Konflikt über geplante Gewerbefläche: Königsbach-Stein bereitet für Anfang Mai eine Einwohnerversammlung vor

Geplante Gewerbefläche: Das Gebiet Laier (Bildmitte) schließt unmittelbar nördlich ans bestehende Gewerbegebiet Allmendwiesen an. Foto: ch
 
Bebauungsplan: Mit dem Aufstellungsbeschluss im Juli 2017 setzte der Gemeinderat auch die Abgrenzung des geplanten Gewerbegebiets Laier fest. (Foto: Gemeinde Königsbach-Stein)
Königsbach-Stein: Gewann Laier Königsbach |

Die Gemeinde Königsbach-Stein plant eine Ausweitung ihrer Gewerbeflächen. Dagegen pocht eine Bürgerinitiative auf den Erhalt der betroffenen landwirtschaftlichen Flächen und des damit verbundenen Naherholungsgebiets. Anfang Mai will die Verwaltung in einer Einwohnerversammlung informieren.

KÖNIGSBACH-STEIN (ch) Die Gemeinde Königsbach-Stein plant eine Ausweitung ihrer Gewerbeflächen. Im Königsbacher Gewann Laier sollen nach Informationen aus dem Rathaus rund 15 Hektar bislang von Landwirten, dem Reit- und Fahrverein sowie dem Keglerverein genutzte Flächen für Erweiterungen ortsansässiger Betriebe erschlossen werden. Dagegen regt sich seit Jahresbeginn Widerstand.

Seit 20 Jahren im Flächennutzungsplan

Vor jeder Gemeinderatssitzung melden sich seit Januar in der Bürgerfragestunde Kritiker zu Wort und verlangen Auskunft, darunter ein Landwirt, der örtliche Reit- und Fahrverein und der Keglerverein. Bürgermeister Heiko Genthner war anfangs überrascht: „Das Gebiet ist 1998 erstmals im Flächennutzungsplan als künftige Gewerbefläche ausgewiesen worden“, sagt der Rathauschef. Seit Ende Januar werden nun gegen die Planung Einwände erhoben. Im Juli 2017 fasste der Gemeinderat schließlich den förmlichen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Laier. Darin wird das Gebiet abgegrenzt. Es schließt unmittelbar im Norden an das bestehende Gewerbegebiet Allmendwiesen an. Vorteil laut Bürgermeister: „Man muss durch keine Ortsstraße fahren.“

Bürgermeister: „Es gibt konkrete Anfragen“

An der Notwendigkeit weiterer Gewerbeflächen bestehen nach Aussage des Rathauschefs keine Zweifel: „Es gibt konkrete Anfragen von ortsansässigen Betrieben.“ Und er betont: „Dies ist die letzte im Flächennutzungsplan ausgewiesene Gewerbefläche.“ In der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 24. April, ab 19 Uhr soll laut Bürgermeister die „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ beschlossen werden. In deren Verlauf können Behörden, Verbände sowie Bürgerinnen und Bürger zu dem Vorhaben Stellung nehmen. Zusätzlich plant die Gemeindeverwaltung für Anfang Mai eine Einwohnerversammlung. „Da wollen wir informieren, um die Diskussion auf eine sachliche Grundlage zu stellen“, betont Heiko Genthner. Unabhängig davon habe es bereits einen Informationstermin mit den Eigentümern und Einzelgespräche gegeben.

BIKS: Viele verkaufen nicht

„Ich kann nur ein Gewerbegebiet erschließen, wenn ich erstens die Grundstücke besitze und zweitens die Finanzierung steht“, hält Dr. Rainer Botz dagegen. Der Tierarzt ist Vorsitzender der Bürgerinitiative Königsbach-Stein (BIKS), die seit Ende Februar auf ihre Registrierung im Vereinsregister wartet und nach seinen Worten inzwischen über eine „fast dreistellige Mitgliederzahl“ verfügt. Hauptargument der BIKS: Im Laier solle bestes Ackerland versiegelt werden – ohne Ausgleich für die Landwirte. „Das wollen wir verhindern“, so Botz. Er sagt voraus: „Die Gemeinde wird die Grundstücke nicht bekommen, weil sehr viele dort nicht verkaufen werden.“ Auch sei die Finanzierung der Erschließung nicht gesichert, weil sich die Grundstückspreise inzwischen mehr als verdoppelt hätten. „Wenn sich die Gemeinde dafür in Millionenhöhe verschuldet, geht das zu Lasten anderer wichtiger Aufgaben.“

Pro und Contra

Der BIKS-Vorsitzende legt Wert auf die Feststellung: „Wir sind keine Verweigerer.“ Die BIKS stehe vielmehr positiv für den Erhalt des beliebten Naherholungsgebiets Laier und für ein lebenswertes Königsbach-Stein. Man sei auch nicht grundsätzlich gegen neue Gewerbegebiete. „Aber wir wollen nicht, dass sich große Betriebe auf Kosten der kleinen ausbreiten.“ Den Bürgermeister plagt indes die Sorge: „Wenn sich die Firmen nicht hier entwickeln können, werden sie´s woanders tun.“
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