New York, New York: Gesangverein Freundschaft-Harmonie Oberderdingen auf Amerikareise

Oberderdingen/New York (pl) Es war einmal vor drei Jahren, da verirrte sich ein New Yorker auf der Suche nach dem größten Glück dieser Welt ins ferne Oberderdingen. Er fand dort Unterkunft und Arbeit für ein Jahr, aber nur tagsüber. Die Abende verbrachte er mit der schönsten Sache der Welt: Dem Singen mit anderen Menschen. Als das Jahr um war, zog es ihn wieder zurück in seine Heimat, nach New York. Die Oberderdinger waren beim Abschied recht unglücklich und man versprach sich, sich recht bald wiederzusehen. Wie aber sollte man das anstellen? Ein Komitee wurde gegründet, Besprechungen abgehalten, Nachrichten geschrieben, Lösungen gesucht und nach einigen Jahren auch gefunden: eine Konzertreise!

Die Stadt, die niemals schläft

Ziel der Reise: New York, die Stadt des ewigen Hupens, der überirdischen Untergrundbahnen, der halalen Imbissstände. Die Stadt, die niemals schläft und in der so viele Filme gedreht wurden, dass man an jeder Ecke meint, sie sei nur als Kulisse gebaut worden. 24 Sängerinnen und Sänger machten sich auf die Reise, und kamen nach fast neunstündigem Flug an. Was die Sängergruppe nicht wusste: Ihr Dirigent Philipp Lingenfelser hatte schon alles geplant und vorbereitet. An alles war gedacht, alles war organisiert: Der New Yorker kümmerte sich in seiner Freude alle wiederzusehen um die Auftrittsmöglichkeit in der 2.500 Personen fassenden Riverside Church zur "Prime Time", nach dem Sonntagsgottesdienst. Das Programm – deutsche Volkslieder, deutsche Messe, Gospels zum Mitsingen und Popsongs – wurde sogar in Begleitung eines Steinway-Flügel vorgetragen.

Eine "Freundschaft-Harmonie" fürs Leben

Im Anschluss durfte der gesamte Chor in einem Wohnzimmer "Pulled Pork", amerikanischen Kartoffelsalat und diverse Pies mit gutem amerikanischem Craft Beer genießen. Beflügelt vom Erfolg des Konzertes erhielten dienstags die Bewohner der Stadt eine Kostprobe. Seinen Anfang fand der Gesang in der Metrostation unter dem Times Square. Bis in den Central Park zog es die fröhliche Bande, wo sich die Reisegefährten schließlich trennten. Man wollte sich am folgenden Donnerstag zur Heimreise wieder treffen. Wo aber taucht in dieser Geschichte die Brooklyn Bridge auf, wo das Empire State Building? Wo ist China Town, der Halloweenumzug, die Metro, eine Beschreibung des Hotels? Wo sind die langen Abende, die vielen Gespräche, Musicals, wunde Füße, Bootsfahrten und die Freiheitsstatue? Die Oberderdinger Sängergruppe weiß es, doch was zwischen dem Konzert in der großen Stadt und der Heimreise geschah, ist eine andere Geschichte. Beim Abschied winkte der New Yorker genauso traurig wie drei Jahre zuvor, wohlwissend, dass er das größte Glück auf Erden gefunden hatte: eine "Freundschaft-Harmonie" fürs Leben.
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