"Der Acker soll immer grün sein!" / Gochsheimer Feldtag für regenerative Landwirtschaft stieß auf großes Interesse

Dietmar Näser (rechts) erklärt die Wirkung der Zwischenfrüchte an Hand zweier deutlicher Bodenproben; links Martin Ebert, der den Feldtag organisiert hatte
Kraichtal-Gochsheim (art)

Was sagt mir der Boden? Was sagt mir die Pflanze? Diese Fragen sind die Grundlage für regenerative Landwirtschaft. Weiter geht es darum, wie man als Landwirt einen guten Bodenzustand entwickeln kann, dass bestimmte Probleme wie Pilzbefall, unerwünschte Beikräuter oder Schädlinge im Ackerbau erst gar nicht auftreten oder zumindest seltener.

Um die richtige Bodenansprache zu lernen und entsprechende Schlüsse daraus zu ziehen diente der neuerliche Feldtag der Wenz Academy mit Theorie und Praxis auf dem Betrieb des Gochsheimer Landwirts Martin Ebert. Friedrich Wenz, Landwirt aus Schwanau hat die Wenz Academy gegründet, um die Prinzipien eines effizienten Humusaufbaus unter den Kollegen zu verbreiten und auch seine eigenen Erfahrungen weiter zu geben. Er war selbst als Referent zu diesem Feldtag gekommen. Dipl. Ing. Dietmar Näser aus Neustadt/Sachsen, "Grüne Brücke - Büro für regenerative Landwirtschaft", unterstützte ihn mit seinem Fachwissen aus 20 Jahren Pflanzenbauberatung und intensiver Beschäftigung mit regenerativer Landwirtschaft.

Humusaufbau schützt gegen Boden-Erosion

Nachdem 75 Landwirte sich im Direktgespräch mit Näser und Wenz informieren konnten, organisierte Martin Ebert zwei Tage später noch einen Ergänzungstermin für weitere 30 Landwirte, allerdings diesmal ohne die beiden Experten. "Das Interesse an diesen Feldtagen ist riesig", sagt Ebert, der gerne seinen Betrieb als Erfahrungsbasis zur Verfügung stellt. "Die Teilnehmer kommen bis aus Norddeutschland, aus Holland und Belgien, aus ganz Süddeutschland und aus der Schweiz." Gerne hätte Ebert mehr Teilnehmer aus dem Kraichgau und der Hardt begrüßt. "Wir lernen am meisten durch unsere Erfahrungen direkt vor Ort und dafür sind Begegnung und Austausch sehr wichtig", sagt er. Dies gelte umso mehr, als die Landwirte im Kraichgau alle miteinander ein gemeinsames Problem haben, nämlich Boden-Erosion, das Abschwemmen bei starkem Regen. Das größte Anliegen der regenerativen Landwirtschaft sei der Humusaufbau, erklärten die beiden Referenten. Denn je höher der Humusgehalt, umso geringer die Erosionsanfälligkeit.

Zwischenfrüchte fördern den Humusaufbau

Zum Humusaufbau können bestimmte Pflanzenfamilien als Zwischenfrüchte genutzt werden. "Wir müssen die Kraft der Sonne in den Boden pumpen", sagen sie. "Dies geschieht durch die Photosynthese der Grünpflanzen. Deswegen sollte der Acker immer grün sein." Mit einem ausgeklügelten System von Bodenbearbeitung, Fermentierung, Zwischenfrüchten und Untersaaten in bestehenden Kulturen wird eine günstige Mikrobiologie im Boden gefördert, die Humus aufbaut und erosionsstabile Bodenkrümel bildet.

Die Kraft der Sonne in den Boden pumpen

Gleichzeitig können sich in diesem Milieu stabile und resistente Pflanzen entwickeln, die sich alles, was sie brauchen, aus dem Boden holen können. "Ein Boden im Gleichgewicht, ausgestattet mit den notwendigen Nährstoffen für die Pflanzen, ist die beste Wachstumsgrundlage und natürlicher Pflanzenschutz", sagen die beiden Experten in Sachen regenerativer Landwirtschaft.
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