes“, die mit mobilen Endgeräten gelesen werden können. Der erste Code verweist auf die Homepage des Heimatvereins und sorgt für zusätzliche weitere Informationen. Sobald alle 26 Tafeln erstellt sind, wird es auch visuelle Hinweise geben, die von einer Tafel zur nächsten verweisen. Der zweite QR-Code verweist auf die Homepage-Seiten der BTMV Bruchsal mit wichtigen Infos. Im ersten Arbeitsgang konnten zehn Tafeln erstellt werden. Die zweite Staffel ist in Vorbereitung; die Kosten der ganzen Aktion trägt der Heimatverein Obergrombach.
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