Mit dem Förster unterwegs: „Der Pfinztaler Wald ist schön, fordert jedoch eine fortwährende Unterhaltung“

(Foto: pm)

2018 war aus forstwirtschaftlicher Sicht ein sehr besonderes Jahr. Etwas Ähnliches hat Matthias Köpf in seinen 18 Jahren als Forstrevierleiter in Pfinztal noch nicht erlebt.

Pfinztal (pm) Zu der Problematik des Borkenkäfers, der in geschwächte Bestände ging, kam die anhaltende Trockenheit hinzu. Die Folge sind insgesamt 1.300 Festmeter geschädigtes Fichtenholz, sogenanntes Käferholz, das gerodet werden musste. Die betroffene Fläche beträgt sechs Hektar. Drei Sammelstellen wurden eingerichtet, eine davon in der Abteilung „Steidig“, die zum Walddistrikt VII „Stranzenberg“ gehört. Allein hier lagern 300 Festmeter „Käferholz“ in unterschiedlichen Sortimenten (Stammdurchmesser), entrindet und gesägt zu Fünf-Meter-Stücken.

Rindenbrütende Baumkäfer verursachen großen Schaden

Bei der Exkursion „Erlebnisraum Pfinztal – mit dem Forstrevierleiter durch den Wald“ zeigte Matthias Köpf den Teilnehmern das Ausmaß des Schadens, den der rindenbrütende Baumkäfer verursacht hat. Der hat zur Folge, dass bei der in Kürze beginnenden Holzernte statt des festgelegten jährlichen Einschlags von 7.000 Festmeter auf der 830 Hektar großen Waldfläche der Kommune lediglich noch 5.700 Festmeter geerntet werden können. Denn in Pfinztal werde naturnaher Waldbau als Wirtschaftsbetrieb praktiziert mit dem Ziel, als Jahresabschluss zumindest eine schwarze Null in der Bilanz auszuweisen, informiert Köpf. Und wie geht es mit den gerodeten Schadensflächen weiter?

Förderung von Laubholzarten hat Priorität

Zwei Hektar werden neu bepflanzt, jedoch nicht mit Fichten, sondern mit Laubhölzern wie Douglasie und Eiche. Die Restfläche wird der Naturverjüngung überlassen. Bei der in Übereinstimmung mit Gemeindeverwaltung und Gemeinderat mittel- bis langfristig festgelegten Baumbestückung für den Pfinztaler Wald hat die Förderung von Laubholzarten gegenüber Nadelholz Priorität. Ein weiteres Schadensbild, das durch den trockenen Sommer 2018 im Pfinztaler Gemeindewald entstand, sind sehr große Ausfälle bei Neupflanzungen der letzten beiden Jahre. Insgesamt 1,2 Hektar müssen deshalb nachgepflanzt werden.

„Der Pfinztaler Wald ist schön, hat einen hohen Freizeitwert, fordert jedoch eine fortwährende Unterhaltung“

Dennoch „der Pfinztaler Wald ist schön, hat einen hohen Freizeitwert, fordert jedoch eine fortwährende Unterhaltung“, resümiert Matthias Köpf. Seine Antwort „Holz im Wald verrottet nicht “ ist gemünzt auf die am Wegesrand liegenden Stammholz-Polder. Die sind registriert, verkauft und werden auch geholt. Und beim Brennholz für Bürger hat der Polder gegenüber dem Schlagraum zuletzt aufgeholt, informiert Köpf, der auch für die Holzversteigerungen zuständig ist. Im „Steidig“ wurde 2017 letztmals Holz geerntet. Beim Blick nach oben in die Baumkronen deutet der Förster auf eine braun gewordene Lärche und macht dafür den Lärchenborkenkäfer verantwortlich. Gespannt ist Matthias Köpf wie es im Frühjahr mit den Schädlingen weitergeht, glaubt aber dass der Borkenkäfer dann wohl weitermachen wird. Und für die Buche prognostiziert der Fachmann bei einem ähnlichen Wetterverlauf wie 2018 ebenfalls Trockenschäden.
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